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Nordhausen braucht ein modernes Stadion!

Montag, 09. Dezember 2019, 11:00 Uhr
Die aktuelle wirtschaftliche Krise beim Regionalligist Wacker Nordhausen hat nicht nur sportliche, sondern auch politische Nebenwirkungen. Doch die sind nicht angebracht...

Konzeptstudien der Westtribüne (Seitenansicht) (Foto: Service GmbH) Konzeptstudien der Westtribüne (Seitenansicht) (Foto: Service GmbH) Die Planung wird gerade mit den beauftragten Architekten und allen Beteiligten konkretisiert. Die Seitenansichten einer künftigen Haupttribühne stellen noch ein Konzeptstadium dar.

Die Mannschaft von Wacker Nordhausen hat gestern Charakter gezeigt. ehrlich - die Aufstellung des Teams gegen die Chemiker aus Leipzig hat mich überrascht. Gut, die Abwehr der Nordhäuser hatte nicht nur andere Namen, sondern auch einige Probleme. Aber, auch diejenigen, die verletzungsbedingt nicht im gestrigen Kader zu finden waren, kamen (einem ersten Überblick zufolge) mit nach Leipzig. Das ist enorm wichtig, nicht nur für die Außenwirkung.

Nun wird der Blick nach vorn gehen, erst einmal auf den nächsten Sonntag. Ob es ein letztes Heimspiel in diesem Jahr geben wird, das wird die Bespielbarkeit des Hauptplatzes zeigen, denn gegen Babelsberg ist eine Ansetzung auf dem Trainingsplatz nicht möglich.

Für viele Wacker-Fans, aber auch für einige Menschen in der kommunalen Politik, geht der Blick weiter nach vorn und ist mit der Sanierung des Stadions verbunden. Na klar, da kommen sofort diejenigen ans virtuelle Mikrofon, die da meinen, der Nordhäuser Fußball braucht eigentlich nichts Modernes, nichts Neues. Wer zum Fußball in Nordhausen geht, der kann gefälligst auch als Gast weiterhin mit Dixi-Klos vorlieb nehmen.

Erst in der zurückliegenden Woche wurde in Jena (nach unendlich vielen Jahren) der Um- und Neubau im Paradies beschlossen. Mehr als 50 Millionen Euro nehmen die Investoren in die Hand, die Kommune beteiligt sich ebenfalls und geht auch nach der Inbetriebnahme in die Pflicht und wird einen jährlichen Zuschuss in Millionen-Höhe leisten. Alles beschlossen, obwohl die sportliche Richtung des FCC eher nach unten zeigt.

Oder blicken wir von Nordhausen einfach zu unseren Nachbarn nach Sondershausen. Hier spielt der BSV in der Thüringenliga, also zwei Spielklassen unter der Regionalliga. Und dennoch: Der Göldner erhält eine Verjüngungskur. Mehr als fünf Millionen Euro sollen hierfür ausgegeben werden und sicher gibt es auch bei unseren Nachbarn ein Für und Wider. Die Aufzählung ließe sich mit dem Blick zu unseren Nachbarn im Eichsfeld fast beliebig fortsetzen.

Im Landkreis Nordhausen stellte Landrat Matthias Jendricke klar, dass die kreiseigene Service-Gesellschaft weiter die Sanierung und /oder Ertüchtigung des AKS vorantreiben wird. Die Stadt hatte ihr Interesse am Fußballsport bekanntlich per Vertrag an den Landkreis abgegeben. Warum in aller Welt soll ein Fußballstadion in der größten Nordthüringer Stadt aussehen, wie das letzte Relikt einer sozialistischen Körperkultur?

Das Geld für den Umbau des AKS in eine moderne Sportstätte ist vorhanden und zweckgebunden. Wenn das Vorhaben jetzt beerdigt werden soll, dann wird sich in Folge dessen kein anderer Sportplatz im Landkreis Nordhausen "verändern". Und warum soll sich eine Stadt wie Nordhausen, die in den kommenden Jahren mehr als 30 Millionen Euro in den Um- und Ausbau eines Theaters lenkt, sich nicht auch ein modernes Stadion leisten? Wobei hier Stadt als Begriff nicht stimmt, denn die Kommunenleitung hatte noch nie seit der Wende ein Übermaß an Interesse für den Fußballsport gezeigt, wenn man mal die Zeit eines Bürgermeisters namens Jendricke ausnimmt.

Einzig, wenn der AKS als Kulisse für diverse Wahlkampfauftritte herhalten musste, da ließen sich die an Fußball Desinteressierten da schon mal blicken. Jetzt sollten sich vielleicht mal alle politisch Verantwortlichen für den Fortbestand des Fußballsportvereins (ich schließe hier ausdrücklich die Spielbetriebs GmbH nicht mit ein) einsetzen, denn immerhin gehen an der Parkallee auch rund 250 Kinder und Jugendliche einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nach und nicht jeder dieser Altersklassen hat Interesse an Kunst, Kultur oder Artistik.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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