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„Runde“ Bilanz

Dienstag, 26. April 2005, 08:55 Uhr
Nordhausen (nnz). Gleich nach der Wende machte der Begriff des „runden Tisches“ die Runde in den neuen Bundesländern. Auch in Nordhausen gab es ihn. Wer aber denkt, das mit dem runden Tisch sei Geschichte, der irrt. In diesen Tagen wurde Geburtstag gefeiert.


In nur zehn Jahren ist er zu einer Institution geworden, die aus der mittelständischen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken ist: der Runde Tisch der Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW genannt. Stets arbeitet er im Stillen, von der Öffentlichkeit unbemerkt, doch seine Erfolgsbilanz ist einzigartig. Im vergangenen Jahr wurde der Runde Tisch der KfW von 2.181 mittelständischen Firmen und Freiberuflern in Anspruch genommen, wovon 1.218 Problemfälle an den 29 Runden Tischen in den neuen Ländern und 963 Fälle an 69 Runden Tischen in den alten Bundesländern verhandelt wurden.

Im Bereich des Regionalen Service-Centers Nordhausen der IHK Erfurt wurden 2004 insgesamt 14 Unternehmen am Runden Tisch betreut. Jeweils vier Beratungen gab es in den Bereichen der Industrie, bei Gaststätten und Hotels sowie aus dem Dienstleistungs- und Verkehrssektor. Zwei Unternehmen kamen aus den Handel. Rund 120 Arbeitsplätze stehen hinter den Betrieben. Bei einem der anfragenden Unternehmen war die Insolvenz unvermeidbar.

„Nach unseren Erfahrungen kann für mehr als 60 Prozent der Unternehmen am Runden Tisch ein Ausweg aus einer akuten Krisensituation gefunden werden“, berichtet Udo Rockmann der nnz. Seit Anfang 2004 fördern die KfW Mittelstandsbank und der Europäische Sozialfonds mit Zuschüssen eine sich dem Runden Tisch anschließende Turnaround-Beratung. Sie hilft dem Unternehmer – unterstützt von einem fachlich erfahrenen Berater – die am Runden Tisch verabredeten Maßnahmen zeitnah und effizient in die Praxis umzusetzen.
Autor: nnz

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