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Der Krimi

Samstag, 07. Mai 2005, 18:04 Uhr
Nordhausen (nnz). Es war eine spannende Konstellation: Wacker musste mindestens Unentschieden spielen, Zeulenroda durfte in Neustadt nicht gewinnen. Dann wäre der Aufstieg geschafft. Es waren spannende 90 Minuten im Albert-Kuntz-Sportpark angesagt. Die nnz war für Sie dabei und skizziert einen Krimi mit musikalischer Einlage.

Der Krimi (Foto: nnz) Der Krimi (Foto: nnz)

Eigentlich, und da waren sich die Kenner der Fußballszene einig, hätte Wacker heute klar verlieren müssen. Aber es kam letztlich alles ganz anders. Doch der Reihe nach:

Es dauerte zehn Minuten, da haute ein Spieler der SV Germania Ilmenau das Leder auf das Wacker-Tor, Wacker brauchte noch sieben Minuten mehr für ein erstes Achtungszeichen. Es war Elle, dessen 17-Meter-Schuss für den Ilmenauer Keeper kein Problem darstellte. Was die Ilmenauer schon da auszeichnete, das war eine diszipliniert stehende Abwehr.

Ganz anders die Barriere der Gastgeber. Normalerweise von Jens Ludwig bestens organisiert, gab es in der 41. Minute einen katastrophalen Schnitzer. Einen derart offenen Konter der Gäste hatte man in dieser Saison in Nordhausen lange nicht mehr gesehen. Brillant ausgespielt, brillant abgeschlossen. 0:1, so ging es auch in die Kabine. In Neustadt stand es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls 1:0, alle spielten also für Wacker, nur Wacker nicht und Präsident Hans-Peter Kell standen die Haare langsam aber sicher zu Berge.

In der Pause gab es dann eine Premiere zu feiern: Die Wacker-Hymne, komponiert zum 100. Geburtstag, feierte ihre Welturaufführung.

Selbst nach dieser musikalischen Aufmunterung, dem Pausentee und der entsprechenden Ansprache vom Wacker-Trainer keine Abhilfe – im Gegenteil. Es waren knapp vier Minuten gekickt, da konterten die Ilmenauer wieder – 0:2. Aus der Traum also von der Aufstiegsfeier? Doch wenn man ganz oben in der Tabelle steht, dann knickt man auch so ein Gurkenspiel noch. Ein Schuß auf das Ilmenauer Tor wird von Aschenschwandtner abgefälscht und lässt somit dem guten Keeper aus dem Thüringer Süden keine Chance. 1:2.

Die Wackeren „lecken Blut“, geht hier noch was? Es geht noch was, nämlich das 2:2. Daniel Braun rennt links durch, flankt rein und Aschenschwandtner kickt den Ball ins leere Tor. Und Wacker gibt sich nicht zufrieden, wieder wird ein Schuß abgefälscht, vermutlich von Kulbacki, ist ja auch egal. Der Jubel ist unbeschreiblich, Wacker hat das Ding gedreht. Was die Spieler und viele Zuschauer zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Der Aufstieg ist perfekt, Neustadt hatte haushoch gegen Zeulenroda gewonnen. Dann ist der Albert-Kuntz-Sportpark ein Tollhaus.

Wacker Nordhausen ist aufgestiegen. Jetzt wird gefeiert, dann muß nachgedacht werden. Übers Geld und übers Personal. Mit dem jetzigen Niveau auf beiden Positionen kann man in der Thüringenliga keinen Blumentopf gewinnen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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