Ein neues Gemeindehaus für Petersdorf?
Es liegt im Dunkeln
Mittwoch, 07. August 2019, 09:30 Uhr
Zwölf Jahre ist es her, dass Petersdorf der Stadt Nordhausen eingemeindet wurde und seit zwölf Jahren wartet man darauf, dass die Stadt eines ihrer Versprechen einlöst und ein neues Gemeindehaus baut. Die Einlösung des Versprechens verhinderte bisher vor allem die Finanzlage der Stadt, inzwischen sieht die aber rosiger aus als zuvor. Kann es also losgehen in Petersdorf? Die nnz hat nachgehakt...
Ist der Andrang einmal größer, dann wird es im Petersdorfer "Ratszimmer", einem Raum im Jugendclub des Ortes, schnell eng. Man habe nicht einmal genügend Stehplätze für die Besucher, ganz zu schweigen von Sitzplätzen für die älteren Einwohner, klagt man in Petersdorf.
Sofern es die Haushaltslage zulasse, werde man in Petersdorf ein neues Dorfgemeinschaftshaus errichten, das verspricht der nunmehr zwölf Jahre alte "Eingemeindungsvertrag" zwischen dem kleinen Dorf und der großen Kreisstadt.
Warum die Maßnahme nicht direkt im Anschluss an die Fusion bei "normalen bis guten Bedingungen" realisiert worden sei, liege "im Dunkeln", antwortet Lutz Fischer, Pressesprecher der Stadtverwaltung, auf Anfrage der nnz. Mit Blick auf die Haushaltslage der letzten Jahre seien die Prioritäten des Stadtrates aber nachvollziehbar.
Ging es um die Entwicklung der Kernstadt, war man im letzten Jahrzehnt bekanntermaßen weit weniger zurückhaltend. Aber: Geschehen ist geschehen. Der Blick nach vorne sieht rosig aus, noch vor der Sommerpause konnte Oberbürgermeister Kai Buchmann stolz verkünden, dass die Stadt die Haushaltskonsolidierung bald verlassen werde. Es ist wieder Geld im Stadtsäckel und das will man investieren.
Gute Nachrichten für die Petersdorfer also? Nicht unbedingt. Es sei ein Trugschluss anzunehmen, dass die Stadt nun alle Projektideen gleichzeitig werde umsetzen können, gibt Fischer zu bedenken. "Fakt ist, dass mit dem seitens der Steuerzahler anvertrauten Geld, die Stadt Nordhausen in den kommenden Jahren erst einmal massiv in die Pflichtaufgaben, wie Feuerwehren, Schulen, Kindergärten, Straßen, Brücken und dergleichen investieren muss".
Die Gelder flössen aber nicht allein in die Stadt, so Fischer weiter, sondern auch in die Ortsteile. Für Petersdorf stehen Mittel zur Sanierung der Grundschule und des Feuerwehrgerätehauses, sowie für die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges im Plan. Gerade die Sanierung der Schule sei eine "starke Aussage" für den Ortsteil Petersdorf, schreibt Fischer.
Die Wünsche der Petersdorfer sind im Rathaus bekannt. Die hätten es gerne gesehen, wenn man am Sportplatz einen Neubau errichtet hätte. Weil dies aber ein "Außenstandort" sei, habe man die Idee verwerfen müssen, heißt es dazu aus der Stadtverwaltung. Andere Pläne scheinen nicht in Sicht, für die Petersdorfer wird es also wohl, auf absehbare Zeit, beim Wünschen bleiben.
Angelo Glashagel
Autor: redIst der Andrang einmal größer, dann wird es im Petersdorfer "Ratszimmer", einem Raum im Jugendclub des Ortes, schnell eng. Man habe nicht einmal genügend Stehplätze für die Besucher, ganz zu schweigen von Sitzplätzen für die älteren Einwohner, klagt man in Petersdorf.
Sofern es die Haushaltslage zulasse, werde man in Petersdorf ein neues Dorfgemeinschaftshaus errichten, das verspricht der nunmehr zwölf Jahre alte "Eingemeindungsvertrag" zwischen dem kleinen Dorf und der großen Kreisstadt.
Warum die Maßnahme nicht direkt im Anschluss an die Fusion bei "normalen bis guten Bedingungen" realisiert worden sei, liege "im Dunkeln", antwortet Lutz Fischer, Pressesprecher der Stadtverwaltung, auf Anfrage der nnz. Mit Blick auf die Haushaltslage der letzten Jahre seien die Prioritäten des Stadtrates aber nachvollziehbar.
Ging es um die Entwicklung der Kernstadt, war man im letzten Jahrzehnt bekanntermaßen weit weniger zurückhaltend. Aber: Geschehen ist geschehen. Der Blick nach vorne sieht rosig aus, noch vor der Sommerpause konnte Oberbürgermeister Kai Buchmann stolz verkünden, dass die Stadt die Haushaltskonsolidierung bald verlassen werde. Es ist wieder Geld im Stadtsäckel und das will man investieren.
Gute Nachrichten für die Petersdorfer also? Nicht unbedingt. Es sei ein Trugschluss anzunehmen, dass die Stadt nun alle Projektideen gleichzeitig werde umsetzen können, gibt Fischer zu bedenken. "Fakt ist, dass mit dem seitens der Steuerzahler anvertrauten Geld, die Stadt Nordhausen in den kommenden Jahren erst einmal massiv in die Pflichtaufgaben, wie Feuerwehren, Schulen, Kindergärten, Straßen, Brücken und dergleichen investieren muss".
Die Gelder flössen aber nicht allein in die Stadt, so Fischer weiter, sondern auch in die Ortsteile. Für Petersdorf stehen Mittel zur Sanierung der Grundschule und des Feuerwehrgerätehauses, sowie für die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges im Plan. Gerade die Sanierung der Schule sei eine "starke Aussage" für den Ortsteil Petersdorf, schreibt Fischer.
Die Wünsche der Petersdorfer sind im Rathaus bekannt. Die hätten es gerne gesehen, wenn man am Sportplatz einen Neubau errichtet hätte. Weil dies aber ein "Außenstandort" sei, habe man die Idee verwerfen müssen, heißt es dazu aus der Stadtverwaltung. Andere Pläne scheinen nicht in Sicht, für die Petersdorfer wird es also wohl, auf absehbare Zeit, beim Wünschen bleiben.
Angelo Glashagel

