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Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei

Kohl & Weicker als neues Duo

Dienstag, 29. Oktober 2019, 17:39 Uhr
„No klassik“ feiert am 17. November Premiere in der

Weicker und Kohl, das sind in Nordhausen Institutionen. Der eine als Cellist im Loh-Orchester, der andere als Sänger am Theater. Beide sind Künstler zum Anfassen, musikalisch auf dem höchsten Niveau und nicht zuletzt schon Urgesteine. Matthias Weicker kam 1986 in die Rolandstadt, Thomas Kohl acht Jahre später. Nun treten sie erstmals als neues Duo auf.

no klassik (Foto: privat) no klassik (Foto: privat)


Warum jetzt ein Duo? Sehen Sie sich ansonsten so wenig?
Thomas Kohl:
Das kann man nicht sagen (grinst). Wir sind in den Jahren immer wieder mal zu spezielleren Auftritten zusammengekommen. Ich erinnere mich an unsere erste gemeinsame Sache, das war gleich in meiner zweiten Spielzeit, ein Kästner/Stolz-Abend im Theater unterm Dach. Da hatten wir mehrere Szenen zusammen.
Seitdem kommen wir sporadisch zusammen, aber immer anlassbezogen. Irgendwie klappt das immer gut. Offenbar mögen wir denselben Stil.

Matthias Weicker: Es gab ja schon immer die Überlegung, stärker etwas zusammen zu machen. Ich improvisiere gern, auch Thomas sucht gern nach neuen Interpretationen für alte Stücke.

Herr Kohl wohlgemerkt nicht nur mit der Stimme, sondern auch mit der Gitarre. Ist Ihnen das in die Wiege gelegt?

Kohl:
Ich habe ja zuerst Gitarre gespielt, erst daraus ergab sich das Singen. Im Gesangsunterricht fragte mich die Lehrerin in der dritten Stunde, ob ich nicht Gesang studieren wolle. Also tat ich es. Irgendwann fiel die Gitarre leider hinten runter.
Ein Konzert mit Friend ‘n Fellow vor einigen Jahren in der Cyriacikapelle hat mich dann so begeistert, dass ich einfach wieder zur Gitarre greifen musste.
Weicker: Und dann kam ein Sommerkonzert. Wir hatten erstmal zugesagt, brauchten nun aber ein Programm. Ich komme aus einem Leipziger Pfarrhaus, bin also mit der Musik aufgewachsen. Mit sechs Jahren bekam ich ein Cello in die Hand gedrückt. Das fand ich natürlich erstmal doof. Trotzdem schlug ich den geraden Weg über Musikgymnasium und Studium ein. Von Anfang an mochte ich aber Crossover-Sachen, spiele also gern als klassischer Musiker Jazz oder sogar im Schauspiel mit. Das macht einfach Spaß und verschafft einem ein zweites Standbein.

Und dann kam also dieses Sommerfest.
Kohl:
Genau. Es war für ältere Leute, deshalb sollte die Musik auch die ihrer Jugendzeit sein. Was uns wiederum entgegenkam, weil wir die alten Melodien einfach mögen. Ich liebe an den früheren Schlagern das Jazzige und den Charme der Texte. Wir stellten auch schnell fest, dass diese Songs altersübergreifend beliebt sind. Bis heute. Zumal wir sie ja aufbereiten, manchmal auch recht klassisch interpretieren.
Weicker: Uns hat wirklich überrascht, wie aufmerksam die Leute zuhören, wenn diese Lieder erklingen.
Kohl: Ja, weil die Geschichten tiefsinnig sind.
Weicker: Naja, wir suchen die Stücke auch ein bisschen danach aus, zum Beispiel dieses schöne Stück „Die Kirschen aus Nachbars Garten“. Thomas singt, ich kommentiere das dann musikalisch. Ich singe zwar auch gern, aber nicht auf der Bühne (lacht).

Was gibt es, wenn Sie am 17. November erstmals als „No klassik“ auftreten, noch zu hören?
Kohl:
Etliche der erwähnten Schlager und einige Musical-Melodien, aber wie gesagt alte Sachen. Ich habe mehr Affinität zu den alten Musicals, denn auch die sind musikalisch stärker an den Jazz angelehnt. Zum Beispiel „My funny valentine“. Wir versuchen, den Stücken eine eigene Farbe zu geben. Manches davon habe ich übrigens auch schon auf der Theaterbühne gesungen.

Sind Sie künftig öfter zu sehen in dieser Formation?
Weicker:
Das ist unser Plan.

Aber auf keinen Fall mit Klassik, wie wir Ihrem Namen entnehmen.

Kohl:
Genau. Wir haben hin und her überlegt, und dann ist uns No klassik eingefallen. Denn eigentlich erwartet ja jeder etwas Klassisches von uns, mit dem Cello. Das aber ist es genau nicht.

Da gibt es noch einen kleinen Zusatz: Das Duo ohne Stil. Warum?

Kohl:
Ach, zum einen, weil es witzig klingt. Und zum anderen wollen wir uns nicht so in Schubladen pressen lassen. Vielleicht bringen wir ja doch mal was Klassisches (grinst). Für uns ist das vor allem ein Projekt, mit dem wir zusammen mit dem Publikum Spaß haben wollen.

Wir werden uns davon überzeugen. Was machen Sie sonst so im November?
Kohl:
Ui, eine Menge. Cabaret, Madama Butterfly…
Weicker: …Cinderella und natürlich unser Sinfoniekonzert.


Karten für die Premiere am 17. November in der Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei gibt es vor Ort, Tel.: 03631/636462
Autor: red

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