Besuch aus der (fast) heilen Welt
Freitag, 01. April 2005, 13:42 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit Anfang der 90er Jahre kennen sich Joachim Claus und Hermann Haisch. Beide haben den gleichen Job, sie sind Landräte. Der eine in Thüringen, der andere in Bayern. Jetzt bekommen beide die (fast) gleichen Probleme...
Besuch aus der (fast) heilen Welt (Foto: nnz)
Man gleicht sich bei den Problemen an, meinte Joachim Claus (CDU) heute scherzhaft, als er mit seinem Gast aus dem Landkreis Unterallgäu das Südharz-Krankenhaus besucht hatte. Gemeint waren damit nicht etwas die Gesellschafteranteile der Einrichtung, sondern zum Beispiel Hartz IV und die allgemeine Finanzsituation. Trotz dieser Gemeinsamkeiten – die Unterschiede zwischen beiden Landkreisen sind immer noch vorhaben. Doch dazu später, erst einmal die Chronologie.
Die Unterallgäuer Delegation besuchte neben dem Krankenhaus gestern auch die Stadt Heringen und die Deponie Nentzelsrode. Für letztere sprach der Gast aus Bayern seinem Nordhäuser Amtskollegen ein dickes Lob aus. Hier habe es eine Entwicklung gegeben, die vielleicht ihresgleichen auch in Bayern suchen könne. Für Hermann Haisch (3. von rechts) war vor allem das Konstrukt zwischen kommunalen und privaten Unternehmen an diesem Standort beeindruckend. In Heringen stand die Schulpolitik im Mittelpunkt der Unterredungen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Heringer Stadtrat, Maik Schröter, erläuterte dem bayerischen Gast nicht nur den Schulstandort, sondern lud ihn natürlich zu einem Standrundgang ein.
Beeindruckend dann heute die Visite im Südharzkrankenhaus. Das sind Strukturen, wie sie der Landkreis Unterallgäu nicht kennt. Ein dickes Lob gab es dann auch für die Geschäftsleitung des Hauses sowie für die Aufsichtsgremien. Obwohl auch kommunal getragen, gibt es in der kommunalpolitischen Heimat von Hermann Haisch drei kleinere Häuser. Vergleicht man da aber einige Zahlen miteinander, dann stellt man fest, dass es zwischen dem Unterallgäu und Nordthüringen doch noch einige Unterschiede gibt.
Werden im Südharz-Krankenhaus jährlich etwa 700 Kinder geboren, so erblicken in den wesentlich kleineren Häusern, in Mindelheim zum Beispiel, etwa 500 neue Erdenbürger jährlich das Licht der Welt. Noch mehr Zahlen gefällig? Während der Landkreis Nordhausen jährlich etwa 1.000 Bürger verliert, wächst der Landkreis Unterallgäu um diese Zahl. Während im Landkreis Nordhausen die Vereine unter Nachwuchssorgen klagen, erfreuen sich die im Landkreis Unterallgäu eines Zulaufes wie nie zuvor. So gibt es allein 26 Jugendfeuerwehren.
Auch das Regieren ist für den Bayer etwas komfortabler. Seine CSU verfügt im Kreistag selbstredend über die absolute Mehrheit, was natürlich nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen schlussfolgern lässt. Schließlich muss Landrat Haisch auch über 50 Bürgermeister im Zaum halten, 16 von ihnen sind auch noch Mitglieder des Kreistages – aber alle in der CSU-Fraktion.
Es war der nunmehr vierte Besuch des Landrates aus Bayern in Nordthüringen. Dreimal war Kollege Claus im Unterallgäu. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein, versprachen sich beide Politiker heute in die Hand. Eingefädelt hatten das alles einst Manfred Putz (ganz links), damals Hauptamtsleiter und heute im Ruhestand, sowie Christine Wagner auf der Nordhäuser Seite.
Autor: nnz
Besuch aus der (fast) heilen Welt (Foto: nnz)
Man gleicht sich bei den Problemen an, meinte Joachim Claus (CDU) heute scherzhaft, als er mit seinem Gast aus dem Landkreis Unterallgäu das Südharz-Krankenhaus besucht hatte. Gemeint waren damit nicht etwas die Gesellschafteranteile der Einrichtung, sondern zum Beispiel Hartz IV und die allgemeine Finanzsituation. Trotz dieser Gemeinsamkeiten – die Unterschiede zwischen beiden Landkreisen sind immer noch vorhaben. Doch dazu später, erst einmal die Chronologie.
Die Unterallgäuer Delegation besuchte neben dem Krankenhaus gestern auch die Stadt Heringen und die Deponie Nentzelsrode. Für letztere sprach der Gast aus Bayern seinem Nordhäuser Amtskollegen ein dickes Lob aus. Hier habe es eine Entwicklung gegeben, die vielleicht ihresgleichen auch in Bayern suchen könne. Für Hermann Haisch (3. von rechts) war vor allem das Konstrukt zwischen kommunalen und privaten Unternehmen an diesem Standort beeindruckend. In Heringen stand die Schulpolitik im Mittelpunkt der Unterredungen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Heringer Stadtrat, Maik Schröter, erläuterte dem bayerischen Gast nicht nur den Schulstandort, sondern lud ihn natürlich zu einem Standrundgang ein.
Beeindruckend dann heute die Visite im Südharzkrankenhaus. Das sind Strukturen, wie sie der Landkreis Unterallgäu nicht kennt. Ein dickes Lob gab es dann auch für die Geschäftsleitung des Hauses sowie für die Aufsichtsgremien. Obwohl auch kommunal getragen, gibt es in der kommunalpolitischen Heimat von Hermann Haisch drei kleinere Häuser. Vergleicht man da aber einige Zahlen miteinander, dann stellt man fest, dass es zwischen dem Unterallgäu und Nordthüringen doch noch einige Unterschiede gibt.
Werden im Südharz-Krankenhaus jährlich etwa 700 Kinder geboren, so erblicken in den wesentlich kleineren Häusern, in Mindelheim zum Beispiel, etwa 500 neue Erdenbürger jährlich das Licht der Welt. Noch mehr Zahlen gefällig? Während der Landkreis Nordhausen jährlich etwa 1.000 Bürger verliert, wächst der Landkreis Unterallgäu um diese Zahl. Während im Landkreis Nordhausen die Vereine unter Nachwuchssorgen klagen, erfreuen sich die im Landkreis Unterallgäu eines Zulaufes wie nie zuvor. So gibt es allein 26 Jugendfeuerwehren.
Auch das Regieren ist für den Bayer etwas komfortabler. Seine CSU verfügt im Kreistag selbstredend über die absolute Mehrheit, was natürlich nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen schlussfolgern lässt. Schließlich muss Landrat Haisch auch über 50 Bürgermeister im Zaum halten, 16 von ihnen sind auch noch Mitglieder des Kreistages – aber alle in der CSU-Fraktion.
Es war der nunmehr vierte Besuch des Landrates aus Bayern in Nordthüringen. Dreimal war Kollege Claus im Unterallgäu. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein, versprachen sich beide Politiker heute in die Hand. Eingefädelt hatten das alles einst Manfred Putz (ganz links), damals Hauptamtsleiter und heute im Ruhestand, sowie Christine Wagner auf der Nordhäuser Seite.
