Hochschule und Unternehmerverband starten Diskussionen
Was hält Sie hier, was treibt Sie weg?
Donnerstag, 19. Dezember 2019, 14:00 Uhr
Wenn die Schulzeit ihrem Ende entgegen geht dann drängt die Bange Frage: was nun? Ausbildung oder Studium? Nahe bei der Familie bleiben oder neue Horizonte erkunden? Die Nordhäuser Hochschule, die regionalen Unternehmer und auch der Landkreis sähen es gerne, wenn mehr junge Menschen in der Region blieben und fragen jetzt den Nachwuchs, was hält hier und was treibt weg?
Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute liegt so nah? Diese Frage stellten heute Hochschule, Nordthüringer Unternehmerverband und Landkreis rund 50 Schülerinnen und Schülern des Herder-Gymnasiums. Für die Elft- und Zwölftklässler ist die Frage nach dem nächsten Schritt im Werdegang so entscheidend wie in kaum einer anderen Lebensphase. Die Weichen für die Zukunft müssen sie jetzt stellen und viele entscheiden sich dafür, das anderswo zu tun.
Die Gründe sind vielfältig. Manche lockt das bunte Leben der Großstadt, andere mögen es zwar überschaubarer, finden in der Region aber nicht das Studienangebot, das sie interessiert. Die einen wollen weg von zu Hause, auf eigenen Füßen stehen und neue Erfahrungen machen, manch anderer mag die Familie und das traute Heim auf dem Land eigentlich nicht missen, ist es aber leid das am schon am späten Nachmittag kein Bus mehr verkehrt, man nicht einmal auf dem Schulhof Empfang, geschweige denn schnelles Netz hat, oder das die Kreisstadt dem jungen Publikum nicht mehr viel zu bieten hat.
Die Herren, die den Schülerinnen und Schülern zuhören, haben die grundlegenden Weichenstellungen ihres Lebens schon eine Weile hinter sich und sehen die Region und ihre Möglichkeiten in einem anderen Licht. Die Hochschule, erklärt Präsident Jörg Wagner, ist mit drei Fachbereichen und 25 Studiengängen für ihre Größe sehr gut aufgestellt und wie groß oder klein sich eine Region anfühlt, ist eine Frage des Blickwinkels. Manch internationaler Studierender, den es aus den Millionenmetropolen des Globus nach Nordhausen verschlagen hat, freue sich über die Weitläufgkeit des Thüringer Nordens. Wo mancher daheim zwei Stunden brauche, nur um ins Stadtzentrum zu gelangen, sei man hier in der gleichen Zeit in Leipzig, Jena, Erfurt oder Göttingen und selbst bis nach Berlin ist es aus dieser Perspektive nicht wirklich weit.
Marcel Kübler vom Nordhäuser Unternehmerverband hält die Fahne der kleinen und mittleren Unternehmen hoch, unter denen sich manch "versteckter Champion" des Weltmarktes finde, von denen aber viele Schülerinnen und Schüler wohl eher wenig bis nichts wissen. Marcel Sievers aus der Schulverwaltung des Landratsamtes will hingegen wissen, wie sich die jungen Damen und Herren über Studium, Ausbildung und Berfuswahl informieren.
Überhaupt ist man nicht ans Herder-Gymnasium zu kommen, um in die große Gegenrede zu gehen, sondern um zuzuhören. Die kleine Diskussionsrunde soll der Beginn einer allgemeinen Bestandsaufnahme sein, erklärt Kübler, wenn man die habe, könne man sehen wie man bei der jungen Generation weiter komme und eine passende Kampagne auf den Weg bringen kann.
Einige interessante Ergebnisse werden die Herren schon aus der heutigen Runde mitgenommen haben. Die "alte Leute App" Facebook benutzt hier kaum noch jemand, im Moment ist "Instagramm" die Plattform der Wahl. Die "Nordhausen App" kennen zwar einige der jungen Leute, was sie suchen finden sie hier aber nicht. An anderer Stelle werden sowohl die Unternehmen wie auch die Stadt für ihre Arbeit am eigenen Image kritisitert. Eine Identifizierung der Region als Wirtschaftsstandort gebe es kaum, beide Seiten, Verwaltung und Wirtschaft, könnten die Werbetrommel hier deutlich stärker rühren.
