AfD-Wahlkampf-Höhepunkt in Nordhausen
"Debattenkultur statt Trillerpfeifen und Gebrüll"
Samstag, 19. Oktober 2019, 17:02 Uhr
Nach der Linke gab sich heute mit der AfD eine weitere Partei auf dem Nordhäuser Theaterplatz ein Stelldichein. Mit dabei auch Menschen, die das nicht so toll fanden. Blöd nur, dass die Polizei einschreiten musste. Mehrfach...
Blick auf den Theaterplatz (Foto: nnz)
Natürlich hat sich die AfD auch längst gewisser Rituale im Wahlkampf verschrieben. So zum Beispiel bei der Erstellung der Rednerliste heute Nachmittag.
René Strube, Landtagsabgeordnete Wiebke Muhsal, Bundestagsabgeordneter Jürgen Pohl, dann Andreas Leupold und schließlich Landeschef Björn Höcke.
Über die Inhalte der Reden von René Strube und Andreas Leupold hatte die nnz bereits an anderer Stellen ausführlich berichtet. Vor allem Leupold mahnte noch einmal recht deutlich an, dass die AfD keine Heimstatt für Rechtsradikale und Nazis sei, sondern dass sie hier freie Bürger einbringen würden, auch wenn das die "Brüllaffen" gegenüber anders sehen würden.
Mit "Brüllaffen" gegenüber meinte Leupold die Demonstranten eines linken Bündnisses, die sich wahrlich nur durch Lautstärke statt durch Inhalte artikulieren konnte. Bis hierhin hatte die Polizei leichtes Spiel, musste jedoch einschreiten, als aus dem harten Kern schwarze Rauchschwaden aufzogen.
Rauchschwaden als Gegendemo (Foto: nnz)
Das zweiten Eingreifen der Ordnungshüter wurde notwendig, als Mitarbeiter des Theaters per ohrenbetäubender Musik die Rede von Björn Höcke störten. Das kam nicht nur bei den Anhängern und Sympathisanten der AfD schlecht an, sondern auch jenen Nordhäusern, die aus Interesse des Samstagnachmittag auf dem Theaterplatz verbrachten. "Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Theater eine zu nahezu 100 Prozent geförderte Einrichtung ist, sollte die Leitung des Hauses eine genehmigte Veranstaltung nicht stören lassen", so ein Nordhäuser. Darüber hinaus mussten die Personalien eines Theater-Mitarbeiters aufgenommen werden, der ein Plakat mit einem Zitatequiz hochhielt.
Protest und Gegenprotest (Foto: nnz)
Nach dieser Unterbrechung setzte Höcke seine Rede fort, die immer wieder vom Beifall der rund 300 Zuhörer unterbrochen wurde. Er zeichnete das Bild von einem Land, in "dem politische Extremisten Narrenfreiheit genießen" und das endlich mal diesen "Knallkörpern" die Rote Karte zeigen müsse. Wie die AfD das regeln würde? Ganz einfach: "Wenn wir regieren, dann wird dieses linksextreme Feuchtbiotop trockengelegt und die Herrschaft der politischen Korrektheit wird beendet. Punkt." Die Gäste hörten es wohl gern, denn auch sie wünschen sich "ein Zurück vom Gesinnungsstaat zur Demokratie", wie es der Landesvorsitzende der AfD ausdrückte.
Weitere Themen, die Höcke anriss, waren die Bildungspolitik (hier war der Beifall ein wenig schwächer, das konnte Andreas Leupold stärker rüberbringen), der Zustand des Verfassungsschutzes und der "Kampf gegen die eigene Industrie". Alles endete in Teilen einer Vision mit dem Titel "Wenn wir regieren". Dann zum Beispiel "werden wir die Abschiebeflüge von Erfurt aus organisieren", denn das Land brauche keine Willkommenskultur, sondern eine Verabschiebekultur im Hinblick auf die Folge der immer noch unkontrollierten Einwanderung in sämtliche Systeme der Gesellschaft.
Höcke bei seiner Rede (Foto: nnz)
Gegen 16.30 Uhr, Björn Höcke kam nach rund 45 Minuten zum Schluss, gab es eine lang anhaltenden Schlussapplaus von den Besuchern auf dem Theaterplatz, die meisten der rund 150 Gegendemonstranten hatte er da schon plattgeredet. Auch verfügten die nicht mal ansatzweise über die Audio-Möglichkeiten, um die AfD-Veranstaltung auch nur ansatzweise zu stören.
