Von Akkus und Kompetenzzentren
Donnerstag, 27. September 2001, 12:07 Uhr
Nordhausen (nnz). Wir sind Unternehmer und keine Unterlasser! Diesen markigen Satz rief gestern einer der Geschäftsführer der GAIA-Akkumulatorenwerke GmbH aus. Unternehmer aus Nordthüringen kamen in das Unternehmen. Sie hörten zu, staunten und wunderten sich. nnz war dabei.
Aufmerksam hörten die Gäste den Ausführungen von GAJA-Geschäftsführers Dr. Kruger zu. Da wurde nicht nur die Geschichte des Unternehmens zelebriert, sondern vor allem der Wunderakku vorgestellt. Polymer wird er sein, klein und leicht. Ganze 19 Gramm leicht sei die Zelle und soll eine Spannung von 3,6 Volt anliegen haben. Im kommenden Jahr soll die Serienproduktion auf dem ehemaligen IFA-Gelände starten. Seit 1996 wird bei GAJA geforscht, probiert, getestet, Holländer liefern das Risikokapital. Im vergangenen Jahr hatten sich die Geldgeber vom Firmengründer Winterberg getrennt. Der allerdings hat längst eine neue Firma gegründet und verspricht der Welt einen noch besseren, noch leichteren und effektiveren Akku.
Der GAIA-Akku soll künftig die automobile Elektrik revolutionieren. 42 Volt Bordspannung ist für 2004/2005 angesagt. In sechs Monaten wollen die Nordhäuser erste Muster eines solchen Akkus dem blauweißen Autohersteller in München liefern. Weltweit könnten die GAJA-Produkte in Handys oder Laptops ihre Verwendung finden. Deshalb wird momentan der Forschung im Unternehmen ein großer Stellenwert beigemessen. Partner haben die Nordhäuser in Forschungseinrichtungen im In- und Ausland gefunden. Es sieht also gut aus in Nordhausen, der Markt schläft aber nicht und Konzernriese Sony bastelt ja schließlich auch wie verrückt an einer neuen Akku-Generation.
Um der Innovation in Nordthüringen einen ministerialen Schub zu verleihen, hatte sich ein Vertreter der Thüringer Staatskanzlei auf den Weg nach Nordhausen gemacht. Nordthüringen war so schien es - für ihn ein Buch mit sieben Siegeln, denn bereits mit der Anfahrt des Dr. Dr. Dietmar Görgmaier klappte es nicht so recht. Mit Verspätung angekommen, gab es für die Anwesenden dann aber tüchtig was auf die Ohren. Fast flehte der Mann aus Erfurt, dass man denn nun die bereitstehenden Fördermittel für Forschung und Entwicklung abfassen müsse. In Thüringen würden mehr als fünf Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Und Eile sei angesagt, denn vielleicht würde Thüringen schon im Jahr 2006 aus dem Raster 1 der EU-Förderung herausfallen.
Beispiele für Thüringer Innovationen nannte Dr. Dr. Görgmaier natürlich auch: Eisenach, Jena, Erfurt, Jena, Erfurt, Jena, Erfurt.... . In Nordthüringen gebe es natürlich auch Innovation in Heiligenstadt zum Beispiel. Spätestens an dieser Stelle verging den Unternehmern das zarte Lächeln, Stirnrunzeln war angesagt. Und eigentlich wollte Landrat Joachim Claus keine Statement abgeben. Er tat es dennoch: Nordthüringen ist nicht nur Heiligenstadt, auch im Landkreis Nordhausen gibt es innovative Unternehmen, die der Förderung bedürfen. Nur müssten die Formalitäten in den Ministerien vereinfacht werden, so die Kritik des Landrates. Auch eine Unternehmerin aus Sondershausen schlug in diese Kerbe. Sie habe lange Zeit um Unterstützung bei der Suche nach einem Investor im Wirtschaftsministerium gebeten, getan habe sich nichts. Die innovativen Keimzellen im Norden Thüringens müssen besser unterstützt werden, forderte Dorothea Reich.
Bleibt anzumerken, dass dem Vertreter der Staatskanzlei viele Forderungen und Wünsche mit auf den beschwerlichen Weg nach Erfurt gegeben wurden. Gegenüber der nnz kündigte Volker Beiersdorf vom Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft an, dass es bald einen Termin in Nordhausen geben werde, bei dem über die Gründung eines Kompetenzzentrums beraten werden soll, mit dabei sollen die Fachhochschule, der Landrat, das Arbeitsamt und die Staatskanzlei sein. Vielleicht auch Dr. Dr. Görgmaier, denn nun kennt er den Weg in den hohen Norden Thüringens.
