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Ministerpräsident Ramelow zu Besuch in Nordhausen

Museum ist nicht nur Vergangenheit

Dienstag, 16. Juli 2019, 16:37 Uhr
Viel wurde an dieser Stelle bereits über das IFA-Museum in Nordhausen berichtet. Doch über dem Musem, respektive seinem Trägerverein schwebt ein Damoklesschwert. Und so vernahm Ministerpräsident Bodo Ramelow denn am Nachmittag nicht nur positive Signale...

Der MP am Stand des ersten Common Rail Motor (Foto: nnz)
Vor etwas mehr als einer Woche war Thüringens Ministerpäsident bereits schon einmal in Nordhausen. Bei der Maximator GmbH. Zu einem Teil derer unternehmerischer Wurzeln kehrte Bodo Ramelow heute zurück. In das IFA-Museum in Nordhausen.

Hier informierte sich der Politiker während seiner Sommertour über die Ausstellung, den Verein und die Menschen, die diese kreiert haben und die tausende Stunden ihrer Freizeit der Bewahrung dieses Teils der industriellen Nordhäuser Geschichte widmen.

Und die hatten Bodo Ramelow denn auch von ihren Problemen zu berichten. Vereinsvorsitzender Hans-Georg Franke erwähnte neben dem hohen Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder vor allem die mangelnde Unterstützung seitens der Stadt Nordhausen. Bis dato gebe es zum Beispiel keine Hinweisschilder auf das Museum im ehemaligen IFA-Areal. Auch in die Museumskonzeption der Stadt habe man keine Aufnahme gefunden.

Interessante Gespräche (Foto: nnz)
Der Ministerpräsident hörte gespannt zu, entgegnete jedoch, dass das Land Thüringen keine Museen direkt fördere, das sei eine lokale oder regionale Aufgabe. Nach einer Führung durch die Ausstellung und der kurzen Inbetriebnahme einer ehemaligen Werkslok aus der Schweiz, sprach der Ehrenvorsitzende des Vereins, Helmut Peter, Klartext im Bezug auf die wirtschaftliche Situation des Vereins (siehe Videoclip).

Klare Worte von Helmut Peter
Bürgermeisterin Jutta Krauth entgegnete, dass der Stadtrat beschlossen habe, das IFA-Museum in das museale Konzept der Stadtverwaltung aufzunehmen und das bis Jahresende über die Formen und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit gesprochen werden solle.

Der Ministerpräsident bekräftigte nochmal die Haltung der Landesregierung hinsichtlich der Unterstützung regionaler Museen. "Das ist in erster Linie die Aufgabe der Kommunen, sie müssen entscheiden, was sie wollen und was nicht." Das Land werde sich da nicht einmischen und werde auch nichts versprechen. Wohl aber könne über eine flankierende Unterstützung, zum Beispiel bei der Schaffung der notwendigen Infrastruktur gesprochen und diskutiert werden.
Peter-Stefan Greiner
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