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Nach Störung der AfD-Veranstaltung

Theater muss parteipolitische Neutralität wahren

Montag, 21. Oktober 2019, 11:20 Uhr
Die Störung ihrer Veranstaltung aus dem Theater heraus bezeichnet die AfD als skandalös. Sie will bis zur Klärung der Vorfälle nicht an den Aufsichtsratssitzungen des Theaters teilnehmen…


„Die massive Störung der AfD-Veranstaltung am Sonnabend durch Mitarbeiter der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH und aus dem Theatergebäude heraus ist empörend und zugleich verstörend. Bis zur Aufklärung, wie es zu Störungen kam und wer dafür verantwortlich war, werden die AfD-Vertreter im Aufsichtsrat der GmbH nicht mehr an dessen Sitzungen teilnehmen“. Das sagte Jörg Prophet, Fraktionsvorsitzender in Stadtrat und Kreistag.

„Es ist schlimm, dass erst durch das Einschreiten der Polizei gegen die Störer aus dem Theater die Veranstaltung fortgesetzt werden konnte. 12 Polizisten mussten sich gegen Widerstand Zutritt verschaffen. Es zeigten sich Szenen wie bei einer Hausbesetzung der verrammelten ‚Roten Flora‘ in Hamburg. Das Theater scheint vollkommen autonom, scheinbar ohne jede Führung zu sein.“

"Es steht jedem Menschen eine andere Meinung zu. Auch Kunst darf politisch sein, jeder Künstler darf sich politisch positionieren." Aber dies zu Lasten der Demonstrationsfreiheit unter Krawall kundzutun, verstößt gegen die Regeln des Zusammenlebens und der Gesetze.

„Dazu kommt, dass sich die Theater GmbH zu 100 Prozent in öffentlicher Hand befindet. Dies bedeutet, dass sich die Mitarbeiter während des Dienstbetriebs politisch neutral zu verhalten haben und die Infrastrukturen der GmbH nicht dafür zu nutzen haben, Grundfreiheiten- und rechte anderer einzuschränken. Dies ist aber am Sonnabend geschehen. Die Gesellschafter der GmbH und die Geschäftsführung haben die Vorfälle aufzuklären und angemessen zu ahnden“, so Prophet. „Von den Nordhäuser Gesellschaftervertretern OB Buchmann und Landrat Jendricke fordern wir eine Stellungnahme!“

Die Störungen aus dem Theater heraus seien auch enttäuschend gewesen. „Wir als AfD – und zuletzt unser Landtagskandidat Andreas Leupold – haben ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Theaters abgelegt. Viele unserer Mitglieder sind Besucher des Theaters, alle Steuerzahler, und Landkreises und Stadt finanzieren die zig Millionen Unterhalt pro Jahr.

Unsere Fraktionen in den Kommunalparlamenten haben für die Millionensanierung des Theatergebäudes aus Steuermitteln ihre Stimme gegeben. Dass wir damit eine politische Einrichtung unterstützen, die sich gegen gesetzlich verbriefte Freiheiten und Rechte stemmt, war uns nicht bewusst.“, sagte Prophet abschließend.
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