Die weiteren Ausflüge des Herrn Görgmaier zur Finanzierung der islamischen Terroristen durch einen arabischen Staat oder die Kritik am Wirtschaftsministerium bei der versuchten Ansiedlung von BMW in Thüringen seien nur am Rande erwähnt. Sie riefen bei einigen Zuhörern nicht mehr als ein Lächeln hervor.
Autor: nnz
Aufmerksam hörten die Gäste den Ausführungen von GAJA-Geschäftsführers Dr. Kruger zu. Da wurde nicht nur die Geschichte des Unternehmens zelebriert, sondern vor allem der Wunderakku vorgestellt. Polymer wird er sein, klein und leicht. Ganze 19 Gramm leicht sei die Zelle und soll eine Spannung von 3,6 Volt anliegen haben. Im kommenden Jahr soll die Serienproduktion auf dem ehemaligen IFA-Gelände starten. Seit 1996 wird bei GAJA geforscht, probiert, getestet, Holländer liefern das Risikokapital. Im vergangenen Jahr hatten sich die Geldgeber vom Firmengründer Winterberg getrennt. Der allerdings hat längst eine neue Firma gegründet und verspricht der Welt einen noch besseren, noch leichteren und effektiveren Akku.Der GAIA-Akku soll künftig die automobile Elektrik revolutionieren. 42 Volt Bordspannung ist für 2004/2005 angesagt. In sechs Monaten wollen die Nordhäuser erste Muster eines solchen Akkus dem blauweißen Autohersteller in München liefern. Weltweit könnten die GAJA-Produkte in Handys oder Laptops ihre Verwendung finden. Deshalb wird momentan der Forschung im Unternehmen ein großer Stellenwert beigemessen. Partner haben die Nordhäuser in Forschungseinrichtungen im In- und Ausland gefunden. Es sieht also gut aus in Nordhausen, der Markt schläft aber nicht und Konzernriese Sony bastelt ja schließlich auch wie verrückt an einer neuen Akku-Generation.
Um der Innovation in Nordthüringen einen ministerialen Schub zu verleihen, hatte sich ein Vertreter der Thüringer Staatskanzlei auf den Weg nach Nordhausen gemacht. Nordthüringen war so schien es - für ihn ein Buch mit sieben Siegeln, denn bereits mit der Anfahrt des Dr. Dr. Dietmar Görgmaier klappte es nicht so recht. Mit Verspätung angekommen, gab es für die Anwesenden dann aber tüchtig was auf die Ohren. Fast flehte der Mann aus Erfurt, dass man denn nun die bereitstehenden Fördermittel für Forschung und Entwicklung abfassen müsse. In Thüringen würden mehr als fünf Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Und Eile sei angesagt, denn vielleicht würde Thüringen schon im Jahr 2006 aus dem Raster 1 der EU-Förderung herausfallen.
Beispiele für Thüringer Innovationen nannte Dr. Dr. Görgmaier natürlich auch: Eisenach, Jena, Erfurt, Jena, Erfurt, Jena, Erfurt.... . In Nordthüringen gebe es natürlich auch Innovation in Heiligenstadt zum Beispiel. Spätestens an dieser Stelle verging den Unternehmern das zarte Lächeln, Stirnrunzeln war angesagt. Und eigentlich wollte Landrat Joachim Claus keine Statement abgeben. Er tat es dennoch: Nordthüringen ist nicht nur Heiligenstadt, auch im Landkreis Nordhausen gibt es innovative Unternehmen, die der Förderung bedürfen. Nur müssten die Formalitäten in den Ministerien vereinfacht werden, so die Kritik des Landrates. Auch eine Unternehmerin aus Sondershausen schlug in diese Kerbe. Sie habe lange Zeit um Unterstützung bei der Suche nach einem Investor im Wirtschaftsministerium gebeten, getan habe sich nichts. Die innovativen Keimzellen im Norden Thüringens müssen besser unterstützt werden, forderte Dorothea Reich.
Bleibt anzumerken, dass dem Vertreter der Staatskanzlei viele Forderungen und Wünsche mit auf den beschwerlichen Weg nach Erfurt gegeben wurden. Gegenüber der nnz kündigte Volker Beiersdorf vom Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft an, dass es bald einen Termin in Nordhausen geben werde, bei dem über die Gründung eines Kompetenzzentrums beraten werden soll, mit dabei sollen die Fachhochschule, der Landrat, das Arbeitsamt und die Staatskanzlei sein. Vielleicht auch Dr. Dr. Görgmaier, denn nun kennt er den Weg in den hohen Norden Thüringens.
Die weiteren Ausflüge des Herrn Görgmaier zur Finanzierung der islamischen Terroristen durch einen arabischen Staat oder die Kritik am Wirtschaftsministerium bei der versuchten Ansiedlung von BMW in Thüringen seien nur am Rande erwähnt. Sie riefen bei einigen Zuhörern nicht mehr als ein Lächeln hervor.
