Wortmeldung von Bodo Schwarzberg
Gipsindustrie muss sich umstellen
Dienstag, 04. Februar 2020, 12:07 Uhr
In unserer Forum-Reihe äußert sich unser Leser Bodo Schwarzberg zu seiner Sicht einer Zukunft der Gipsindustrie in der Südharz-Region...
Es gilt, sich nach Alternativen umzusehen. In Zeiten eines allgemeinen Trends, der ungebremsten Zerstörung unserer Lebensgrundlagen endlich Einhalt zu gebieten, und z.B. Braunkohlentagebaue zu schließen, wirkt die Zerstörung unserer Landschaft am Südharzrand schlichtweg vorgestrig.
Gips mag für die Bauwirtschaft wichtig sein: Unsere Lebensgrundlagen, also die großen Stoff- und Energiekreisläufe in unserer Biosphäre sowie die Biodiversität, sowie deren zwingende Erhaltung, werden nicht vom Gips bestimmt. Die Menschheit profitiert nur vordergründig vom Abbau natürlicher Ressorcen, (die sie übrigens gar nicht geschaffen hat), weil sie nicht für die externen Kosten, also für die Folgen dieser Stoffentnahme, aufkommen will: für Verluste der Biodiversität genauso wenig, wie für die Anreicherung von Treibhausgasen, für die Folgen der Bodenversigelung und Verbrauch von Trinkwasser in der Industrie. Wenn wir diese Kosten beim Einkauf bezahlen müssten, würde sich nämlich kein Gipsabbau mehr rechnen. Tragen müssen wir sie, mit immer dramatischeren Auswüchsen, aber trotzdem. Im Milliardenbereich bewegen sich mittlerweile die Kosten, um die angerichteten Schäden durch Extremwetter, Artenverluste und ähnliches wenigstens zu dämpfen.
Uns bleibt also nur, nach Alternativen zu suchen, wenn wir den gerade von der Politik gern benutzten Begriff "Wohlstand", so wie er meist definiert wird, noch eine Weile erhalten wollen.
Bezogen auf den Gips kann das, wie eingangs erwähnt nur bedeuten, diesen Zweig der Bauwirtschaft auf naturschonende, komplett recyclingfähige und unter dem Strich emissionsfreie Produkte umzustellen und vor allem auf solche, die nicht die letzten Reste naturnäherer Landschaften zerstören.
Alles andere kann und wird keine Zukunft haben. Immer mehr Investoren weichen vor naturschädlichen Engagements zurück - aus rein ökonomischen Gründen.
Mit erzkapitalistischen Methoden wird in Zukunft immer weniger Geld zu verdienen sein. Für die Chefs von Casea, Knauf & Co solte das heißen, im Interesse ihrer Firmen und ihrer Mitarbeiter sowie im Interesse des Gemeinwohls künftiger Generationen mit Weitsicht den Ausstieg aus dem Naturgipsabbau zu planen.
Damit stünden sie in Einklang mit namhaften, beileibe nicht grünen Ökonomen, die genau diese Herangehensweise fordern, um der Wirtschaft, der Umwelt und der Menschen Willen.
Bei all den Millionen, die in diesem Zusammenhang unsere Hochschule kassiert, hoffen wir alle auf tatsächliche Ergebnisse im eben genannten Sinne. Die Forscher dort könnten sich unsterblich machen, wenn es ihnen gelänge, im Sinne der aktuellen ökonomischen und ökologischen Zwänge einen nachhaltigen Umgang mit dem Thema Baustoffe als bisher erreichen könnten.
Bodo Schwarzberg
Es gilt, sich nach Alternativen umzusehen. In Zeiten eines allgemeinen Trends, der ungebremsten Zerstörung unserer Lebensgrundlagen endlich Einhalt zu gebieten, und z.B. Braunkohlentagebaue zu schließen, wirkt die Zerstörung unserer Landschaft am Südharzrand schlichtweg vorgestrig.
Gips mag für die Bauwirtschaft wichtig sein: Unsere Lebensgrundlagen, also die großen Stoff- und Energiekreisläufe in unserer Biosphäre sowie die Biodiversität, sowie deren zwingende Erhaltung, werden nicht vom Gips bestimmt. Die Menschheit profitiert nur vordergründig vom Abbau natürlicher Ressorcen, (die sie übrigens gar nicht geschaffen hat), weil sie nicht für die externen Kosten, also für die Folgen dieser Stoffentnahme, aufkommen will: für Verluste der Biodiversität genauso wenig, wie für die Anreicherung von Treibhausgasen, für die Folgen der Bodenversigelung und Verbrauch von Trinkwasser in der Industrie. Wenn wir diese Kosten beim Einkauf bezahlen müssten, würde sich nämlich kein Gipsabbau mehr rechnen. Tragen müssen wir sie, mit immer dramatischeren Auswüchsen, aber trotzdem. Im Milliardenbereich bewegen sich mittlerweile die Kosten, um die angerichteten Schäden durch Extremwetter, Artenverluste und ähnliches wenigstens zu dämpfen.
Uns bleibt also nur, nach Alternativen zu suchen, wenn wir den gerade von der Politik gern benutzten Begriff "Wohlstand", so wie er meist definiert wird, noch eine Weile erhalten wollen.
Bezogen auf den Gips kann das, wie eingangs erwähnt nur bedeuten, diesen Zweig der Bauwirtschaft auf naturschonende, komplett recyclingfähige und unter dem Strich emissionsfreie Produkte umzustellen und vor allem auf solche, die nicht die letzten Reste naturnäherer Landschaften zerstören.
Alles andere kann und wird keine Zukunft haben. Immer mehr Investoren weichen vor naturschädlichen Engagements zurück - aus rein ökonomischen Gründen.
Mit erzkapitalistischen Methoden wird in Zukunft immer weniger Geld zu verdienen sein. Für die Chefs von Casea, Knauf & Co solte das heißen, im Interesse ihrer Firmen und ihrer Mitarbeiter sowie im Interesse des Gemeinwohls künftiger Generationen mit Weitsicht den Ausstieg aus dem Naturgipsabbau zu planen.
Damit stünden sie in Einklang mit namhaften, beileibe nicht grünen Ökonomen, die genau diese Herangehensweise fordern, um der Wirtschaft, der Umwelt und der Menschen Willen.
Bei all den Millionen, die in diesem Zusammenhang unsere Hochschule kassiert, hoffen wir alle auf tatsächliche Ergebnisse im eben genannten Sinne. Die Forscher dort könnten sich unsterblich machen, wenn es ihnen gelänge, im Sinne der aktuellen ökonomischen und ökologischen Zwänge einen nachhaltigen Umgang mit dem Thema Baustoffe als bisher erreichen könnten.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: redDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
