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Sommerfest im Gemeinschaftsgarten

Hinterm Horizont gehts weiter

Mittwoch, 07. August 2019, 18:30 Uhr
Nachdem das Frühlingsfest im "Gemeinschaftsgarten hinterm Horizont" ein durchschlagender Erfolg war und man sogar ein paar neue Mitstreiter gewinnen konnte, wollten die Stadtgärtner gestern auch den Sommer mit Musik und gutem Essen in Gemeinschaft feiern. Es sollte ein sehr entspanntes, kleines Fest werden...

Sommerfest im Gemeinschaftsgarten hinter dem Horizont (Foto: Angelo Glashagel) Sommerfest im Gemeinschaftsgarten hinter dem Horizont (Foto: Angelo Glashagel)

Im Topf waren Curry-Reis und Daal, ein indisches Linsengericht, in den Flaschen und Gläsern Brause, Wein und Bier. Wer wollte konnte sich an Jonglage oder Devil Sticks versuchen oder sich einfach einen Platz suchen, die Atmosphäre genießen, der Musik lauschen oder schwatzen. Das Publikum ist nicht nur jung und nicht nur studentisch, sogar ein paar Nachbarn schauen vorbei.

Gezahlt werden muss für nichts, nicht für den Eintritt, nicht für Essen und Getränke, nicht für den Besuch der selbstgebauten Trockentoilette, es wird lediglich um Spenden gebeten. Wie hoch die ausfällt, bleibt jedem selbst überlassen. Das Prinzip heißt Solidarität oder "Küfa" - Küche für alle. Nur den Abwasch muss man schon selber übernehmen, bleibt aber auch dabei nicht lang allein.

Schon zum Frühlingsfest war man so verfahren, erzählt Jerome Lulaj, der die "urban gardening" Initiative mit ins Leben gerufen hat. "Unser Fest im Frühling ist so gut angekommen und hat so viel Freude gemacht das wir jetzt noch einmal nachlegen wollten", erzählt der Stadtgärtner. Die Trockenheit der letzten Wochen habe der Garten gut überstanden, man hat Gemüsesorten gepflanzt, die nicht viel Wasser brauchen. "Wurzelgemüse braucht weniger Wasser als Fruchtgemüse und das wiederum braucht weniger als Blattgemüse. Selbst unsere Tomaten werden nur einmal die Woche gegossen und gehen gut an". Käme keiner um zu gießen würde freilich auch das nicht helfen, deswegen hat man einen Gießplan aufgestellt und organisiert das nötige über Arbeitsgruppen. Größere Fragen werden im Plenum geklärt.

Das Freiburger Duo "Arbeitstitel Tortenschlacht" sorgte für Unterhaltung (Foto: Angelo Glashagel) Das Freiburger Duo "Arbeitstitel Tortenschlacht" sorgte für Unterhaltung (Foto: Angelo Glashagel)

Zwischen dem Gemüse sprießt und blüht es, ein aufgeräumter Garten sieht anders aus, aber auch das macht die Atmosphäre aus. Die genossen auch die beiden Musiker aus dem sonnigen Breisgau. Mio und Lou, sorgten als "Arbeitstitel Tortenschlacht" am Abend für die Musik. Die Liedermacher-Texte sind gewollt politisch, es geht um Klimagerechtigkeit, Kapitalismus, Menschenrechte. Im Garten kommt das gut an. Lou kennt Nordhausen schon, im Frühjahr hatte sie einen Vortrag zur Besetzung des Hambacher Forst gehalten. Es sei schön zu sehen das sich auch in einer kleinen Stadt wie Nordhausen Leute zusammenfinden, sich Gedanken machen und etwas auf die Beine stellen, erzählt sie. Seit vier Jahren spielen die beiden nicht mehr nur in der heimischen Küche und vor Freunden, Nordhausen war der zweite Stopp auf der "Sommertour".

Auch sie wollen kein Geld, bieten ihre Musik auch im Internet unter "Bandcamp" kostenlos an und setzen auf die Anerkennung und Spendenbereitschaft des Publikums. Das zeigte sich Dankbar. Man wird noch lange beieinander sitzen und Geschichten austauschen. Ein sehr angenehmer, kleiner, alternativer Sommerabend.
Angelo Glashagel
Autor: red

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