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Offener Brief eines ehemaligen Häftlings

Dienstag, 12. April 2005, 13:51 Uhr
Nordhausen (nnz). „Lasst uns das weiterführen, was uns verbindet“, das ist die Hoffnung eines ehemaligen Häftlings des Konzentrationslagers Dora. Mit einem offenen Brief wendet er sich an die Bürger der Stadt. Gestern verlas er ihn im Theater, heute nachzulesen in der nnz-Doku Reihe.


Janusz Radlowski aus Poznan, ehemaliger Häftling, hat sich auf dem gestrigen Empfang der Stadt Nordhausen für die ehemaligen Häftlinge des KZ Dora mit einem Brief an die Nordhäuser Bevölkerung gewandt. Radlowski verlas den folgenden Brief auf der Bühne des Theaters:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

sechzig Jahre sind vergangen, seit unser Leiden in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern ein Ende genommen hat. Wir haben den grauenhaften Terror der Konzentrationslager überlebt. Bewegt erinnern wir uns an jene Tage, insbesondere an den Tag der Befreiung.

Gleichzeitig haben wir in den vergangenen sechzig Jahren die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Freundschaft bewiesen. Beispielhaft ist dabei die uneigennützige und aktive Zusammenarbeit zwischen unseren Städten Poznan und Nordhausen sowie zwischen unseren beiden Einrichtungen, dem Bund der Kriegsveteranen und dem Museum Mittelbau-Dora.

Initiiert wurde die Zusammenarbeit durch den damaligen Museumsdirektor Herrn Kurt Pelny und seiner Frau Irmgard, fortgesetzt wurde sie durch die spätere Direktorin Frau Dr. Cornelia Klose und zuletzt durch den jetzigen Direktor Herrn Dr. Jens-Christian Wagner. Unsere Zusammenarbeit, Kontakte und Freundschaften waren und sind eine wunderbarer Beweis unserer Bereitschaft zur Versöhnung.

Lasst uns all das weiterführen, was uns verbindet.

Im Gedenken an die Ereignisse vor rund 60 Jahren lasst uns die Mühen der Verständigung weiterhin auf uns nehmen und gemeinsam mit den jüngeren Generationen die Zukunft Europas gestalten!“
Autor: nnz

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