Wie am Hofe von Ludwig XVI
Donnerstag, 04. Oktober 2001, 15:23 Uhr
Ilfeld (nnz) Möchten Sie wissen, wie man dort gelebt hat? Interessiert es Sie, wie Ludwigs Schlafzimmer ausgesehen hat? Würden Sie gern erfahren, welche edlen Stoffe damals den Prunk in die Räume zauberten? Hätten Sie gedacht, dass ähnliches auch heute ganz in ihrer Nähe hergestellt wird? nnz-Mitarbeiterin Manuela Jauer hat sich für Sie auf Spurensuche begeben.
Dabei kam Folgendes heraus: Ludwig XVI legte großen Wert auf eine reichhaltige Raumverzierung mit den unterschiedlichsten Formen. Sein luxuriöses Bett mit dem hohen Baldachin war verschiedensten Holzschnitzereien bestückt. Da die Ausstattung seiner Gemächer ein Zeichen für seinen Wohlstand waren, bemühte er sich auch um eine ansprechende Gestaltung seiner Fenster: Lange Vorhänge (Lambrequins), schleierartige Gardinen und reich verzierte Gegenstände neben dem Fenster, zum Beispiel Speere, Pfeile und Lorbeerkränze, trugen wesentlich dazu bei, dass sich der König jederzeit in einem für ihn angemessenem Maße präsentieren konnte. Natürlich war alles reich verziert und mit allerlei dekorativen Anhängseln versehen. Borten, Quasten, Fransen, Schärpen und Rosetten diese und andere Elemente trugen in der Zeit des Rokoko wesentlich zur Dekoration von Räumen bei. Das Besondere dabei war, dass sie zum größten Teil manuell gefertigt wurden. Betten, Sofas, Wände alles wurde mit Stickerein ergänzt, benäht, gestrickt, ja sogar Wandteppiche knöpfte man von Hand. Eine neue Form der Stoff- und Garnverarbeitung war geboren: die Handarbeit.
Damals waren es die Tapezierer, die für die gewünschte Gestaltung der königlichen Gemächer verantwortlich waren. Heutzutage wird diese Aufgabe den zahlreichen Raumausstattern und Handarbeitern zuteil. Zu ihnen gehört auch Manfred Kappler aus Ilfeld. Es gehört einfach dazu, dass man sich in seinen eigenen vier Wänden wohl fühlt. Angenehme Stoffe und passend Dekorationen sind dafür unerlässlich. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man als Raumausstatter Wohlbehagen und ein gemütliches Ambiente in der Wohnung schaffen kann., begründet er die Leidenschaft für seinen Beruf.
Doch auch auf andere Art und Weise engagiert er sich für den Erhalt der alten Handarbeitstechniken. Vor zwei Jahren unterhielt ich mich in meinem Geschäft mit einigen Damen darüber, was man so alles aus Handarbeiten machen kann. Ich wusste, dass sie selbst begeisterte Garnfreunde sind. Da kam mir die Idee einer Handarbeitsgruppe. Als ich ihnen die vorschlug, waren sie davon sichtlich angetan., berichtet Herr Kappler. Die Kunde von dem neu gegründeten aktiven Frauenkreis verbreitete sich schnell, dank eines Artikels in der Ilfeld-Information. So wuchs die Zahl der Mitglieder in kurzer Zeit auf 15 an. Ab sofort trafen sie sich regelmäßig als Handarbeitsgruppe Flinke Nadel im Ilfelder Bürgermeisteramt und fertigten eine ganze Reihe edler Schmuckstücke.
Diese wurden im vergangenen Jahr erstmals öffentlich ausgestellt, natürlich im Schaufenster des Raumausstatter- und Handarbeitsgeschäftes Kappler. Die Reaktionen waren durchaus positiv: Sowohl von Seiten der Kunden als auch von Seiten der Passanten waren viel Lob zu hören und heimliche Bewunderung zu spüren.
In diesem Jahr geht man noch einen bedeutenden Schritt weiter: Die Frauen der Flinken Nadel werden an zwei Nachmittagen einen Work-Shop durchführen,. Es sollen verschiedene Strick-, Häkel- und Sticktechniken, zum Beispiel die Hardanger-Sticktechnik, vorgeführt werden. Zwar wird man nicht mit Damast oder ähnlich edlen und wertvollen Stoffen wie zu Ludwigs Zeiten arbeiten, dafür darf aber jeder selbst probieren. Wer sich gerne den Sommer nach Hause zurück holen möchte, kann das mit einem hübschen Häkel-Blumenstrauß tun. Man darf sogar hemmungslos spinnen, ohne sich schämen zu müssen; allerdings nur mit Wolle.
