Blick in die Windlücke
Freitag, 08. April 2005, 14:10 Uhr
Nordhausen (nnz). Immer mit der Kamera unterwegs auf der Suche nach Motiven ist Heidelore Kneffel, die Pressesprecherin des Landratsamts. Was sie bei ihren Wanderungen gefunden hat, ist jetzt zu besichtigen. nnz mit einem Vorgeschmack.
Blick in die Windlücke (Foto: nnz)
Heidelore Kneffel verabschiedet sich bald als Pressesprecherin des Landratsamts. Heute eröffnete sie ihre letzte Ausstellung unter dem Titel: Bei Nordhausen gibt´s eine Windlücke. Schwingt da etwa Kritik mit? wurde sie im Vorfeld von Bekannten gefragt. Ein wenig schon gibt die Fotografin zu. Wer bisher also noch nicht gemerkt hat, welche schönen Naherholungsgebiete es in der Umgebung von Nordhausen gibt, der sollte einen Blick in die Ausstellung werfen.
33 Bilder zeigen die Windlücke in allen vier Jahreszeiten. Große Landschaftsaufnahmen, Baumfotos und interessante Details kann der Betrachter auf den Fotos entdecken und hinterher auf die Suche nach dem Ort der Aufnahme gehen. Nordhausen hat viel Grünes zu bieten. Warum sollte man als Fotofan das nicht mit der Kamera festhalten? fragt Heidelore Kneffel.
Wie gewohnt hat die Pressesprecherin zahlreiche historische Details über die Entwicklung der schönsten Spazierwege Nordhausens gesammelt, die sie den nnz-Lesern zur Verfügung stellt:
Nordhausen selbst war nicht immer so grün. Als noch die Stadtbefestigung die Stadt einband, gab es wenig Grün. Die Kirchhöfe um die Kirchen boten etwas davon. Auch die Klostergärten waren räumlich sehr bescheiden. Die außerhalb der damaligen Stadt gelegenen Gartenanlagen waren Nutzgärten, wie z. B. der Weinberg und der Ammerberg.
Als die Existenz der Freien Reichsstadt beendet war, war es nicht mehr notwendig, viele Mittel in die Befestigungsanlagen zu investieren. Die Stadt dehnte sich aus. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wuchs der Wohlstand, man reiste häufiger und brachte Kunde aus der Welt mit. Dort gab es mehr und mehr öffentliche Schmuckanlagen, also Parks und Promenaden. Das Gehege als Stadtwald existierte zwar, war aber nicht vorrangig als Grüne Lunge angelegt worden.
Solche Überlegungen spielten nun eine Rolle, die Promenade entstand, dann der Stadtpark.
Aber auch an der Peripherie der Stadt tat sich einiges. Der Obstbau erlangte Bedeutung. Zahlreiche Obstbäume, die Kirsch-, Pflaumen, Apfel- und Birnenbäume, wurden an den Feldwegen gepflanzt. In den 1860er Jahren wurde die damalige Schafshut, der Kuhberg, mit Bäumen aufgeforstet, und Wildes Hölzchen, Besitz des Bürgermeisters Wilde, fiel wegen Streites an die Stadt. So entstanden zwei Waldparks in der Nähe der Ansiedlung.
Zunehmend setzte sich die Idee durch, dass die Stadt insgesamt von Grün eingefasst werden sollte, integriert darin die Schrebergärtensiedlungen. Dieser Gürtel sollte Wiesen, Felder und Wasserläufe beinhalten, eingebettet Spiel - und Sportplätze. So gäbe es das Gehege, Wildes Hölzchen, die Gumpe, die Schöne Aussicht, die Windlücke, das Roßmannsbachtal, und, die Zorge überspringend, das Helmetal und die Salza. So wären alle Himmelsrichtungen einbezogen.
Die Ausstellung ist bis zum 29.Juli im Foyer des historischen Landratsamts zu den Öffnungszeiten zu sehen. Die Fotografien können auch käuflich erworben werden.
Autor: wf
Blick in die Windlücke (Foto: nnz)
Heidelore Kneffel verabschiedet sich bald als Pressesprecherin des Landratsamts. Heute eröffnete sie ihre letzte Ausstellung unter dem Titel: Bei Nordhausen gibt´s eine Windlücke. Schwingt da etwa Kritik mit? wurde sie im Vorfeld von Bekannten gefragt. Ein wenig schon gibt die Fotografin zu. Wer bisher also noch nicht gemerkt hat, welche schönen Naherholungsgebiete es in der Umgebung von Nordhausen gibt, der sollte einen Blick in die Ausstellung werfen.
33 Bilder zeigen die Windlücke in allen vier Jahreszeiten. Große Landschaftsaufnahmen, Baumfotos und interessante Details kann der Betrachter auf den Fotos entdecken und hinterher auf die Suche nach dem Ort der Aufnahme gehen. Nordhausen hat viel Grünes zu bieten. Warum sollte man als Fotofan das nicht mit der Kamera festhalten? fragt Heidelore Kneffel.
Wie gewohnt hat die Pressesprecherin zahlreiche historische Details über die Entwicklung der schönsten Spazierwege Nordhausens gesammelt, die sie den nnz-Lesern zur Verfügung stellt:
Nordhausen selbst war nicht immer so grün. Als noch die Stadtbefestigung die Stadt einband, gab es wenig Grün. Die Kirchhöfe um die Kirchen boten etwas davon. Auch die Klostergärten waren räumlich sehr bescheiden. Die außerhalb der damaligen Stadt gelegenen Gartenanlagen waren Nutzgärten, wie z. B. der Weinberg und der Ammerberg.
Als die Existenz der Freien Reichsstadt beendet war, war es nicht mehr notwendig, viele Mittel in die Befestigungsanlagen zu investieren. Die Stadt dehnte sich aus. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wuchs der Wohlstand, man reiste häufiger und brachte Kunde aus der Welt mit. Dort gab es mehr und mehr öffentliche Schmuckanlagen, also Parks und Promenaden. Das Gehege als Stadtwald existierte zwar, war aber nicht vorrangig als Grüne Lunge angelegt worden.
Solche Überlegungen spielten nun eine Rolle, die Promenade entstand, dann der Stadtpark.
Aber auch an der Peripherie der Stadt tat sich einiges. Der Obstbau erlangte Bedeutung. Zahlreiche Obstbäume, die Kirsch-, Pflaumen, Apfel- und Birnenbäume, wurden an den Feldwegen gepflanzt. In den 1860er Jahren wurde die damalige Schafshut, der Kuhberg, mit Bäumen aufgeforstet, und Wildes Hölzchen, Besitz des Bürgermeisters Wilde, fiel wegen Streites an die Stadt. So entstanden zwei Waldparks in der Nähe der Ansiedlung.
Zunehmend setzte sich die Idee durch, dass die Stadt insgesamt von Grün eingefasst werden sollte, integriert darin die Schrebergärtensiedlungen. Dieser Gürtel sollte Wiesen, Felder und Wasserläufe beinhalten, eingebettet Spiel - und Sportplätze. So gäbe es das Gehege, Wildes Hölzchen, die Gumpe, die Schöne Aussicht, die Windlücke, das Roßmannsbachtal, und, die Zorge überspringend, das Helmetal und die Salza. So wären alle Himmelsrichtungen einbezogen.
Die Ausstellung ist bis zum 29.Juli im Foyer des historischen Landratsamts zu den Öffnungszeiten zu sehen. Die Fotografien können auch käuflich erworben werden.
