nnz-online

„Macht weiter so!“

Montag, 02. Mai 2005, 12:57 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Dezember vergangenen Jahres war der Planungsverband für das Industriegebiet in der Goldenen Aue das zweite Mal gegründet worden. Damals teilte der Verband auch mit, dass noch im ersten Halbjahr 2005 mit der Vermarktung der Flächen begonnen werden könnte. Ein Wunschdenken der Politik? Die nnz ist dieser Frage wieder mal nachgegangen.


„Macht weiter so!“, das war ein Ausspruch von Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz während einer Veranstaltung des Nordhäuser Unternehmerverbandes im BIC Nordthüringen. Reinholz nahm damals Bezug auf den Planungsstand in der Goldenen Aue. Besonders aufmerksam hörte Wolfgang Heim zu. Heim ist nicht nur Bürgermeister der Gemeinde Hamma, sondern seit Mitte Dezember auch Vorsitzender des Planungsverbandes.

Im Gespräch mit der nnz brachte der Bauingenieur zum Ausdruck, dass sich das gesamte Planungsverfahren nun in einem Abwägungsprozess befinde. Er persönlich rechnet im Juni oder im Juli mit einer Beschlussfassung durch den Verband. Zuvor aber muß noch ein Gutachten erstellt werden. Das beinhaltet die Auswirkungen eines Jahrhundert-Hochwassers für den Krummbach. Das Teil muß nach Weimar zum Landesverwaltungsamt geschickt werden, dann kann später der Bebauungsplan nachgereicht werden, ergänzt Heims Stellvertreter Dietrich Beyse.

Der Nordhäuser Kommunalpolitiker geht ebenfalls davon aus, dass noch im ersten Halbjahr die Genehmigung seitens Weimar erteilt wird. Dann wird es an den Kauf der Grundstücke gehen, die sich zum größten Teil in privaten Händen befinden. Weder für Heim noch für Beyse seien die Kaufverhandlungen mit gravierenden Problemen behaftet. Als Käufer wird die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen auftreten, mit der wird jetzt schon hinsichtlich gesprochen, in welcher Form das rund 100 Hektar große Areal vermarktet werden kann.

„Wir sind keine Naturschänder“, meint Wolfgang Heim im nnz-Gespräch. Zweifellos habe man in der Goldenen Aue einen der fruchtbarsten Böden Mitteldeutschlands und eine herrliche Natur vorzuweisen. Doch was nutze das alles, wenn es keine Menschen mehr gebe, die sich daran erfreuen und die dieses Stückchen Erde ihre Heimat nennen können. Heim beobachtet selbst in Hamma, dass immer mehr junge Menschen dorthin gehen, wo sie einen Ausbildungsplatz oder einen Arbeitsplatz bekommen. Für Heim wird eine Ansiedlung im künftigen Industriegebiet auch nicht das Allheilmittel für die Region sein – doch ist ein Anfang und ein Achtungszeichen.

Voller Neid blickt der Mann aus Hamma nach Kölleda, dort, wo sich DaimlerChrysler und Mitsubishi angesiedelt hatten. Das hätte auch in der Goldenen Aue sein können, doch in Kölleda war man schneller – auch in der Planung. Und letztlich besteht die Goldene Aue nicht nur aus diesen 100 Hektar.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de