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Schluss mit dem Plattmachen!

Donnerstag, 20. September 2001, 13:32 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Hiobsbotschaften für den Nordthüringer Arbeitsmarkt überschlagen sich. Nach der Ankündigung von Reemtsma, die Nordhäuser Zigarettenfabrik zu schließen, hat jetzt Bosch/Siemens die geplante Stillegung seines Auslieferungslagers in Leinefelde bekannt gegeben. nnz hat beim PDS-Bundestagabgeordneten Gerhard Jüttemann nachgefragt.


„Auch das Zementwerk Deuna will ein Drittel seiner 330 Beschäftigten entlassen, und die Ziegelwerke Teistungen sind von der Aufgabe bedroht. Insgesamt 4000 Menschen sind im Arbeitsamtsbezirk Nordhausen im letzten Jahr arbeitslos geworden - wegen Betriebsaufgabe oder Konkurses von 434 Unternehmen“ zählt der Politiker auf. Im Grundgesetz steht, "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." Ist Bosch/Siemens vom Konkurs bedroht? Oder Reemtsma? Oder Dyckerhoff? Die Antwort heißt für Jüttemann: Nein.

Firmen, die in dieser Liga spielen würden, kümmern sich aber mehr um ihre eigenen Milliarden und Millionen als um das Allgemeinwohl. Und die große Politik lasse sie gewähren. Wir haben große Regierungsprogramme für den Aufbau Ost, der Kanzler schwinge große Reden und unternehme große Reisen nach Ostdeutschland. Nur die tatsächliche Hilfe für den Arbeitsmarkt oder genauer gesagt, die Zahl der Arbeitsplätze, die werde immer kleiner. „Wo soll das hinführen? Was soll aus Nordthüringen werden und was aus Ostdeutschland, wenn es dort immer weniger statt mehr Arbeit gibt?“, fragt der Bundestagsabgeordnete.

„Ich fordere die Verantwortlichen auf, sich an das Grundgesetz zu halten und den Standort Leinefelde für Bosch/Siemens, Nordhausen für Reemtsma und Deuna für Dyckerhoff zu erhalten und die Zahl der Arbeitsplätze in Nordthüringen und in Ostdeutschland generell deutlich zu erhöhen, statt platt zu machen, was platt zu machen geht“, so der PDS-Mann abschließend.
Autor: nnz

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