nnz-Rückspiegel: 26. September 2001
Mittwoch, 26. September 2001, 08:14 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.
Qualitätspreis für zwei Nordhäuser Firmen vergeben
Im Rahmen eines Thüringer Qualitätstages ist heute der Thüringer Staatspreis für Qualität durch Ministerpräsident Bernhard Vogel an Unternehmen des Freistaates verliehen worden. Damit wurden die herausragenden Leistungen auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements gewürdigt. Unter den fünf Preisträgern sind zwei Unternehmen aus Nordhausen zu finden: die Prophet & Kirchhoff GmbH und die Schachtbau Nordhausen GmbH. Die ausgezeichneten Firmen haben bewiesen, daß sie mit einer außerordentlich hohen Qualität ihrer Produkte und Leistungen einen entscheidenden Faktor für deren Absatzfähigkeit geschaffen haben. Mit der Optimierung ihrer Qualitätsarbeit haben die Firmen einen herausragenden Wettbewerbsvorteil erlangt und ständig weiter ausgebaut. Jeder Preis ist mit 10.000 Mark dotiert. Insgesamt hatten sich an dem diesjährigen Wettbewerb 58 Unternehmen aus Thüringen beteiligt.
Kreistagsabgeordnete müssen am Freitag nachsitzen
Das hätten sich die Abgeordneten des Nordhäuser Kreistages nicht träumen lassen. Inmitten ihrer individuellen Vorbereitungen auf den Tag der deutschen Einheit müssen sie sich noch einmal mit kommunaler Politik beschäftigten. Landrat Joachim Claus (CDU) wird nach nnz-Informationen für Freitag (29.9.00) einen Sonderkreistag einberufen. Auf der Tagesordnung stehen die Aufhebung der Beschlüsse zur Wahl der beiden hauptamtlichen Beigeordneten vom 5. September. Das Landesverwaltungsamt Weimar hat dem Behördenchef gestern seine Stellungnahme zur Wahl erläutert und die Aufhebung der Beschlüsse gefordert. Sollte der Kreistag dem nicht nachkommen, dann wird die Behörde in Weimar kraft ihres Amtes das tun. Klaus Hummitzsch sieht dieses Prozedere nicht so eng. Zwar wolle er erst mit seinen Fraktionskollegen reden, doch das Handtuch, das Klaus Gorges am Wochenende geschmissen hatte, das fängt die PDS locker auf. Eine Neuwahl inklusive Ausschreibung paßt in die künftige Strategie. Und die heißt: Die PDS wird einen neuen Kandidaten oder Kandidatin präsentieren und wird auf jeden Fall Matthias Jendricke wählen, wann auch immer. Eigentlich ist die Sitzung am Freitag überflüssig, so Hummitzsch, aber die Fraktion wird hingehen, allerdings wie die SPD die vom Landrat einzureichende Beschlußvorlage (Jendricke) ablehnen. Damit wollen beide Fraktionen betonen, das sie hinter Jendricke stehen.
Hummitzsch zu Gorges: Fraktion nicht wesentlich geschwächt!
Die Kreistagsfraktion und der Kreisvorstand der PDS haben sich am Montagabend mit dem Rückzug von Klaus Gorges befaßt (nnz berichtete ausführlich). Beide Gremien bedauern den Schritt von Gorges, schließlich habe er über eine lange Zeit die PDS-Politik im Landkreis und in der Stadt mit gestaltet und auch getragen. Der Schritt kam für einige Mitglieder nicht überraschend, zu lange schwelten da schon die Differenzen. Gegenüber der nnz stellte Fraktionsvorsitzender Klaus Hummitzsch aber auch deutlich heraus, daß er der Auffassung sei, Meinungsverschiedenheiten nicht durch einen Parteiaustritt zu klären. Durch den Rückzug von Gorges aus der PDS-Fraktion sieht Hummitzsch die Fraktion nicht wesentlich geschwächt, lediglich der Finanzausschuß sei neu zu besetzen. Man wolle auch etwas Zeit ins Land gehen lassen, um dann Klaus Gorges vielleicht noch einmal einzuladen und das Gespräch mit ihm zu suchen.
