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Hochschule hautnah erlebt

Samstag, 09. April 2005, 17:18 Uhr
Nordhausen (nnz). Über die Berufs- und Studienwahl können sich Jugendliche nicht früh genug informieren. Heute konnten alle zukünftigen Studenten die Fachhochschule testen. Warum es sich lohnt hier zu studieren, zeigte der Tag der offenen Tür.


Hochschule hautnah erlebt (Foto: nnz) Hochschule hautnah erlebt (Foto: nnz)

In der Fachhochschule Nordhausen ist es verpflichtend eine Fremdsprache zu lernen. Die meisten Studenten wählen Englisch. Sie haben die Auswahl aus drei verschiedenen Kursen je nach Wissensstand. So international, wie die Hochschule einmal ist, werden aber auch Russisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Polnisch sowie Türkisch angeboten. Für Studenten, die im Ausland studieren wollen, ohne ein Semester zu verlieren, ist das eine nützliche Sache. Die erbrachten Leistungen werden anerkannt. Wer sehen wollte, wie hier Sprachen gelernt werden, der war im Audiolabor richtig. Caroline und Konradin sind zwar noch nicht im Studienalter, aber es machte ihnen großen Spaß die Technik auszuprobieren. Gabriele Marx, Fachkraft für Englisch, gab ihnen und allen anderen Neugierigen die richtigen Hinweise.

„Der Besucherzustrom war gut, besser als in den vergangenen Jahren.“ Sagte Pressesprecher Guido Käsgen der nnz. Die jungen Leute kämen zum größten Teil aus der Region, zum Teil auch mit ihren Familien. Zu den Bildungsangeboten hatten sie viele Fragen, die von Professoren und Mitarbeitern beantwortet werden konnten. Wenn sich die Studenten einschreiben, dann würden sie gefragt, woher sie die Hochschule kennen. Die beste Werbung sei nach wie vor Mundpropaganda. Bildungsmessen gemeinsam mit anderen Hochschulen aus Thüringen und die Internetpräsenz der Fachhochschule Nordhausen locken weitere Interessierte an.

Wer studieren möchte, der sollte sich nicht erst in der 12. Klasse überlegen, welches Fach es sein soll. Der richtige Zeitpunkt ist vor der Kurswahl. Auch in Nordhausen treffen die Professoren auf Jugendliche, die einen technischen Studiengang belegen wollen, beim Abi aber Physik abgewählt hatten. Um solchen Fehlentscheidungen vorzubeugen, geht die Fachhochschule auch in niedrigere Jahrgangstufen und informiert über die Anforderungen.

Einer der beliebtesten Studiengänge ist die regenerative Energietechnik, ein sehr praxisnaher Studiengang, der so anderswo kaum angeboten wird. Die Absolventen haben beste Möglichkeiten einen Arbeitsplatz zu finden. Ein Problem, so Käsgen, sei es jedoch, daß viele junge Leute wegen des Verdienstes in den Westen gehen. Als Fachhochschule sehe man sich in der Pflicht der Region Potential zu bieten. Kleine Firmen suchten immer Fachpersonal und böten häufig die Chance schnell Verantwortung zu übernehmen. Den Absolventen die Abwanderung verdenken könne niemand, vor allem, da Nordhausen eine grenznahe Region sei.

Firmen aus der Region sind gern eingeladen der Fachhochschule ihre Fragen zu stellen und gemeinsam mit den Studenten nach Lösungen zu suchen. Die Praxisnähe der Ausbildung unterscheidet die Fachhochschule von einer Universität. „Deshalb haben wir auch keine Probleme mit der Umstellung auf Bachelor und Masterabschlüsse.“ Sagte Guido Käsgen. In drei Jahren können die Studenten dann einen berufsqualifizierenden Abschluß erwerben. Masterabschlüsse nach 5 Jahren will die FH ebenfalls bieten.

Die zahlreichen Besucher fanden nicht nur für diese Frage nach den Abschlüssen kompetente Antworten. Sie konnten Labors erforschen und selber experimentieren. Professoren hielten Kurzvorträge und standen für persönliche Gespräche bereit. Wer sich entscheiden hat, der sollte sich die Immatrikulationstermine vormerken: Für Studiengänge mit Numerus Clausus, also alle Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, ist der 15.07. wichtig. Alle anderen Interessierten haben bis zum 15.09. Zeit.
Autor: wf

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