Die Diskussion ist rege, auch weil hier keiner der Schüler eine Pflichtveranstaltung absolviert, sondern alle freiwillig gekommen sind. Für die Partner aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung soll es nicht die letzte Runde dieser Art gewesen sein, man werde sich im neuen Jahr auch an den Regelschulen umhören und eine Umfrage starten um ein möglichst "breites Bild" zu bekommen.
Angelo Glashagel
Autor: redWarum in die Ferne schweifen wenn das Gute liegt so nah? Diese Frage stellten heute Hochschule, Nordthüringer Unternehmerverband und Landkreis rund 50 Schülerinnen und Schülern des Herder-Gymnasiums. Für die Elft- und Zwölftklässler ist die Frage nach dem nächsten Schritt im Werdegang so entscheidend wie in kaum einer anderen Lebensphase. Die Weichen für die Zukunft müssen sie jetzt stellen und viele entscheiden sich dafür, das anderswo zu tun.
Die Gründe sind vielfältig. Manche lockt das bunte Leben der Großstadt, andere mögen es zwar überschaubarer, finden in der Region aber nicht das Studienangebot, das sie interessiert. Die einen wollen weg von zu Hause, auf eigenen Füßen stehen und neue Erfahrungen machen, manch anderer mag die Familie und das traute Heim auf dem Land eigentlich nicht missen, ist es aber leid das am schon am späten Nachmittag kein Bus mehr verkehrt, man nicht einmal auf dem Schulhof Empfang, geschweige denn schnelles Netz hat, oder das die Kreisstadt dem jungen Publikum nicht mehr viel zu bieten hat.
Die Herren, die den Schülerinnen und Schülern zuhören, haben die grundlegenden Weichenstellungen ihres Lebens schon eine Weile hinter sich und sehen die Region und ihre Möglichkeiten in einem anderen Licht. Die Hochschule, erklärt Präsident Jörg Wagner, ist mit drei Fachbereichen und 25 Studiengängen für ihre Größe sehr gut aufgestellt und wie groß oder klein sich eine Region anfühlt, ist eine Frage des Blickwinkels. Manch internationaler Studierender, den es aus den Millionenmetropolen des Globus nach Nordhausen verschlagen hat, freue sich über die Weitläufgkeit des Thüringer Nordens. Wo mancher daheim zwei Stunden brauche, nur um ins Stadtzentrum zu gelangen, sei man hier in der gleichen Zeit in Leipzig, Jena, Erfurt oder Göttingen und selbst bis nach Berlin ist es aus dieser Perspektive nicht wirklich weit.
Marcel Kübler vom Nordhäuser Unternehmerverband hält die Fahne der kleinen und mittleren Unternehmen hoch, unter denen sich manch "versteckter Champion" des Weltmarktes finde, von denen aber viele Schülerinnen und Schüler wohl eher wenig bis nichts wissen. Marcel Sievers aus der Schulverwaltung des Landratsamtes will hingegen wissen, wie sich die jungen Damen und Herren über Studium, Ausbildung und Berfuswahl informieren.
Überhaupt ist man nicht ans Herder-Gymnasium zu kommen, um in die große Gegenrede zu gehen, sondern um zuzuhören. Die kleine Diskussionsrunde soll der Beginn einer allgemeinen Bestandsaufnahme sein, erklärt Kübler, wenn man die habe, könne man sehen wie man bei der jungen Generation weiter komme und eine passende Kampagne auf den Weg bringen kann.
Einige interessante Ergebnisse werden die Herren schon aus der heutigen Runde mitgenommen haben. Die "alte Leute App" Facebook benutzt hier kaum noch jemand, im Moment ist "Instagramm" die Plattform der Wahl. Die "Nordhausen App" kennen zwar einige der jungen Leute, was sie suchen finden sie hier aber nicht. An anderer Stelle werden sowohl die Unternehmen wie auch die Stadt für ihre Arbeit am eigenen Image kritisitert. Eine Identifizierung der Region als Wirtschaftsstandort gebe es kaum, beide Seiten, Verwaltung und Wirtschaft, könnten die Werbetrommel hier deutlich stärker rühren.
Die Diskussion ist rege, auch weil hier keiner der Schüler eine Pflichtveranstaltung absolviert, sondern alle freiwillig gekommen sind. Für die Partner aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung soll es nicht die letzte Runde dieser Art gewesen sein, man werde sich im neuen Jahr auch an den Regelschulen umhören und eine Umfrage starten um ein möglichst "breites Bild" zu bekommen.
Angelo Glashagel

