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Nach dem Feuer im Sommer:

Ellrich dankt seinen Rettern

Sonnabend, 28. September 2019, 18:14 Uhr
Der 26. Juli wird den Menschen in Ellrich im Gedächtnis bleiben. Es war der Tag, als die Stadt in diesem Sommer einer Feuerkatastrophe entging. Nur wenige Meter vor der Stadtgrenze konnten rund 150 Feuerwehrleute die Flammen eines riesigen Feldbrandes stoppen. Am Samstagnachmittag sagten die Ellricher ihren Rettern mit einem Fest auf dem Markt danke...


Bürgermeister Henry Pasenow begrüßte die Ellricher und die Wehrmänner und -frauen.  (Foto: Susanne Schedwill)

Es sollte einer der heißesten Tage dieses Sommers werden, der böige Ostwind machte die Hitze einigermaßen erträglich. Doch als gegen 15.30 Uhr auf einem Stoppelfeld bei Werna ein Feuer ausbrach, wurde der Wind an diesem Tag beinahe schicksalhaft für Thüringens nördlichste Stadt. „Normalerweise haben wir Westwind, aber an diesem Tag war das nicht der Fall“, erinnert sich Maximilian Schulze. Der 29-jährige Wehrführer der Ellricher Stadtfeuerwehr leitete den Einsatz, der im Landkreis Nordhausen zum größten und dramatischsten nach dem Güterzugunglück in Bleicherode werden sollte.

Rasend breitete sich das Feuer in Richtung Osten, in Richtung Ellrich aus. Angepeitscht vom Wind. Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Fast alle Feuerwehren des Landkreises waren im Einsatz. Weitere Wehren aus Benneckenstein in Sachsen-Anhalt sowie Hohegeiß und Walkenried aus Niedersachsen kamen zur Hilfe.

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Flammen auf eine Fläche von rund 150 Hektar fraßen, überraschte die Wehrleute. „Nur mit dem Eingreifen aller haben wir es geschafft, den Flächenbrand einzudämmen, sonst wäre Ellrich ein weiteres Mal in seiner Geschichte abgebrannt“, sagte Stadtbrandmeister Tobias Hellmich und dankte seinen Kameraden.

An diesem heißen Tag in den Sommerferien ging es tatsächlich nur noch um Minuten. „Erst 17.19 Uhr hatten wir das Feuer unter Kontrolle und das zehn Meter vor den ersten Häusern der Riesenbergsiedlung“, erinnerte sich Hellmich. Gelöscht waren die letzten Flammen aber erst zwei Tage später.

Einige Ellricher versorgten die Wehrleute am Brandabend mit Essen und Trinken, so wie Lydia Neumann. Als die 25-Jährige die von der Hitze erschöpften und abgekämpften Wehrmänner und -frauen sah, empfand sie „große Dankbarkeit“. Sie war es auch, die die Initiative ergriff und zu Ellrichs Bürgermeister Henry Pasenow (CDU) ging. Die Idee einer Dankeschön-Veranstaltung war geboren, knapp 4300 Euro Spenden sammelten die Ellricher für die Feier.

„Danke, dass ihr da seid“, sagte auch Ellrichs Bürgermeister Henry Pasenow (CDU) gleich mehrmals in Richtung der etwa 150 Wehrfrauen und -männer, die nach Ellrich gekommen waren. Der Stadtchef zeigte sich froh, dass so viele Männer und Frauen in der Einheitsgemeinde und im Landkreis einen Teil ihrer Freizeit für die Feuerwehr opferten.

„Wenn nachts die Sirene geht, kann ich mich beruhigt umdrehen und weiterschlafen, weil ich weiß, dass Sie raus fahren“, sagte Ellrichs Pfarrer Jochen Lenz zu den Wehrleuten.

Bürgermeister Pasenow dankte Landrat Matthias Jendricke (SPD), der sich in den vergangenen Jahren stark für die Feuerwehren eingesetzt habe. Das neue Drehleiterfahrzeug und das neue Tanklöschfahrzeug, das der Landkreis für die Stadt angeschafft hat, konnten sich die Gäste ansehen. Von Pfarrer Lenz erhielt die neue Drehleiter auch den göttlichen Segen.

Jendricke kündigte einen weiteren Mannschaftstransportwagen für die Ellricher an. Insgesamt habe der Landkreis in diesem Jahr 13 neue Feuerwehrfahrzeuge angeschafft, so der Kreischef.

Susanne Schedwill



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