Entscheidung ist gefallen
Dienstag, 19. April 2005, 19:00 Uhr
Nordhausen (nnz). Es war die Entscheidung, die man erwartet hatte, die auch so von der Verwaltung vorbereitet worden war. Zwei Schulen werden in den kommenden Jahren im Landkreis Nordhausen dicht gemacht. Wen es getroffen hat, das erfahren Sie mit dem bekannten Klick.
Entscheidung ist gefallen (Foto: nnz)
Trotz aller Bemühungen einiger Kreistagsmitglieder und trotz der zahlenstarken Anwesenheit von Bürgern aus Nohra und Sollstedt – die Regelschule Sollstedt wird in diesem Jahr geschlossen, die Grundschule in Nohra frühestens zum Schuljahresbeginn 2008. In namentlicher Abstimmung votierten 30 Kreistagsmitglieder für die entsprechende Beschlussvorlage, sechs dagegen und sieben enthielten sich der Stimme. Doch dieser Abstimmung war eine langatmige Diskussion vorausgegangen, die eigentlich mit der Einwohnerfragestunde eröffnet wurde.
Da wollten zahlreiche Eltern aus Sollstedt und Nohra noch einmal versuchen, den Kreistag in seiner Entscheidung umzustimmen. Zahlreiche Fragen hatte Steffen Paul aus Sollstedt, auch Manfred Warnecke aus dem gleichen Ort votierte für die Regelschule in seinem Ort und warnte davor, die Schule an sich lediglich als Kostenfaktor zu betrachten. Ein junger Mann aus Nohra setzte sich ebenfalls für den Erhalt der Grundschule in Nohra ein, doch in seiner Argumentation war der Student der Fachhochschule nicht sehr glücklich, denn er verglich den Schülertransport im Landkreis Nordhausen mit dem Transport von Schlachtvieh. Dafür entschuldigte er sich zwar später, doch erst einmal war ihm der Beifall der Gäste sicher.
Ob es nun Jürgen Hohberg oder Dr. Horst Kox waren, sie alle hatten keine neue Argumente vorzutragen, lediglich die CDU-Fraktion musste auf das Vorpreschen von Eberhardt Links reagieren. Der Christdemokrat hatte sich in den zurückliegenden Wochen für den Erhalt des Schulstandortes in Nohra bemüht. Und so brachte Fraktionschef Egon Primas den Vorschlag ein, sowohl den Grundschulstandort in Nohra als auch den in Wipperdorf zu erhalten. Dem entgegnete Matthias Jendricke, dass dann eine Sanierung beider Standorte nicht machbar wäre und sich der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung doch für die Sanierung des Standortes in Wipperdorf ausgesprochen habe. Und das auch nur durch eine Fremdfinanzierung. Mit einer Mehrheit von fünf Stimmen wurde letztlich der CDU-Vorschlag abgelehnt.
Bleibt noch nachzutragen: Alle Redner dieser Runde betonten, dass es heute eine schwere Entscheidung war. Doch finanzielle Gründe und die zurückgehenden Schülerzahlen würden dazu zwingen. Und das ist – mit Verlaub gesagt – nur der Anfang einer Reihe schwieriger Entscheidungen.
Autor: nnz
Entscheidung ist gefallen (Foto: nnz)
Trotz aller Bemühungen einiger Kreistagsmitglieder und trotz der zahlenstarken Anwesenheit von Bürgern aus Nohra und Sollstedt – die Regelschule Sollstedt wird in diesem Jahr geschlossen, die Grundschule in Nohra frühestens zum Schuljahresbeginn 2008. In namentlicher Abstimmung votierten 30 Kreistagsmitglieder für die entsprechende Beschlussvorlage, sechs dagegen und sieben enthielten sich der Stimme. Doch dieser Abstimmung war eine langatmige Diskussion vorausgegangen, die eigentlich mit der Einwohnerfragestunde eröffnet wurde.
Da wollten zahlreiche Eltern aus Sollstedt und Nohra noch einmal versuchen, den Kreistag in seiner Entscheidung umzustimmen. Zahlreiche Fragen hatte Steffen Paul aus Sollstedt, auch Manfred Warnecke aus dem gleichen Ort votierte für die Regelschule in seinem Ort und warnte davor, die Schule an sich lediglich als Kostenfaktor zu betrachten. Ein junger Mann aus Nohra setzte sich ebenfalls für den Erhalt der Grundschule in Nohra ein, doch in seiner Argumentation war der Student der Fachhochschule nicht sehr glücklich, denn er verglich den Schülertransport im Landkreis Nordhausen mit dem Transport von Schlachtvieh. Dafür entschuldigte er sich zwar später, doch erst einmal war ihm der Beifall der Gäste sicher.
Ob es nun Jürgen Hohberg oder Dr. Horst Kox waren, sie alle hatten keine neue Argumente vorzutragen, lediglich die CDU-Fraktion musste auf das Vorpreschen von Eberhardt Links reagieren. Der Christdemokrat hatte sich in den zurückliegenden Wochen für den Erhalt des Schulstandortes in Nohra bemüht. Und so brachte Fraktionschef Egon Primas den Vorschlag ein, sowohl den Grundschulstandort in Nohra als auch den in Wipperdorf zu erhalten. Dem entgegnete Matthias Jendricke, dass dann eine Sanierung beider Standorte nicht machbar wäre und sich der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung doch für die Sanierung des Standortes in Wipperdorf ausgesprochen habe. Und das auch nur durch eine Fremdfinanzierung. Mit einer Mehrheit von fünf Stimmen wurde letztlich der CDU-Vorschlag abgelehnt.
Bleibt noch nachzutragen: Alle Redner dieser Runde betonten, dass es heute eine schwere Entscheidung war. Doch finanzielle Gründe und die zurückgehenden Schülerzahlen würden dazu zwingen. Und das ist – mit Verlaub gesagt – nur der Anfang einer Reihe schwieriger Entscheidungen.
