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War jetzt alles umsonst?

Samstag, 09. April 2005, 17:08 Uhr
Nordhausen (nnz). Im vergangenen Jahr gingen die Schüler des Christlichen Schulzentrums auf die Straße und demonstrierten. Die Grundschüler gewannen, stehen aber schon wieder fast vor der Tür. Heute standen sie erst mal vor der Tür der Lebenshilfe wo die Kreissynode tagte.

War jetzt alles umsonst? (Foto: nnz) War jetzt alles umsonst? (Foto: nnz)
„Denn wir wissen, Schule schließen ist beschissen.“ So sangen die Kinder der evangelischen Grundschule vor der Tür der Lebenshilfe. Dort tagt noch immer die Kreissynode. Die Schule ist das Thema Nummer eins. Nicht das pädagogische Konzept der Bildungseinrichtung steht in Frage, es geht wie immer um Geld. Der Stein des Anstoßes war der geplante Umzug in ein anderes Gebäude. 2,4 Millionen Euro würde die Sanierung der Frauenbergschule kosten, dieses wird von der Grundschule favorisiert. Das rief den Schulträger, die Thüringische Landeskirche, auf den Plan. Ohne eine volle Übernahme der finanziellen Verantwortung durch den Kirchenkreis Südharz liefe nichts, so Christhard Wagner, Oberkirchenrat der Thüringischen Landeskirche.

Die Eltern können nicht verstehen, daß eine so angesehene Schule am Geld scheitern soll. Sie zahlen doch schon Schulgeld, außerdem sei die Investition in die Jugend eine Investition für die Zukunft, die sich eines Tages auszahle. In Zeiten sinkender Mitgliederzahlen könnten Kinder nicht früh genug an den christlichen Glauben herangeführt und ihn täglich ausleben ohne als Außenseiter verlacht zu werden.

Fördervereinsvorsitzender Tobias Jung bedauerte gegenüber der nnz den Fluß der Informationen. Einige Eltern hätten von der Schließung im Radio gehört, erst später sei der Brief des Schulträgers eingegangen. Wenigstens die Zeit für die Überprüfung anderer Möglichkeiten sollte eingeräumt werden. Außerdem müsse sich der Kirchenkreis Südharz klar für den Erhalt positionieren.

Für die Kinder ist die ständige Angst um ihre Schule eine Belastung. Schulsprecher Johannes Gründel aus der dritten Klasse machte vor der Synode noch einmal deutlich wie sehr die Jungs und Mädchen an ihrer Grundschule hängen. „Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese tolle Schulzeit zuende gehen soll. Auch für meinen kleinen Bruder und die anderen Kinder wünsche ich mir solchen Unterricht.“ Sagte Johannes. Die anderen Schüler hatten Plakate gebastelt, auf denen sie Gott und die Kirche um Hilfe bitten. Momentan entscheiden noch die Erwachsenen darüber, ob die Kirche Geld für diese Hilfe hat oder haben will.
Autor: wf

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