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Tag des Ehrenamtes

Erika Hesse erhält Ehrenbrief

Freitag, 13. Dezember 2019, 07:10 Uhr
Seit 2005 werden anlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamts verdiente Thüringerinnen und Thüringer mit dem Ehrenbrief des Freistaats Thüringen geehrt. Heute wird Ministerpräsident Bodo Ramelow 19 Bürgerinnen und Bürger auszeichnen, die sich seit langem auf ganz unterschiedlichen Gebieten – im sozialen, politischen oder gesellschaftlichen Bereich – für den Freistaat engagieren. Darunter auch Erika Hesse...


Ramelow sagt vorab: „Die Arbeit der Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler ist und bleibt unbezahlbar – wir können ihnen gar nicht oft genug danken für ihren selbstlosen und uneigennützigen Einsatz für unsere Gesellschaft. Sie zeigen damit gelebte Solidarität. Das ist, was unsere Gesellschaft zusammenhält, das ist, was uns stark macht, das ist Thüringen. Sie alle sind leuchtende Vorbilder und wichtige Pfeiler unserer Gesellschaft. Ich habe großen Respekt vor ihrem Engagement und kann sie nur ermutigen, dieses beizubehalten.“

Erika Hesse aus Niedersachwerfen wurde 1943 in Lipin-Hauland/Westpreußen geboren. Als Kind wurde sie aus ihrer Heimat vertrieben und fand in Niedersachswerfen im Landkreis Nordhausen ein neues zu Hause. Dort gründete Sie eine Familie und arbeitete als Lehrerin. In der DDR durften die Heimatvertriebenen nicht offen über Ihr Schicksal reden. Sie galten offiziell als Umsiedler. Dennoch tauschte sich Erika Hesse im Freundeskreis über ihr Erlebtes aus und pflegte Kontakt zu Schicksalsgefährten.

Erika Hesse setzt sich stets für die Belange der Heimatvertriebenen in der Öffentlichkeit ein. Sie arbeitete nach der Wiedervereinigung Deutschlands aktiv an der Gründung des Bundes der Vertriebenen (BdV) im Landkreis Nordhausen mit, wo sie heute noch als erste Stellvertreterin im Vorstand tätig ist. Durch ihr ehrenamtliches Engagement und eisernen Willen war es möglich, im Jahr 1991 den BdV Kreisverband Nordhausen ins Leben zu rufen. Erfahrungen aus Partnerverbänden der alten Bundesländer wurden mit einbezogen.

1993 gründete sie den ersten BdV-Ortsverband in Niedersachswerfen, dem sie bis heute als Vorsitzende vorsteht. Dort organisiert sie Veranstaltungen und Feierlichkeiten, um das Vertreibungsschicksal den nachfolgenden Generationen nahe zu bringen und das ostdeutsche Kulturgut zu pflegen und zu wahren. Sie sucht Kontakt zu den Bürgern der Gemeinde und integriert die Heimatvertriebenen im Dorfleben. Regelmäßig pflegt sie auch Kontakte in ihre alte Heimat. Mit ihrem Erfahrungsschatz als ehemalige Lehrerin begleitete sie Schüler, die erste Plätze beim Schülerwettbewerb des BdV Landesverbandes Thüringen belegten.

In ihrem Wohnort Niedersachswerfen wurde aufgrund ihrer Initiative und mit Unterstützung von Spendengeldern ein Denkmal errichtet, welches an das Leid der Mütter während der Vertreibung erinnert. Durch ihr Engagement und ihre Menschlichkeit erwarb sich Erika Hesse eine hohe Achtung in der Gesellschaft.
Autor: red

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