Die Vorführungen finden am Donnerstag, 11. und 18. Oktober jeweils von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr in den Räumen des Raumausstatter-Geschäftes von Manfred Kappler in Ilfeld, Lindenallee 6, statt. Alle Interessenten, die sich als tapferes Schneiderlein versuchen möchten, sind hierzu herzlich eingeladen. Nur Mut! Mit etwas Übung und Geschick piekst man sich auch nicht in den Finger.
Manuela Jauer
Autor: nnzDabei kam Folgendes heraus: Ludwig XVI legte großen Wert auf eine reichhaltige Raumverzierung mit den unterschiedlichsten Formen. Sein luxuriöses Bett mit dem hohen Baldachin war verschiedensten Holzschnitzereien bestückt. Da die Ausstattung seiner Gemächer ein Zeichen für seinen Wohlstand waren, bemühte er sich auch um eine ansprechende Gestaltung seiner Fenster: Lange Vorhänge (Lambrequins), schleierartige Gardinen und reich verzierte Gegenstände neben dem Fenster, zum Beispiel Speere, Pfeile und Lorbeerkränze, trugen wesentlich dazu bei, dass sich der König jederzeit in einem für ihn angemessenem Maße präsentieren konnte. Natürlich war alles reich verziert und mit allerlei dekorativen Anhängseln versehen. Borten, Quasten, Fransen, Schärpen und Rosetten diese und andere Elemente trugen in der Zeit des Rokoko wesentlich zur Dekoration von Räumen bei. Das Besondere dabei war, dass sie zum größten Teil manuell gefertigt wurden. Betten, Sofas, Wände alles wurde mit Stickerein ergänzt, benäht, gestrickt, ja sogar Wandteppiche knöpfte man von Hand. Eine neue Form der Stoff- und Garnverarbeitung war geboren: die Handarbeit.
Damals waren es die Tapezierer, die für die gewünschte Gestaltung der königlichen Gemächer verantwortlich waren. Heutzutage wird diese Aufgabe den zahlreichen Raumausstattern und Handarbeitern zuteil. Zu ihnen gehört auch Manfred Kappler aus Ilfeld. Es gehört einfach dazu, dass man sich in seinen eigenen vier Wänden wohl fühlt. Angenehme Stoffe und passend Dekorationen sind dafür unerlässlich. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man als Raumausstatter Wohlbehagen und ein gemütliches Ambiente in der Wohnung schaffen kann., begründet er die Leidenschaft für seinen Beruf.
Doch auch auf andere Art und Weise engagiert er sich für den Erhalt der alten Handarbeitstechniken. Vor zwei Jahren unterhielt ich mich in meinem Geschäft mit einigen Damen darüber, was man so alles aus Handarbeiten machen kann. Ich wusste, dass sie selbst begeisterte Garnfreunde sind. Da kam mir die Idee einer Handarbeitsgruppe. Als ich ihnen die vorschlug, waren sie davon sichtlich angetan., berichtet Herr Kappler. Die Kunde von dem neu gegründeten aktiven Frauenkreis verbreitete sich schnell, dank eines Artikels in der Ilfeld-Information. So wuchs die Zahl der Mitglieder in kurzer Zeit auf 15 an. Ab sofort trafen sie sich regelmäßig als Handarbeitsgruppe Flinke Nadel im Ilfelder Bürgermeisteramt und fertigten eine ganze Reihe edler Schmuckstücke.
Diese wurden im vergangenen Jahr erstmals öffentlich ausgestellt, natürlich im Schaufenster des Raumausstatter- und Handarbeitsgeschäftes Kappler. Die Reaktionen waren durchaus positiv: Sowohl von Seiten der Kunden als auch von Seiten der Passanten waren viel Lob zu hören und heimliche Bewunderung zu spüren.
In diesem Jahr geht man noch einen bedeutenden Schritt weiter: Die Frauen der Flinken Nadel werden an zwei Nachmittagen einen Work-Shop durchführen,. Es sollen verschiedene Strick-, Häkel- und Sticktechniken, zum Beispiel die Hardanger-Sticktechnik, vorgeführt werden. Zwar wird man nicht mit Damast oder ähnlich edlen und wertvollen Stoffen wie zu Ludwigs Zeiten arbeiten, dafür darf aber jeder selbst probieren. Wer sich gerne den Sommer nach Hause zurück holen möchte, kann das mit einem hübschen Häkel-Blumenstrauß tun. Man darf sogar hemmungslos spinnen, ohne sich schämen zu müssen; allerdings nur mit Wolle.
Die Vorführungen finden am Donnerstag, 11. und 18. Oktober jeweils von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr in den Räumen des Raumausstatter-Geschäftes von Manfred Kappler in Ilfeld, Lindenallee 6, statt. Alle Interessenten, die sich als tapferes Schneiderlein versuchen möchten, sind hierzu herzlich eingeladen. Nur Mut! Mit etwas Übung und Geschick piekst man sich auch nicht in den Finger.
Manuela Jauer
