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Kyffhäuser Kreis und Landkreis Nordhausen:

Krankenstand ist gestiegen

Freitag, 25. Oktober 2019, 20:01 Uhr
Ein besonderes Augenmerk in den Untersuchungen wurde in diesem Jahr auf die Auswirkungen von Suchtproblematiken auf Arbeitsunfähigkeiten gelegt. Fehltage liegen insgesamt über dem Landesschnitt – Sonderanalyse zeigt: Erwerbstätige mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspiele. Dazu diese der DAK...

Der Krankenstand im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis ist 2018 angestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,4 Prozentpunkte zu. Mit 5,8 Prozent gab es in der Region einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (5,3 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 58 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Thüringen wurde mit 6,1 Prozent in Eisenach und dem Wartburgkreis verzeichnet, der niedrigste mit 4,7 Prozent in Jena.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Nordhausen und den Kyffhäuserkreis zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände stiegen um 19 Prozent und damit am stärksten von allen Diagnosen in der Region an. Bei Atemwegserkrankungen gab es drei Prozent mehr Ausfallzeiten. Bronchitis, Erkältungen und Mandelentzündungen haben mittlerweile einen Anteil am gesamten Krankenstand von fast 18 Prozent. Rund jeder fünfte Ausfalltag hatte eine Muskel-Skelett-Erkrankung als Ursache. Rückenschmerzen und Co. rangierten damit erneut auf Platz eins. Die Fehltage gingen leicht zurück, blieben aber über dem Landesschnitt.

„Mit unseren Analysen zum Krankenstand im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis setzen wir gezielt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe,“ sagt Jörn Sola, Chef der DAK-Gesundheit in Jörn.

Alkohol: Hauptgrund für suchtbedingte Krankmeldungen in Thüringen

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Sucht 4.0– Trinken, Dampfen, Gamen in der Arbeitswelt“, wie viele Erwerbstätige im Freistaat mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspiele zu kämpfen haben. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Thüringen aus – flankiert von Analysen der ambulanten und stationären Versorgung. Eine repräsentative Befragung von 5.000 Beschäftigten sowie eine Expertenbefragung geben Aufschluss über die Verbreitung und den Umgang mit den verschiedenen Suchtmitteln und Verhaltensweisen.

Das Fazit: Der Großteil der Krankmeldungen bei Suchtproblemen ist in Thüringen auf Alkohol zurückzuführen (70 Prozent). 85 Prozent der Erwerbstätigen hierzulande trinken Alkohol. Laut Studie der DAK-Gesundheit haben 14,2 Prozent der thüringischen Arbeitnehmer einen riskanten Alkoholkonsum. Mit ihrem Trinkverhalten setzen sich rund 134.000 Erwerbstätige Risiken aus, krank oder abhängig zu werden. „Die Zahl der Betroffenen macht uns Sorgen.

Der riskante Umgang mit Alkohol bleibt ein zentrales Problem in unserer Gesellschaft, das auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt hat“, sagt Sola. „Sucht ist eine Krankheit, die jeden treffen kann. Wir wollen eine breite und offene Debatte anstoßen. Wir müssen hinsehen, hinhören und handeln, um Betroffene nicht allein zu lassen. Ist es Genuss, Gewohnheit oder bereits Sucht?“ Beim Thema Alkoholprävention fehlen auch in Thüringen flächendeckende und wirksame Angebote. Die DAK-Gesundheit schließt diese Versorgungslücke ab sofort mit einem neuen Online-Selbsthilfeprogramm bei Alkoholproblemen.

Hoher Alkoholkonsum – abgelenkt bei der Arbeit

Der hohe Alkoholkonsum wirkt sich auch auf den Arbeitsalltag aus. So gab bundesweit jeder zehnte Arbeitnehmer mit riskantem Trinkverhalten an, in den letzten drei Monaten wegen Alkohol abgelenkt oder unkonzentriert bei der Arbeit gewesen zu sein; bei Arbeitnehmern mit einer möglichen Abhängigkeit sogar fast jeder Zweite (47 Prozent). Je höher der Alkoholkonsum, desto häufiger kommen betroffene Mitarbeiter deshalb auch zu spät zur Arbeit oder machen früher Feierabend. Mehr als jeder vierte Mitarbeiter mit einer möglichen Abhängigkeit gab das bei der DAK-Analyse an (27,2 Prozent).

Gaming: Mehr als jeder zweite Beschäftigte in Thüringen spielt

Erstmals untersucht der Report auch das Thema Gaming und seine Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Demnach spielen 60 Prozent der Arbeitnehmer in Thüringen Computerspiele. 3,7 Prozent gelten als riskante Gamer. Das heißt: 35.000 zeigen ein auffälliges Nutzungsverhalten. Bundesweit spielt jeder vierte riskante Gamer während seiner Arbeitszeit Computerspiele. Bei den Computerspielsüchtigen ist es sogar fast jeder Zweite (47 Prozent). Jeder elfte Mitarbeiter mit riskantem Spielverhalten kam wegen des Spielens zu spät zur Arbeit oder machte deshalb früher Feierabend. Von den Erwerbstätigen mit einer Computerspielsucht war jeder Dritte (34,1 Prozent) abgelenkt oder unkonzentriert.

Rauchen ist verbreitetste Sucht

Das Rauchen von Zigaretten ist laut DAK-Report in Thüringen die verbreitetste Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. 22,4 Prozent der Erwerbstätigen sind zigarettenabhängig. Unter den jungen Erwerbstätigen zwischen 18 und 29 Jahren gibt es mit 16,3 Prozent den geringsten Anteil.
Bei den 60- bis 65-jährigen Berufstätigen raucht fast jeder Vierte (23,7 Prozent). Etwa jeder zweite Raucher raucht auch während seiner Arbeitszeit, also außerhalb der Arbeitspausen.

Dampfen – nicht ohne Nikotin

Derzeit dampfen rund 2,5 Prozent der Erwerbstätigen in Thüringen E-Zigarette. Raucher von E-Zigaretten greifen oft parallel zur herkömmlichen Zigarette, belegt der DAK-Report. Dampfer finden sich deshalb fast ausschließlich unter Rauchern und Ex-Rauchern.

Den kompletten Bericht mit vielen Statistiken und anschaulichen Grafiken finden Sie hier:
Krankenstand im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis gestiegen

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat 54.000 Versicherte in Thüringen, davon rund 10.000 in den beiden Nordthüringer Landkreisen.
Autor: khh

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