nnz-Forum
Was uns die Amseln zwitschern
Mittwoch, 03. Juli 2019, 15:46 Uhr
Nur ein Vogelschiss soll nach höchster AfD-Definition das Dritte Reich in der deutschen Geschichte gewesen sein. Ornithologen sehen in diesem Vergleich die ganze Vogelschar verunglimpft. Die braune Feder der Diktatur brauchen Amsel, Fink und Star ihrem Gefieder sich nicht anzustecken, meint nnz-Leser Martin Roland...
So schnell wie ein Vogelschiss vom Teakholz-Tisch auf unserer Terrasse entfernt werden kann, lassen sich die zwölf Jahre des Nazi-Regimes nicht aus dem
Gedächtnis löschen. Eingebrannt sind Auschwitz und Zweiter Weltkrieg, und sage da keiner, es müsse endlich ein Schlussstrich gezogen werden. Der Tod war ein Meister aus Deutschland.
Vielmehr gilt es heute, jeder Verharmlosung bis Leugnung der deutschen Schuld entgegenzutreten. Die industrielle Vernichtung von Millionen ist einmalig in der Geschichte der Menschheit. Die AfD will seit ihrer Gründung jede Art von politischer Gewalt verurteilt haben. So bestreitet Alexander Gauland die so genannte Wegbereiter-These. Nach dem Mord in Kassel trifft ein FAZ-Leser (Dr. Ruprecht Kampe, Marburg) mit dieser Analyse ins Schwarze: Einst wurden Juden von den Nazis zu Parasiten, Kapitalisten, Politiker und Polizisten von der RAF zu Schweinen erklärt, so wie heute vielfach Migranten zu Sozialschmarotzern und Politiker zu Volksverrätern. Deshalb sollte sich auch die AfD fragen, ob sie nicht – gerade auch durch Äußerungen und Reden ihrer führenden Repräsentanten – sowohl zur Verrohung der allgemeinen Sprache und damit des Denkens als auch zur Missachtung der grundsätzlich verbürgten Würde von Migranten und Politikern beigetragen hat und damit zugleich zur Herabsetzung der Hemmschwelle für die Begehung von Straftaten an Politikern und Migranten bis hin zu Mord.
Frei von Ressentiments und Hetze weiden abends Amseln auf der Wiese unseres Gartens. Dass die sozialen Medien nicht mehr zum Spielfeld für Hassprediger werden, dürfte wohl nur ein frommer Wunsch bleiben.
Martin Roland
So schnell wie ein Vogelschiss vom Teakholz-Tisch auf unserer Terrasse entfernt werden kann, lassen sich die zwölf Jahre des Nazi-Regimes nicht aus dem
Gedächtnis löschen. Eingebrannt sind Auschwitz und Zweiter Weltkrieg, und sage da keiner, es müsse endlich ein Schlussstrich gezogen werden. Der Tod war ein Meister aus Deutschland.
Vielmehr gilt es heute, jeder Verharmlosung bis Leugnung der deutschen Schuld entgegenzutreten. Die industrielle Vernichtung von Millionen ist einmalig in der Geschichte der Menschheit. Die AfD will seit ihrer Gründung jede Art von politischer Gewalt verurteilt haben. So bestreitet Alexander Gauland die so genannte Wegbereiter-These. Nach dem Mord in Kassel trifft ein FAZ-Leser (Dr. Ruprecht Kampe, Marburg) mit dieser Analyse ins Schwarze: Einst wurden Juden von den Nazis zu Parasiten, Kapitalisten, Politiker und Polizisten von der RAF zu Schweinen erklärt, so wie heute vielfach Migranten zu Sozialschmarotzern und Politiker zu Volksverrätern. Deshalb sollte sich auch die AfD fragen, ob sie nicht – gerade auch durch Äußerungen und Reden ihrer führenden Repräsentanten – sowohl zur Verrohung der allgemeinen Sprache und damit des Denkens als auch zur Missachtung der grundsätzlich verbürgten Würde von Migranten und Politikern beigetragen hat und damit zugleich zur Herabsetzung der Hemmschwelle für die Begehung von Straftaten an Politikern und Migranten bis hin zu Mord.
Frei von Ressentiments und Hetze weiden abends Amseln auf der Wiese unseres Gartens. Dass die sozialen Medien nicht mehr zum Spielfeld für Hassprediger werden, dürfte wohl nur ein frommer Wunsch bleiben.
Martin Roland
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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