nnz-online
Sommerfest des NUV

Der große Spatenstich lässt auf sich warten

Montag, 24. Juni 2019, 20:30 Uhr
Der große Spatenstich kommt noch dieses Jahr. Allerdings nicht im Industriegebiet Goldene Aue. Zum Sommerfest des Nordthüringer Unternehmerverbandes blieb die ganz große Nachricht aus aber die Wirtschaft bleibt optimistisch, das eine Ansiedlung in der Goldenen Aue kommen sei unausweichlich...

Der Nordthüringer Unternehmerverband feierte heute sein Sommerfest auf dem Lindengut in Gudersleben (Foto: Angelo Glashagel) Gefeiert wurde heute auf dem "Lindengut" in Gudersleben

Eigentlich hätte heute Andreas Krey vor dem Mikrofon stehen sollen, Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) und damit Schirmherr über die Vermarktung des Industriegebietes Goldene Aue. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Herr Krey angekündigt das man einen willigen Investor gefunden habe, ein großer Logistiker wolle sich vor den Toren Nordhausens ansiedeln.

Es kam anders, in letzter Minute fiel die Entscheidung gegen den Südharz. Es war nicht die erste Ankündigung dieser Art, es sollte nicht die letzte sein. Herr Krey musste seinen Besuch bei den Nordthüringern kurzfristig absagen und so war es heute an Nils Neu, dem Vorsitzenden des NUV, seine versammelten Verbandsfreunde auf dem Lindengut in Gudersleben über den Stand der Dinge in Sachen Industriegebiet zu informieren und der nahm's mit Humor. Es werde in naher Zukunft, noch im August, einen großen Spatenstich in Nordhausen geben. Allerdings nicht im Industriegebiet, sondern am Darrweg. Damit werde eine der letzten freien Flächen für größere Ansiedlungen innerhalb der Stadt geschlossen, meinte Neu, dies bedeute auch, dass Investoren in Zukunft gar keine andere Wahl hätten, als sich in der Goldenen Aue niederzulassen.

NUV-Vorsitzender Nils Neu: das Interesse am Industriegebiet ist da (Foto: Angelo Glashagel) In den zwei vergangenen Jahren, seit dem Start der Vermarktung, sei viel passiert, auch wenn das nicht immer öffentlich zu sehen sei, erklärte Neu, das Interesse am Standort sei da, das habe auch die knappe Entscheidung im vergangenen Jahr gezeigt. Inzwischen "verdichte" sich das Interesse eines anderen "großen deutschen Unternehmens", sich im Industriegebiet anzusiedeln. Mehr war dem NUV-Vorsitzenden nicht zu entlocken.

Wie Neu sind viele der Anwesenden optimistisch, das sich auf der Brache noch etwas tun wird und bleiben geduldig. Dazu gehört auch Landrat Matthias Jendricke: "Die Kreisstadt hat ihre Zugkraft nie verloren, wir stehen besser da als manch andere, größere Stadt in Thüringen, das haben die Zahlen zum Anstieg der Steuereinnahmen in der vergangenen Woche wieder gezeigt", sagte Jendricke, die Ziffern zeigten auch, das es der Wirtschaft gut gehe und wenn es den Unternehmern gut gehe, sei das auch gut für die kommunalen Finanzen, was wiederrum bedeute das man mehr investieren könne um die Region attraktiver zu machen. Auf kommunaler Ebene könne man dennoch wenig tun, um etwaigen Investoren den Standort schmackhaft zu machen, über das nötige Instrumentarium verfüge man erst auf Landesebene.

Geduld, bitte, und Vertrauen auf die Kraft der Region - das war die Kernbotschaft des Abends. Auch wenn es wieder nicht zu mehr als eine vagen Ankündigung gereicht hat sollten die Anwesenden die positiven Impulse der letzten Jahre nach außen zu tragen. "wir sind ein starker Verband, wir werden jemanden her bekommen", sagte Neu.

Auch an die versammelte Lokalpolitik hatte Neu eine Bitte zu richten. "Wir hoffen auf eine sachliche Zusammenarbeit aller demokratischen Parteien und jeder kann einen Beitrag dazu leisten, zu dieser Sachlichkeit zu gelangen". Das fange schon bei der Verrohung der Sprache an, die sich manchmal abzeichne. Den Wahlkampf müsse man nun abhaken, das annehmen, was einem der Bürger gegeben habe und das beste tun, um die Region voranzubringen.

Für den Appell hatte man sich einen passenden Ort ausgesucht. Das "Lindengut" in Gudersleben wird seit zwölf Jahren vom Horizont-Verein als soziales Projekt betrieben, dient sowohl sozialschwachen Familien als zu Hause als auch dem weiteren Dorf als Versammlungsort und Verwaltungszentrale. Die ehemalige Dorfkneipe hat schon kurz nach der Wende dicht gemacht, die Nachfolger haben gefehlt. Handyempfang gibt es hier keinen, von Breitband ganz zu schweigen und die Straßen am Ort haben schon bessere Zeiten gesehen. Immerhin: rund um Gudersleben gibt es derzeit viele Baustellen, ein Zeichen das sich die Dinge ändern können. Vielleicht gilt gleiches auch für das Industriegebiet. Früher oder später.
Angelo Glashagel
Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2019 nnz-online.de