Zwangsräumung der »Reichsregierung«
Dienstag, 25. September 2001, 16:04 Uhr
Nordhausen/Ilfeld (nnz). Schock am Morgen: Polizei und Landratsamt räumten heute um acht Uhr in Sophienhof das Gelände des Justizbeamten der kommissarischen Reichsregierung. nnz war vor Ort.
Man mag es nicht glauben, aber es gibt tatsächlich Unverbesserliche in unserem Staat, die in der Zeit stehen geblieben sind. So auch die Kameraden der Kommissarischen Reichsregierung. Heute überraschte die Polizei mit 50 Beamten und dem Einsatzleiter Klaus Müller-Steidner vom Landratsamt deren Justizbeamten Andreas Traumann (40) in seiner Residenz im idyllischen Sophienhof. Laut erklang es aus dem Megafon: Herr Traumann, wir haben gegen sie eine Verfügung bezüglich einer Zwangsräumung. Bitte öffnen sie die Tür. Falls sie dies nicht tun, werden wir uns notfalls mit Gewalt Zutritt zum Gebäude verschaffen. Doch es rührte sich nichts. Nach dem zuvor der Strom abgeschaltet wurde, schlug das Landratsamt dann gezielt zu: Kurz nach acht Uhr wurde das mit Autos verbarrikadierte Tor geöffnet. Einige Zeit später konnte Andreas Traumann nach kurzem Widerstand vorläufig in Gewahrsam genommen werden.
Hintergrund für diesen Eingriff ist eine behördliche Nutzungsuntersagung, welche mit einer Räumungsanordnung des Oberlandesgericht Weimar vom Donnerstag verbunden war. Einsatzleiter Klaus Müller-Steidner: Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Wochenendhaus. Ein ständiges Bewohnen wurde sicherheitstechnisch und behördlich untersagt, da es baufällig ist und abgerissen werden muss. Dem entgegen steht jedoch der Justizminister Traumann. Seiner Aussage nach hat sein Gebäude Bestandsschutz und gilt keineswegs als Wochenenddomizil. Das Wohnrecht ist ihm selbst seinerseits vom Ilfelder Bürgermeister zugesagt worden. Er sei sogar polizeilich hier gemeldet.
Jetzt hat der gelernte Schlosser jedoch das Nachsehen. Da können selbst eigens angefertigte Ausweise und Pässe nicht mehr helfen. Andreas Traumann: Wir erkennen die BRD nicht an, weil sie weder existiert, noch die Gründung von den Alliierten genehmigt wurde. Wir alle werden als Reichsbürger geboren........Wussten sie das nicht? Dies alles klingt doch ziemlich fantastisch, aber an Überzeugung mangelt es bei ihm nicht. Andreas Traumman weiter: Klaus Müller-Steidner führt einen Privatkrieg, denn er hat es gezielt auf mich abgesehen. Meine Regierung hat schon reagiert und einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Unterstützung erhielt Andreas Traumann von seinem Kollegen Dietmar Schwabe aus dem Kyffhäuserkreis, dem Zuständigen für das Pass- und Meldewesen bei der Reichsregierung. Dieser war jedoch zu keiner Aussage bereit und hüllte sich neben hektischen Telefonaten, sicherlich mit der Obersten Regierungsführung, in tiefes Schweigen.
Es kommt noch härter: letztes Jahr verurteilte die Reichsregierung Landrat Joachim Claus und Klaus Müller-Steidner zum Tode, darüber hinaus sollte sich der Landrat mehrfach in einem Internierungslager melden. Eingeschaltet waren zu jener Zeit die Polizei, das Innenministerium und der Thüringer Staatsschutz.
Autor: vf
Man mag es nicht glauben, aber es gibt tatsächlich Unverbesserliche in unserem Staat, die in der Zeit stehen geblieben sind. So auch die Kameraden der Kommissarischen Reichsregierung. Heute überraschte die Polizei mit 50 Beamten und dem Einsatzleiter Klaus Müller-Steidner vom Landratsamt deren Justizbeamten Andreas Traumann (40) in seiner Residenz im idyllischen Sophienhof. Laut erklang es aus dem Megafon: Herr Traumann, wir haben gegen sie eine Verfügung bezüglich einer Zwangsräumung. Bitte öffnen sie die Tür. Falls sie dies nicht tun, werden wir uns notfalls mit Gewalt Zutritt zum Gebäude verschaffen. Doch es rührte sich nichts. Nach dem zuvor der Strom abgeschaltet wurde, schlug das Landratsamt dann gezielt zu: Kurz nach acht Uhr wurde das mit Autos verbarrikadierte Tor geöffnet. Einige Zeit später konnte Andreas Traumann nach kurzem Widerstand vorläufig in Gewahrsam genommen werden.Hintergrund für diesen Eingriff ist eine behördliche Nutzungsuntersagung, welche mit einer Räumungsanordnung des Oberlandesgericht Weimar vom Donnerstag verbunden war. Einsatzleiter Klaus Müller-Steidner: Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Wochenendhaus. Ein ständiges Bewohnen wurde sicherheitstechnisch und behördlich untersagt, da es baufällig ist und abgerissen werden muss. Dem entgegen steht jedoch der Justizminister Traumann. Seiner Aussage nach hat sein Gebäude Bestandsschutz und gilt keineswegs als Wochenenddomizil. Das Wohnrecht ist ihm selbst seinerseits vom Ilfelder Bürgermeister zugesagt worden. Er sei sogar polizeilich hier gemeldet.
Jetzt hat der gelernte Schlosser jedoch das Nachsehen. Da können selbst eigens angefertigte Ausweise und Pässe nicht mehr helfen. Andreas Traumann: Wir erkennen die BRD nicht an, weil sie weder existiert, noch die Gründung von den Alliierten genehmigt wurde. Wir alle werden als Reichsbürger geboren........Wussten sie das nicht? Dies alles klingt doch ziemlich fantastisch, aber an Überzeugung mangelt es bei ihm nicht. Andreas Traumman weiter: Klaus Müller-Steidner führt einen Privatkrieg, denn er hat es gezielt auf mich abgesehen. Meine Regierung hat schon reagiert und einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Unterstützung erhielt Andreas Traumann von seinem Kollegen Dietmar Schwabe aus dem Kyffhäuserkreis, dem Zuständigen für das Pass- und Meldewesen bei der Reichsregierung. Dieser war jedoch zu keiner Aussage bereit und hüllte sich neben hektischen Telefonaten, sicherlich mit der Obersten Regierungsführung, in tiefes Schweigen. Es kommt noch härter: letztes Jahr verurteilte die Reichsregierung Landrat Joachim Claus und Klaus Müller-Steidner zum Tode, darüber hinaus sollte sich der Landrat mehrfach in einem Internierungslager melden. Eingeschaltet waren zu jener Zeit die Polizei, das Innenministerium und der Thüringer Staatsschutz.





