nnz-online
25. Altstadtfest in Nordhausen

Rathausspitze glänzte durch Abwesenheit

Freitag, 02. August 2019, 18:12 Uhr
Altstadtfest, das impliziert doch eigentlich ein Fest in einer Stadt. Und solch ein Fest, das muss eröffnet werden. Von den Repräsentanten dieser Stadt. Mit diesem Ehrentitel schmücken sich die Ratsherren doch eigentlich. In Nordhausen ist das anders...

Fassbieranstich zum 25. Altstadtfest (Foto: nnz) Fassbieranstich zum 25. Altstadtfest (Foto: nnz) Zum 25. durfte der ehemalige Braumeister Manfred Spangenberg das Bierfass anstechen. Das hatte übrigen die Wackeren als Geschenk mitgebracht,

Wäre unter den Gästen der Eröffnung am Nachmittag nicht Familie Mitteldorf und Ministerin Birgit Keller zu sehen gewesen, dann hätte das Volk wirklich mal unter sich sein können.

Kein Oberbürgermeister, keine Bürgermeisterin, keine ehrenamtlichen Beigeordneten, keine Stadträte (Ausnahmen siehe oben) - mehr kommunalpolitische Ignoranz ist kaum zu überbieten. Bei den bezahlten Politikern und Verwaltern zählt auch keine Ausrede, das gehört de facto zum Job dazu.

Die Regierten nahmen die Abstinenz der Regierenden mit Gelassenheit und wurden von Altstadt-Manne nebst Hannichen Vogelstange daran erinnert, dass es im Jahr 2011 noch 10.000 Euro Zuschuss der Stadt für das zweitgrößte Volksfest gegeben habe, danach versiegten die finanziellen Zuwendungen. "Seit dem legt das Rathaus dem privaten Veranstalter einen Stein nach dem anderen in den Weg. Die sind da neidisch, weil der einen Euro verdient. Doch damit nicht genug, er muss auch noch hohe Gebühren an die Stadt abführen", rief Hannichen den Gästen zu und forderte, dass zum Beispiel ein Teil der eingenommenen Hundesteuer zur Finanzierung des Altstadtfestes genutzt werden könne. Den Part der Eröffnung übernahm denn auch Birgit Keller, die sowohl den Veranstalter für dessen Initiative lobte als auch das Altstadtfest als Teil der Tradition und des Heimatgefühls bezeichnete.

Die beiden Altstadtoriginale wurden mit zwei Oldtimer-Cabrios der Oldtimerfreunde aus Wolkramshausen vor die Bühne gefahren, auf denen nach mehreren Liedern zum Schunkeln die Boxer, Trainer und Verantwortlichen der BSG Altstadt 05 zu sehen waren. Der Verein, der mittlerweile für 42 junge Sportlerinnen und Sportler eine Trainigsstätte geworden ist, erhielt vom Innungsobermeister des Kfz-Gewerbes, Frank Töpfer einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro.

Danach ging es sportlich und mit der Pflege der Fest-Tradition weiter. Wiederum konnte Fußball-Regionalligist Wacker Nordhausen begrüßt werden. Nur: diesmal suchte sich Hannichen keinen "Liebling" zum Knutschen aus, denn die Jungs der vergangenen Jahre, hatten sich mittlerweile "aus dem Staub gemacht".

Und so ging die Eröffnung des 25. Altstadtfestes über die Bühne. Vor den Nordhäusern und ihren Gästen liegen noch viele Stunden mit einem abwechslungsreichen Programm, dass sicher - wie in den vergangenen Jahren - gut angenommen wird. Das Wichtigste allerdings ist der Umstand, dass in Nordhausen wieder einmal gefeiert werden kann und für all diejenigen, die einst in "alle Welt" ausgeschwärmt sind, wieder Anlass sein wird, der Rolandstadt einen Besuch abzustatten.

Auf die "Obrigkeit" können die Tausenden getrost verzichten.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de