Familienzentrum ehrt Geschichtenschreiber
Oma, erzähl doch mal...
Donnerstag, 19. Dezember 2019, 09:00 Uhr
Oma, erzähl doch mal. Wie war das damals eigentlich, als du noch Kind warst? Eine einfache Frage hinter der viele spannende Geschichten stecken können. Im Familienzentrum hat man aus dem Fragen nach dem "damals" einen kleinen Wettbewerb gemacht, dessen beste Geschichtenschreiber jetzt ausgezeichnet wurden...
Insgesamt 25 Geschichten kamen so zusammen, (fast alle) aufgeschrieben von Kindern, die zugehört haben. Leonies Oma etwa hat den Krieg noch miterlebt, musste auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen, als die Bomben fielen und weiß bis heute was es heißt Angst zu haben. Sie erzählt auch von den Jahren danach, von abgetragenen Kleidern, strengen Lehrern und dem Wert des guten Benehmens.
Die Oma hat erzählt, Leonie hat geschrieben und das so bildreich, dass die junge Dame dafür am Mittwoch von der dreiköpfigen Wettbewerbsjury als eine der insgesamt acht Gewinner ausgezeichnet wurde.
Die Geschichte, die Johannes Markus aus seinen Großeltern herausgeholt hat, handelt vom Leben als "Neubauernfamilie" und einer Kindheit unter Tieren. Spielzeug hatte die Oma damals gar keines, dafür den Ochsen "Mäxchen", Familienhündin und Familienkater, Ziegenböcke und Lämmer. Ganz anders erging es der Großmutter Joelle Schieke's. Die lebte mit ihren Eltern und den zwei Geschwistern in einer 45 Quadratmeter Wohnung. Selbst wenn es auf dem Fahrrad zur Schule ging, fanden irgendwie alle drei Platz auf dem Drahtesel, gespielt wurde draußen.
Zu den ausgezeichneten Geschichtenschreibern gesellten sich noch Felix Bienek und Josephine Schwarze. Aber das war noch nicht alles. Die ursprüngliche Idee hinter dem Wettbewerb war es gewesen über das Engagement der Lehrer die Schülerinnen und Schüler zu engagieren, erklärte gestern die Leiterin des Familienzentrums, Vivien Grabe. Man hatte vielfach für die Idee geworben, Erfolg hatte man aber nur bedingt. Zwar hat man mit 25 Geschichten ein kleines Büchlein füllen können, die Hoffnung ganze Klassen für die Erzählungen der alten Generation zu gewinnen erfüllte sich nicht.
Mit einer Ausnahme: die sechste Klasse der Regelschule Käthe-Kollwitz machte sich unter den Fittichen von Lehrerin Charlotte Stamm gemeinschaftlich ans Werk. Dafür gab es einen Sonderpreis der Jury für die Klassenkasse. Und schließlich fanden sich mit Annerose Ahlert, Anne-Rose Ehmke und Susanne Kruschwitz drei Damen, die gleich selber zur Feder griffen um ihre Geschichten zu Papier zu bringen. Auch dafür gab es eine Auszeichnung der Jury.
Letztere setzte sich aus Dr. Klaus Zeh, Andreas Weigel und Frau Dr. Noske zusammen, die sich mit sichtlicher Freude durch die Geschichten gearbeitet haben. Weitere Unterstützung fand das Familienzentrum bei der Kreissparkasse Nordhausen und der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft.
Im kommenden Jahr soll das Projekt fortgesetzt werden, kündigte Vivien Grabe an, bis in den Herbst hinein können eigene Großeltern-Geschichten beim Familienzentrum abgegeben werden. Bis dahin hofft man noch viele junge Menschen für die Erlebnisse und Erzählungen der Alten begeistern zu können, sagt Grabe, gerne auch Schulklassen die vielleicht einmal einen Ausflug in die Altenheime der Region machen könnten um neue, spannende Geschichten zu sammeln.
Angelo Glashagel
Autor: redInsgesamt 25 Geschichten kamen so zusammen, (fast alle) aufgeschrieben von Kindern, die zugehört haben. Leonies Oma etwa hat den Krieg noch miterlebt, musste auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen, als die Bomben fielen und weiß bis heute was es heißt Angst zu haben. Sie erzählt auch von den Jahren danach, von abgetragenen Kleidern, strengen Lehrern und dem Wert des guten Benehmens.
Die Oma hat erzählt, Leonie hat geschrieben und das so bildreich, dass die junge Dame dafür am Mittwoch von der dreiköpfigen Wettbewerbsjury als eine der insgesamt acht Gewinner ausgezeichnet wurde.
Die Geschichte, die Johannes Markus aus seinen Großeltern herausgeholt hat, handelt vom Leben als "Neubauernfamilie" und einer Kindheit unter Tieren. Spielzeug hatte die Oma damals gar keines, dafür den Ochsen "Mäxchen", Familienhündin und Familienkater, Ziegenböcke und Lämmer. Ganz anders erging es der Großmutter Joelle Schieke's. Die lebte mit ihren Eltern und den zwei Geschwistern in einer 45 Quadratmeter Wohnung. Selbst wenn es auf dem Fahrrad zur Schule ging, fanden irgendwie alle drei Platz auf dem Drahtesel, gespielt wurde draußen.
Zu den ausgezeichneten Geschichtenschreibern gesellten sich noch Felix Bienek und Josephine Schwarze. Aber das war noch nicht alles. Die ursprüngliche Idee hinter dem Wettbewerb war es gewesen über das Engagement der Lehrer die Schülerinnen und Schüler zu engagieren, erklärte gestern die Leiterin des Familienzentrums, Vivien Grabe. Man hatte vielfach für die Idee geworben, Erfolg hatte man aber nur bedingt. Zwar hat man mit 25 Geschichten ein kleines Büchlein füllen können, die Hoffnung ganze Klassen für die Erzählungen der alten Generation zu gewinnen erfüllte sich nicht.
Mit einer Ausnahme: die sechste Klasse der Regelschule Käthe-Kollwitz machte sich unter den Fittichen von Lehrerin Charlotte Stamm gemeinschaftlich ans Werk. Dafür gab es einen Sonderpreis der Jury für die Klassenkasse. Und schließlich fanden sich mit Annerose Ahlert, Anne-Rose Ehmke und Susanne Kruschwitz drei Damen, die gleich selber zur Feder griffen um ihre Geschichten zu Papier zu bringen. Auch dafür gab es eine Auszeichnung der Jury.
Letztere setzte sich aus Dr. Klaus Zeh, Andreas Weigel und Frau Dr. Noske zusammen, die sich mit sichtlicher Freude durch die Geschichten gearbeitet haben. Weitere Unterstützung fand das Familienzentrum bei der Kreissparkasse Nordhausen und der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft.
Im kommenden Jahr soll das Projekt fortgesetzt werden, kündigte Vivien Grabe an, bis in den Herbst hinein können eigene Großeltern-Geschichten beim Familienzentrum abgegeben werden. Bis dahin hofft man noch viele junge Menschen für die Erlebnisse und Erzählungen der Alten begeistern zu können, sagt Grabe, gerne auch Schulklassen die vielleicht einmal einen Ausflug in die Altenheime der Region machen könnten um neue, spannende Geschichten zu sammeln.
Angelo Glashagel








