Nordhäuser schreiben offenen Brief
Kritik an Hördler-Entlassung
Donnerstag, 29. August 2019, 21:58 Uhr
Das Thema der Entlassung des Leiters der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Dr. Stefan Hördler, ist noch nicht vom Tisch, wie es sich die Verantwortlichen des Stiftungsrates vorstellten...
Die nnz hatte bereits im Mai dieses Jahres über die Entlassung Hördlers berichtet.
In Nordhausen wurde dies mit großem Befremden aufgenommen und Anfang Juli stellte die Landtagsabgeordnete Dagmar Becker (SPD) eine Kleine Anfrage an die Thüringer Landesregierung. Die Beantwortung der Fragen durch Staatskanzleichef Hoff viel spärlich und nichtssagend aus: "Der Stiftungsrat hat die - derzeit der gerichtlichen Prüfung unterliegenden Gründe - für eine fristlose Kündigung des Leiters der Gedenkstätte Mittel-Dora umfassend und sorgfältig geprüft, bevor er seine Entscheidung getroffen hat. letztlich lagen alle notwendigen Zustimmungen der Mitglieder des Stiftungsrates zum Beschluss der Kündigung - einschließlich beider Zuwendungsgeber - vor. Vertieftere Ausführungen in der Sachse selbst können aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeit des betreffenden Mitarbeiters nicht übermittelt werden..."
Daraufhin schrieben regionale Netzwerkparter der Gedenkstätte einen Brief an den Ministerpräsidenten und die Mitglieder des Thüringer Landtages, Dagmar Becker, Egon Primas, Katja Mitteldorf und Dirk Adams: "Die fristlose Kündigung des Leiters der KZ Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Herrn Dr. Stefan Hördler, stößt in unserer Region auf Unverständnis. Wir bedauern sehr die Art und Weise des Vorgehens des Stiftungsrates gegen seine Person und damit verbunden, die zukünftige Entwicklung der Geschichtsaufarbeitung in Nordthüringen.
Dr. Stefan Hördler hat durch sein engagiertes und wissenschaftliches Handeln generationsübergreifend wertvolle Arbeit auf dem Gebiet der Erinnerungskultur geleistet. Durch seine Arbeit rückte die Gedenkstätte am Rande der Stadt Nordhausen in das Zentrum des Bewusstseins der Bevölkerung.
Dr. Hördler genießt ein internationales Ansehen und ist anerkannter Experte für die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Als Kooperationspartner hat sich die Gedenkstätte unter seiner Leitung als ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements über die Landesgrenzen hinaus entwickelt. Als Kooperationspartner schätzen wir Herrn Dr. Hördler aufgrund seiner überaus sachlichen, kompetenten und menschlichen Art sehr. Er hat damit zu einer gelingenden und verbindlichen Zusammenarbeit im Sinne der Erinnerungskultur in unserer Region beigetragen.
Aus diesem Grund möchten wir in diesem offenen Brief unsere Wertschätzung und unseren Respekt für seine Arbeit zum Ausdruck bringen. Wir erwarten, stellvertretend für die Region und die Überlebenden des KZ Mittelbau-Dora, von der Landesregierung und dem Stiftungsrat eine transparente Aufklärung der Angelegenheit und hoffen auf eine Rehabilitation von Herrn Dr. Hördler."
Autor: redDie nnz hatte bereits im Mai dieses Jahres über die Entlassung Hördlers berichtet.
In Nordhausen wurde dies mit großem Befremden aufgenommen und Anfang Juli stellte die Landtagsabgeordnete Dagmar Becker (SPD) eine Kleine Anfrage an die Thüringer Landesregierung. Die Beantwortung der Fragen durch Staatskanzleichef Hoff viel spärlich und nichtssagend aus: "Der Stiftungsrat hat die - derzeit der gerichtlichen Prüfung unterliegenden Gründe - für eine fristlose Kündigung des Leiters der Gedenkstätte Mittel-Dora umfassend und sorgfältig geprüft, bevor er seine Entscheidung getroffen hat. letztlich lagen alle notwendigen Zustimmungen der Mitglieder des Stiftungsrates zum Beschluss der Kündigung - einschließlich beider Zuwendungsgeber - vor. Vertieftere Ausführungen in der Sachse selbst können aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeit des betreffenden Mitarbeiters nicht übermittelt werden..."
Daraufhin schrieben regionale Netzwerkparter der Gedenkstätte einen Brief an den Ministerpräsidenten und die Mitglieder des Thüringer Landtages, Dagmar Becker, Egon Primas, Katja Mitteldorf und Dirk Adams: "Die fristlose Kündigung des Leiters der KZ Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Herrn Dr. Stefan Hördler, stößt in unserer Region auf Unverständnis. Wir bedauern sehr die Art und Weise des Vorgehens des Stiftungsrates gegen seine Person und damit verbunden, die zukünftige Entwicklung der Geschichtsaufarbeitung in Nordthüringen.
Dr. Stefan Hördler hat durch sein engagiertes und wissenschaftliches Handeln generationsübergreifend wertvolle Arbeit auf dem Gebiet der Erinnerungskultur geleistet. Durch seine Arbeit rückte die Gedenkstätte am Rande der Stadt Nordhausen in das Zentrum des Bewusstseins der Bevölkerung.
Dr. Hördler genießt ein internationales Ansehen und ist anerkannter Experte für die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Als Kooperationspartner hat sich die Gedenkstätte unter seiner Leitung als ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements über die Landesgrenzen hinaus entwickelt. Als Kooperationspartner schätzen wir Herrn Dr. Hördler aufgrund seiner überaus sachlichen, kompetenten und menschlichen Art sehr. Er hat damit zu einer gelingenden und verbindlichen Zusammenarbeit im Sinne der Erinnerungskultur in unserer Region beigetragen.
Aus diesem Grund möchten wir in diesem offenen Brief unsere Wertschätzung und unseren Respekt für seine Arbeit zum Ausdruck bringen. Wir erwarten, stellvertretend für die Region und die Überlebenden des KZ Mittelbau-Dora, von der Landesregierung und dem Stiftungsrat eine transparente Aufklärung der Angelegenheit und hoffen auf eine Rehabilitation von Herrn Dr. Hördler."
Downloads:
- Frauen und Männern (29 kByte)
