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Seniorenvertretung traf Oberbürgermeister

Die Verwaltung steht in den Startlöchern

Dienstag, 04. Juni 2019, 18:00 Uhr
Wie geht es weiter mit Feuerwehr und Theater? Sollte es mehr öffentliche Toiletten geben? Was ist mit der Beleuchtung am Bebel-Platz? Zum Treffen der Nordhäuser Seniorenvertretung mit Oberbürgermeister Kai Buchmann stellte sich der sowohl den "großen" wie auch "kleinen" Fragen. Die Botschaft: die Stadt ist bereit anzupacken. Bald...

Seniorenvertretung trifft auf Oberbürgermeister (Foto: Angelo Glashagel) Seniorenvertretung trifft auf Oberbürgermeister (Foto: Angelo Glashagel)

Ein bisschen geht es bei der Gesprächsrunde der Seniorenvertretung zu wie im Stadtrat oder einer Ausschusssitzung, der Oberbürgermeister eröffnet den Reigen mit Informationen zum Alltagsgeschehen. Der Haushalt: wird zur nächsten Stadtratssitzung beschlossen. Mit dem Ende der Haushaltskonsolidierung sei man wieder handlungsfähig und könne auch Projekte in Angriff nehmen, für die es keine Fördermittel gebe, auch solche wie sie auf der Wunschliste der Senioren stehen.

Feuerwehr: der Bauantrag soll noch vor dem Sommer genehmigt werden, dann können Ausschreibungen gemacht werden, der Spatenstich werde noch 2019 erfolgen. Das Theater: die Unterstützung durch das Land in Höhe von 22 Mio. Euro sei eine "Jahrhundertchance das Theater auf Vordermann zu bringen" und müsse genutzt werden.

Soweit, so bekannt, in der Seniorenvertretung muss die Verwaltung bei den großen Themen keinen Gegenwind befürchten. Die Senioren treiben (auch) andere Themen um. Der Zustand des Bahnhofsvorplatzes etwa. Der müsse barrierefrei ausgebaut werden und wieder eine öffentliche Toilette erhalten.

Zustimmung von Seiten des OB, die Pläne für einen sehbehindertengerechten Ausbau habe man beim Bauamt bereits in der Tasche. Kostenpunkt: bis zu 40.000 Euro. Auch eine Toilette wäre wünschenswert, nicht nur hier sondern auch an anderen Stelle, wie dem August-Bebel-Platz. Geldfragen seien hier weniger das Problem, führt Buchmann aus, vielmehr tue man sich schwer jemanden zu finden der die öffentlichen Toiletten auch langfristig betreuen kann, für Sauberkeit sorgt und Vandalismus vorbeugt.

v.l.: Dietrich Hanusch, Kai Buchmann, Winfried Schmitt, Herbert Miller (Foto: Angelo Glashagel) v.l.: Dietrich Hanusch, Kai Buchmann, Winfried Schmitt, Herbert Miller (Foto: Angelo Glashagel)

Insgesamt würde der Platz, auch durch den Umbau des Fürstenhofes, durch derlei Maßnahmen an Attraktivität gewinnen. Im Ratssaal wird an diesem Nachmittag viel im Konjunktiv gesprochen. Ein Radweg nach Leimbach wäre denkbar, wenn man die "Flurbereinigung" durchführe und neue Wege entwickele. Für Petersdorf gebe es Ideen seitens des Straßenbauamtes, eine Umsetzung stehe aber "in den Sternen". Anders in Steinbrücken, auch hier wäre das Straßenbauamt zuständig, die Planungen sind aber im Verbund mit dem Ausbau der Bundesstraße etwas konkreter. Der Weg nach Hesserode müsste über das Land von knapp 60 verschiedenen Grundstückseignern führen, nicht alle sind bekannt, Klärungen würden viel Zeit beanspruchen.

Wie steht es mit einem Kreisverkehr auf der Europakreuzung oder in der Robert-Koch-Straße? Nicht ganz leicht aber denkbar, zumindest für die Europakreuzung gäbe es Überlegungen in den zuständigen Ämtern, erklärt Buchmann. Selten muss der OB den Ansinnen der Senioren direkt widersprechen, versucht stattdessen zu erläutern wo mögliche Fallstricke und Verzögerungsgründe liegen können. Der öffentliche Personennahverkehr werde nie kostenlos werden, man müsse sich aber darum bemühen das Angebot attraktiver zu gestalten, etwa durch die Erhöhung von Taktzeiten. Mehr Öffentlichkeit in den Ausschusssitzungen der Politik sei bei ihm zwar gerne gesehen, die Gesetzgebung stehe dem aber aktuell entgegen. Man könne sich glücklich schätzen den August-Bebel-Platz als zentralen Veranstaltungsort in der Stadt zu haben, er könnte aber "schöner" gemacht werden.

Könnte. Solange der Haushalt auf sich warten lässt, kann der OB kaum konkreter werden. Buchmann verspricht den versammelten Senioren, dass die Stadtverwaltung in den Startlöchern stehe. Man habe die vergangenen sechs Monate nicht "verpennt", sondern viel geplant und werde im Jahr 2019 doppelt soviel investieren, wie im Vorjahr.

Der Konjunktiv sollte sich schon kommenden Woche erledigt haben. Am 12. Juni tritt der neue Stadtrat zusammen und kann den Weg frei machen für konkrete Schritte Abseits von "könnte" und "würde". Zumindest für einige der angesprochenen Themen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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