Landratsamt sucht Zeugen einer Verkaufsveranstaltung
Sie sind bekannt und berüchtigt: Die Werbe- und Verkaufsveranstaltungen von Firmen, die auch durch’s Nordthüringer Ländle ziehen. Station machte eines dieser Wanderlager am 18. Und 19. September in der Gaststätte Zur Erholung in Werther. Angeboten wurden wie immer Matratzen, Fahrräder oder Waschmittel. Doch einen Haken hatte die Verkaufsorgie, sie verlief vermutlich nicht nach Recht und Gesetz. Aus diesem Grund hat Landratsamt Nordhausen ein Bußgeldverfahren gegen die fahrende Firma eingeleitet. In diesem Zusammenhang werden Zeugen gesucht, die an den beiden Tagen anwesend waren und Waren gekauft haben. Diese Personen sollten sich umgehend mit dem Fachgebiet Gewerbe in Verbindung setzen. Tel: 03631/ 91 13 60.
Matthias Jendricke will Klage bei Verwaltungsgericht einreichen
Sollte Matthias Jendricke (SPD) am 1. Oktober 2000 seinen Job als hauptamtlicher Beigeordneter nicht antreten können, dann wird er beim Verwaltungsgericht Weimar Klage einreichen. Jendricke hatte sich am Wochenende mit juristischen Experten in Jena über die derzeitige Situation beraten. Diese hätten ungläubig mit dem Kopf geschüttelt, ob der Zusammenhänge hinsichtlich der Wahl Anfang September und ihre Folgen. Eine der Begründungen der Klage wird die ihm verweigerte Akteneinsicht durch das Landratsamt sein. Er habe weder den Widerspruch gegen die Wahl noch die Stellungnahmen des Landesverwaltungsamtes Weimar einsehen können, sagte der SPD-Politiker der nnz. Jendricke bestehe auch weiterhin auf sein Anhörungsrecht als unmittelbar Betroffener.
Nach seiner Ansicht werde jetzt nicht mehr an seiner fachlichen Qualifikation gezweifelt (er hat mittlerweile die für den Beigeordneten erforderlichen Fächer bestanden), vielmehr solle jetzt das Ausschreibungsverfahren und dessen Inhalt auf den Prüfstand. Angeblich seien die Anforderungen an die Bewerber zu hoch angesetzt worden. Als eine Unverschämtheit seitens des Landrates wertet Jendricke den Umstand, daß zur Anhörung am Montag mit dem Landrat auch CDU-Fraktionsvorsitzender Egon Primas im Landesverwaltungsamt gewesen sein soll. Kritiken ähnlicher Art kamen heute auch von den Fraktionsvorsitzenden der SPD und PDS im Kreistag, Dagmar Becker und Klaus Hummitzsch.
Autor: nnzQualitätspreis für zwei Nordhäuser Firmen vergeben
Im Rahmen eines Thüringer Qualitätstages ist heute der Thüringer Staatspreis für Qualität durch Ministerpräsident Bernhard Vogel an Unternehmen des Freistaates verliehen worden. Damit wurden die herausragenden Leistungen auf dem Gebiet des Qualitätsmanagements gewürdigt. Unter den fünf Preisträgern sind zwei Unternehmen aus Nordhausen zu finden: die Prophet & Kirchhoff GmbH und die Schachtbau Nordhausen GmbH. Die ausgezeichneten Firmen haben bewiesen, daß sie mit einer außerordentlich hohen Qualität ihrer Produkte und Leistungen einen entscheidenden Faktor für deren Absatzfähigkeit geschaffen haben. Mit der Optimierung ihrer Qualitätsarbeit haben die Firmen einen herausragenden Wettbewerbsvorteil erlangt und ständig weiter ausgebaut. Jeder Preis ist mit 10.000 Mark dotiert. Insgesamt hatten sich an dem diesjährigen Wettbewerb 58 Unternehmen aus Thüringen beteiligt.
Kreistagsabgeordnete müssen am Freitag nachsitzen
Das hätten sich die Abgeordneten des Nordhäuser Kreistages nicht träumen lassen. Inmitten ihrer individuellen Vorbereitungen auf den Tag der deutschen Einheit müssen sie sich noch einmal mit kommunaler Politik beschäftigten. Landrat Joachim Claus (CDU) wird nach nnz-Informationen für Freitag (29.9.00) einen Sonderkreistag einberufen. Auf der Tagesordnung stehen die Aufhebung der Beschlüsse zur Wahl der beiden hauptamtlichen Beigeordneten vom 5. September. Das Landesverwaltungsamt Weimar hat dem Behördenchef gestern seine Stellungnahme zur Wahl erläutert und die Aufhebung der Beschlüsse gefordert. Sollte der Kreistag dem nicht nachkommen, dann wird die Behörde in Weimar kraft ihres Amtes das tun. Klaus Hummitzsch sieht dieses Prozedere nicht so eng. Zwar wolle er erst mit seinen Fraktionskollegen reden, doch das Handtuch, das Klaus Gorges am Wochenende geschmissen hatte, das fängt die PDS locker auf. Eine Neuwahl inklusive Ausschreibung paßt in die künftige Strategie. Und die heißt: Die PDS wird einen neuen Kandidaten oder Kandidatin präsentieren und wird auf jeden Fall Matthias Jendricke wählen, wann auch immer. Eigentlich ist die Sitzung am Freitag überflüssig, so Hummitzsch, aber die Fraktion wird hingehen, allerdings wie die SPD die vom Landrat einzureichende Beschlußvorlage (Jendricke) ablehnen. Damit wollen beide Fraktionen betonen, das sie hinter Jendricke stehen.
