Markige Sprüche
Sonntag, 01. Mai 2005, 15:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Nach mehreren Anläufen war es nun endlich soweit. Die Thüringer Maifeier, die gab es in diesem Jahr in Nordhausen. Auf dem Theaterplatz erlebten die Nordhäuser und ihre Gäste nicht nur ein Volksfest, sondern auch markige Sprüche. Die gingen in Richtung Berlin oder in Richtung Erfurt. Die nnz hörte aufmerksam zu.
Markige Sprüche (Foto: nnz)
Dem neuen Bürgermeister der Stadt Nordhausen, Matthias Jendricke (SPD), blieb es vorbehalten, die Menschen auf dem Platz und auch die Vertreter der Thüringer Oppositionsparteien (SPD, PDS und Bündnis 90/Grüne) zu begrüßen. Die hatten ihre Frontmänner und –frauen in die neue Mitte delegiert. Gemeinsam mit Thüringens DGB-Chef Frank Spieth wurden markige Sprüche ausgeteilt, wie es lange nicht mehr bei Ansprachen zum ersten Mai üblich war.
Ganz klar, dass Gewerkschaftschef Spieth sich erst einmal den liberalen Herrn Guido Westerwelle vornahm. Der hatte die Gewerkschaften vor einigen Tagen als die eigentliche Plage bezeichnet und – falls seine Partei mit an die Macht käme – eine Entmachtung der Gewerkschaftsfunktionäre angekündigt. Ist dieser Mann denn noch bei Troste, fragte Gewerkschaftsfunktionär Frank Spieth in die Masse und konnte sich der passenden Antwort sicher sein. In seiner 40minütigen Ansprache kritisierte Spieth denn neben Westerwelle sowohl die CDU-Regierung in Erfurt als auch Rot-Grün in Berlin. Kann der Mann auch, schließlich ist er aus der SPD ausgetreten. Da sei Hartz IV absolut in die Hose gegangen, die Krankenversicherungspolitik der Bundesregierung wurde ebenso abgewatscht wie die Tarif- und die Rentenpolitik. Das seien nicht nur saudoofe Konzepte, sondern sie seien einfach nur kriminell.
Astrid Rothe wollte da nicht so mithalten, schließlich haben B90/Grüne einigen Anteil an der Bundespolitik. Die Thüringer Frontfrau freute sich erst einmal, nun wieder in der wunderschönen Stadt Nordhausen zu sein. Rothe erinnerte sich lieber daran, dass es vor einem Jahr die EU-Osterweiterung gab und das dadurch in Thüringen rund 2000 neue Stellen geschaffen wurden. Dafür seien die Gleichstellung und die Bildungspolitik im Freistaat alles andere als gut und Minister Göbel sei das Schlimmste, was dem Kultusministerium bislang passieren konnte.
Bevor der SPD-Vorsitzende Christoph Matschie das erste Wort sagen durfte, gab es die ersten Pfiffe. Kritische Worte von Matschie vor allem - na klar – in Richtung Erfurt. Da lässt es sich leicht sagen: Arbeit muß nach Thüringen, richtig sei das, was Franz Müntefering in seiner Kapitalismuskritik gesagt hatte. Klar, das Arbeitnehmerentsendegesetz müsse kommen und weiter entwickelt werden. Warum verschließt sich dieser Gesetzesinitiative der SPD denn nur CDU-Ministerpräsident Althaus?
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern hatte es PDS-Landesvorsitzender Dieter Hausold leicht. Der konnte sowohl Berliner als auch Erfurter Politik kritisieren. Es waren letztlich aber die bekannten Argumente, zum Beispiel prangerte er die Lügen über die Probleme des Standortes Deutschland an, schließlich sei man doch Exportweltmeister.
Mit dieser Erkenntnis überließen die Profis dann noch den regionalen Akteuren das Mikrofon, unter anderem redete ein Vertreter der Bürgerinitiative Nordhausen macht mobil zu den Menschen auf dem Theaterplatz. Die warteten nach fast zwei Stunden der Worte vielleicht schon auf Musik von zwei Bühnen?
Autor: nnz
Markige Sprüche (Foto: nnz)
Dem neuen Bürgermeister der Stadt Nordhausen, Matthias Jendricke (SPD), blieb es vorbehalten, die Menschen auf dem Platz und auch die Vertreter der Thüringer Oppositionsparteien (SPD, PDS und Bündnis 90/Grüne) zu begrüßen. Die hatten ihre Frontmänner und –frauen in die neue Mitte delegiert. Gemeinsam mit Thüringens DGB-Chef Frank Spieth wurden markige Sprüche ausgeteilt, wie es lange nicht mehr bei Ansprachen zum ersten Mai üblich war.
Ganz klar, dass Gewerkschaftschef Spieth sich erst einmal den liberalen Herrn Guido Westerwelle vornahm. Der hatte die Gewerkschaften vor einigen Tagen als die eigentliche Plage bezeichnet und – falls seine Partei mit an die Macht käme – eine Entmachtung der Gewerkschaftsfunktionäre angekündigt. Ist dieser Mann denn noch bei Troste, fragte Gewerkschaftsfunktionär Frank Spieth in die Masse und konnte sich der passenden Antwort sicher sein. In seiner 40minütigen Ansprache kritisierte Spieth denn neben Westerwelle sowohl die CDU-Regierung in Erfurt als auch Rot-Grün in Berlin. Kann der Mann auch, schließlich ist er aus der SPD ausgetreten. Da sei Hartz IV absolut in die Hose gegangen, die Krankenversicherungspolitik der Bundesregierung wurde ebenso abgewatscht wie die Tarif- und die Rentenpolitik. Das seien nicht nur saudoofe Konzepte, sondern sie seien einfach nur kriminell.
Astrid Rothe wollte da nicht so mithalten, schließlich haben B90/Grüne einigen Anteil an der Bundespolitik. Die Thüringer Frontfrau freute sich erst einmal, nun wieder in der wunderschönen Stadt Nordhausen zu sein. Rothe erinnerte sich lieber daran, dass es vor einem Jahr die EU-Osterweiterung gab und das dadurch in Thüringen rund 2000 neue Stellen geschaffen wurden. Dafür seien die Gleichstellung und die Bildungspolitik im Freistaat alles andere als gut und Minister Göbel sei das Schlimmste, was dem Kultusministerium bislang passieren konnte.
Bevor der SPD-Vorsitzende Christoph Matschie das erste Wort sagen durfte, gab es die ersten Pfiffe. Kritische Worte von Matschie vor allem - na klar – in Richtung Erfurt. Da lässt es sich leicht sagen: Arbeit muß nach Thüringen, richtig sei das, was Franz Müntefering in seiner Kapitalismuskritik gesagt hatte. Klar, das Arbeitnehmerentsendegesetz müsse kommen und weiter entwickelt werden. Warum verschließt sich dieser Gesetzesinitiative der SPD denn nur CDU-Ministerpräsident Althaus?
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern hatte es PDS-Landesvorsitzender Dieter Hausold leicht. Der konnte sowohl Berliner als auch Erfurter Politik kritisieren. Es waren letztlich aber die bekannten Argumente, zum Beispiel prangerte er die Lügen über die Probleme des Standortes Deutschland an, schließlich sei man doch Exportweltmeister.
Mit dieser Erkenntnis überließen die Profis dann noch den regionalen Akteuren das Mikrofon, unter anderem redete ein Vertreter der Bürgerinitiative Nordhausen macht mobil zu den Menschen auf dem Theaterplatz. Die warteten nach fast zwei Stunden der Worte vielleicht schon auf Musik von zwei Bühnen?



