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Die unglücklichste Lösung

Montag, 09. Mai 2005, 10:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Am Industrie-Standort in der Rothenburgstraße stehen die Zeichen immer noch auf Konfrontation. Trotzdem wollen Belegschaft und Geschäftsleitung der Nobas weiter verhandeln. Ein Situationsbericht der nnz.


Wie Geschäftsführer Aribert Kupsch der nnz sagte, sei die Geschäftsführung immer noch an einem Bündnis für Arbeit interessiert und am heutigen Nachmittag will die IG Metall mit den Mitgliedern und den anderen Beschäftigten über einen Vorschlag hinsichtlich eines Firmentarifs sprechen. Firmentarif und Bündnis für Arbeit – man könnte meinen, da sei eine Lösung in Sicht.

Doch erst bei genauerem Hinsehen erkennt man nicht nur Unterschiede, sondern auch die Entfernung zwischen beiden Standpunkten. Und das macht die weitere Entwicklung so undurchsichtig. Während Aribert Kupsch eine eventuelle Auslagerung von Betriebsteilen wie die der „Lohnarbeit für Dritte“ als die unglücklichste aller Lösungen bezeichnet, sieht sich die IG Metall mit einem Vertragsdiktat konfrontiert. Im Schnitt wollen die Nobas-Geschäftsführer zehn bis elf Euro pro Stunde zahlen. Das hört sich nicht schlecht an, wenn da die Lohnzurückhaltung aus den vergangenen Monaten und Jahren nicht wäre.

Einseitig, so die Gewerkschaft, habe man der Belegschaft viel Geld vorenthalten. Geld, das den Kolleginnen und Kollegen vertraglich zugestanden hätte. Summa summarum werde derzeit rund 28 Prozent weniger in die Lohntüten gepackt, als vertraglich vereinbart worden sei, andere Verträge gebe es nicht. Trotzdem soll weiter verhandelt werden, doch für Astrid Schwarz-Zaplinski steht ein Kompromiß am Ende der Verhandlungen, nicht am Anfang.

Aribert Kupsch muß rechnen. Momentan werde der Bereich „Lohnarbeit für Dritte“ vom Rest der Nobas-Mannschaft „subventioniert“. So könne man nicht mehr weitermachen. Kupsch spricht Klartext: Diesen Bereich können wir nicht halten, wir werden diese Arbeit irgendwann einstellen müssen. Ganz klar, Löhne und Gehälter wie in den östlichen Nachbarstaaten, die können in Deutschland nicht gezahlt werden, sollen auch nicht gezahlt werden. Doch das Unternehmen müsse am Markt bestehen. Der mache die Preise, nicht die Gewerkschaft.

Die Auslastung im Unternehmen beschreibt Aribert Kupsch mit „geht so“. Für die Gewerkschaft stellt sie sich als „gut“ dar. Da muß also noch vieles geklärt werden. Vor allem auch die Eigentumsverhältnisse innerhalb der Nobas und des Spezialmaschinenbaus. Nach den Auszügen aus dem Handelsregister, die Astrid Schwarz-Zaplinski vorliegen (Stand Ende März) habe sich nichts geändert. Eigner sei immer noch Günter Papenburg.
Autor: nnz

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