Hummitzsch zu Gorges: Fraktion nicht wesentlich geschwächt!
Die Kreistagsfraktion und der Kreisvorstand der PDS haben sich am Montagabend mit dem Rückzug von Klaus Gorges befaßt (nnz berichtete ausführlich). Beide Gremien bedauern den Schritt von Gorges, schließlich habe er über eine lange Zeit die PDS-Politik im Landkreis und in der Stadt mit gestaltet und auch getragen. Der Schritt kam für einige Mitglieder nicht überraschend, zu lange schwelten da schon die Differenzen. Gegenüber der nnz stellte Fraktionsvorsitzender Klaus Hummitzsch aber auch deutlich heraus, daß er der Auffassung sei, Meinungsverschiedenheiten nicht durch einen Parteiaustritt zu klären. Durch den Rückzug von Gorges aus der PDS-Fraktion sieht Hummitzsch die Fraktion nicht wesentlich geschwächt, lediglich der Finanzausschuß sei neu zu besetzen. Man wolle auch etwas Zeit ins Land gehen lassen, um dann Klaus Gorges vielleicht noch einmal einzuladen und das Gespräch mit ihm zu suchen.
Landratsamt sucht Zeugen einer Verkaufsveranstaltung
Sie sind bekannt und berüchtigt: Die Werbe- und Verkaufsveranstaltungen von Firmen, die auch durch’s Nordthüringer Ländle ziehen. Station machte eines dieser Wanderlager am 18. Und 19. September in der Gaststätte Zur Erholung in Werther. Angeboten wurden wie immer Matratzen, Fahrräder oder Waschmittel. Doch einen Haken hatte die Verkaufsorgie, sie verlief vermutlich nicht nach Recht und Gesetz. Aus diesem Grund hat Landratsamt Nordhausen ein Bußgeldverfahren gegen die fahrende Firma eingeleitet. In diesem Zusammenhang werden Zeugen gesucht, die an den beiden Tagen anwesend waren und Waren gekauft haben. Diese Personen sollten sich umgehend mit dem Fachgebiet Gewerbe in Verbindung setzen. Tel: 03631/ 91 13 60.
Matthias Jendricke will Klage bei Verwaltungsgericht einreichen
Sollte Matthias Jendricke (SPD) am 1. Oktober 2000 seinen Job als hauptamtlicher Beigeordneter nicht antreten können, dann wird er beim Verwaltungsgericht Weimar Klage einreichen. Jendricke hatte sich am Wochenende mit juristischen Experten in Jena über die derzeitige Situation beraten. Diese hätten ungläubig mit dem Kopf geschüttelt, ob der Zusammenhänge hinsichtlich der Wahl Anfang September und ihre Folgen. Eine der Begründungen der Klage wird die ihm verweigerte Akteneinsicht durch das Landratsamt sein. Er habe weder den Widerspruch gegen die Wahl noch die Stellungnahmen des Landesverwaltungsamtes Weimar einsehen können, sagte der SPD-Politiker der nnz. Jendricke bestehe auch weiterhin auf sein Anhörungsrecht als unmittelbar Betroffener.
Nach seiner Ansicht werde jetzt nicht mehr an seiner fachlichen Qualifikation gezweifelt (er hat mittlerweile die für den Beigeordneten erforderlichen Fächer bestanden), vielmehr solle jetzt das Ausschreibungsverfahren und dessen Inhalt auf den Prüfstand. Angeblich seien die Anforderungen an die Bewerber zu hoch angesetzt worden. Als eine Unverschämtheit seitens des Landrates wertet Jendricke den Umstand, daß zur Anhörung am Montag mit dem Landrat auch CDU-Fraktionsvorsitzender Egon Primas im Landesverwaltungsamt gewesen sein soll. Kritiken ähnlicher Art kamen heute auch von den Fraktionsvorsitzenden der SPD und PDS im Kreistag, Dagmar Becker und Klaus Hummitzsch.