Der mutmaßlich Brandanschlag von Artern, so er denn tatsächlich politisch motiviert war, schadete der Alternative für Deutschland höchst wenig. Im Gegenteil, viele interessierte Nordhäuser, mit denen nnz sprach, äußerten sich eher gegenteilig.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Blick auf den Theaterplatz (Foto: nnz)
Natürlich hat sich die AfD auch längst gewisser Rituale im Wahlkampf verschrieben. So zum Beispiel bei der Erstellung der Rednerliste heute Nachmittag.
René Strube, Landtagsabgeordnete Wiebke Muhsal, Bundestagsabgeordneter Jürgen Pohl, dann Andreas Leupold und schließlich Landeschef Björn Höcke.
Über die Inhalte der Reden von René Strube und Andreas Leupold hatte die nnz bereits an anderer Stellen ausführlich berichtet. Vor allem Leupold mahnte noch einmal recht deutlich an, dass die AfD keine Heimstatt für Rechtsradikale und Nazis sei, sondern dass sie hier freie Bürger einbringen würden, auch wenn das die "Brüllaffen" gegenüber anders sehen würden.
Mit "Brüllaffen" gegenüber meinte Leupold die Demonstranten eines linken Bündnisses, die sich wahrlich nur durch Lautstärke statt durch Inhalte artikulieren konnte. Bis hierhin hatte die Polizei leichtes Spiel, musste jedoch einschreiten, als aus dem harten Kern schwarze Rauchschwaden aufzogen.
Rauchschwaden als Gegendemo (Foto: nnz)
Das zweiten Eingreifen der Ordnungshüter wurde notwendig, als Mitarbeiter des Theaters per ohrenbetäubender Musik die Rede von Björn Höcke störten. Das kam nicht nur bei den Anhängern und Sympathisanten der AfD schlecht an, sondern auch jenen Nordhäusern, die aus Interesse des Samstagnachmittag auf dem Theaterplatz verbrachten. "Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Theater eine zu nahezu 100 Prozent geförderte Einrichtung ist, sollte die Leitung des Hauses eine genehmigte Veranstaltung nicht stören lassen", so ein Nordhäuser. Darüber hinaus mussten die Personalien eines Theater-Mitarbeiters aufgenommen werden, der ein Plakat mit einem Zitatequiz hochhielt.
Protest und Gegenprotest (Foto: nnz)
Nach dieser Unterbrechung setzte Höcke seine Rede fort, die immer wieder vom Beifall der rund 300 Zuhörer unterbrochen wurde. Er zeichnete das Bild von einem Land, in "dem politische Extremisten Narrenfreiheit genießen" und das endlich mal diesen "Knallkörpern" die Rote Karte zeigen müsse. Wie die AfD das regeln würde? Ganz einfach: "Wenn wir regieren, dann wird dieses linksextreme Feuchtbiotop trockengelegt und die Herrschaft der politischen Korrektheit wird beendet. Punkt." Die Gäste hörten es wohl gern, denn auch sie wünschen sich "ein Zurück vom Gesinnungsstaat zur Demokratie", wie es der Landesvorsitzende der AfD ausdrückte.
Weitere Themen, die Höcke anriss, waren die Bildungspolitik (hier war der Beifall ein wenig schwächer, das konnte Andreas Leupold stärker rüberbringen), der Zustand des Verfassungsschutzes und der "Kampf gegen die eigene Industrie". Alles endete in Teilen einer Vision mit dem Titel "Wenn wir regieren". Dann zum Beispiel "werden wir die Abschiebeflüge von Erfurt aus organisieren", denn das Land brauche keine Willkommenskultur, sondern eine Verabschiebekultur im Hinblick auf die Folge der immer noch unkontrollierten Einwanderung in sämtliche Systeme der Gesellschaft.
Höcke bei seiner Rede (Foto: nnz)
Gegen 16.30 Uhr, Björn Höcke kam nach rund 45 Minuten zum Schluss, gab es eine lang anhaltenden Schlussapplaus von den Besuchern auf dem Theaterplatz, die meisten der rund 150 Gegendemonstranten hatte er da schon plattgeredet. Auch verfügten die nicht mal ansatzweise über die Audio-Möglichkeiten, um die AfD-Veranstaltung auch nur ansatzweise zu stören.
Der mutmaßlich Brandanschlag von Artern, so er denn tatsächlich politisch motiviert war, schadete der Alternative für Deutschland höchst wenig. Im Gegenteil, viele interessierte Nordhäuser, mit denen nnz sprach, äußerten sich eher gegenteilig.
Peter-Stefan Greiner




