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Nachruf auf Klaus Hummitzsch

"Wir sind Klaus unendlich dankbar"

Mittwoch, 08. Mai 2019, 14:45 Uhr
Zum Tod von Klaus Hummitzsch gibt es nun einen Nachruf von seinem Nachfolger als Bürgermeister der Einheitsgemeinde Werther, Hans-Jürgen Weidt...


Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Werther, mein Vorgänger Klaus Hummitzsch, hat seinen härtesten Kampf, den gegen seine Krankheit, leider verloren und ist in der Nacht zum 1. Mai verstorben.

Ich kannte Klaus seinerzeit nur aus der Zeitung, als Vorsitzender des Rates des Kreises und somit war er damals für mich ein linientreuer Genosse des DDR-Systems.

Meine erste Begegnung mit Klaus hatte ich erst viele Jahre später, im Jahr 1997. Die Einheitsgemeinde Werther wurde per Gesetz gegründet und Klaus Hummitzsch trat zur Wahl als Bürgermeister an. Für viele Bürger sehr überraschend, dennoch gewann er diese Wahl souverän.

Ich lernte Klaus, den neugewählten Bürgermeister der Gemeinde Werther, durch meine damalige Funktion als Vorstandsmitglied des VfB Werther 1920 näher kennen. Mein altes und damaliges politisches Vorurteil gegenüber Klaus, hatte sich durch sein positives öffentliches Auftreten während der Wende und friedlichen Revolution schon deutlich in eine gewisse Art von Anerkennung verändert.

Nach nur wenigen Begegnungen habe ich Klaus als klar strukturierten, verlässlichen und sehr sachlich agierenden Menschen kennen und schätzen gelernt. Nach dem Motto "ein Mann ein Wort".

Mit seiner Lebenserfahrung und der jahrelangen kommunalen Tätigkeit, ist es ihm von Beginn an in seinem neuen Amt als Bürgermeister gelungen, eine funktionierende Verwaltung und demokratische Struktur in der neuen Gemeinde aufzubauen.

Die schwierigste Aufgabe stand Ihm aber noch bevor, denn acht ehemals eigenständige und auch teils eigenwilligen Ortsteile mit Ihren unterschiedlichen Bürgern, mussten friedlich und möglichst geräuschlos auf Augenhöhe zu einer neuen Einheitsgemeinde verbunden werden. Es war mit Sicherheit ein sehr holpriger und steiniger Weg, aber Klaus hat dieses Kunststück geschafft. Das war nur durch seine besondere Art und Weise, seine positiven Charaktereigenschaften, eine hohe Fachkompetenz, seine Erfahrung auf kommunaler Ebene, durch seinen ruhigen und ehrlichen Umgang mit Menschen, seine klare Strategie und sein stets zielorientiertes Handeln möglich.

Auf dem damaligen Gesetzentwurf zur Gründung stand „Einheitsgemeinde Werther“, Klaus nahm das wörtlich und schuf tatsächlich eine Einheit aus den acht ehemaligen Ortsteilen. Ich, und mit Sicherheit auch alle Bürger und Bürgerinnen der Gemeinde Werther, sowie die vielen politischen Mitstreiter, die Ihm auf diesen Weg begleitet haben, sind Klaus dafür unendlich dankbar. Trotz seiner klaren Struktur und Disziplinvorgaben an alle Angestellten der Gemeinde, war er stets ein fairer und auch sozialeingestellter Verwaltungschef.

Er wird in der Historie und Entwicklung der Gemeinde Werther immer tief verwurzelt sein und der“ Vater“ der Einheitsgemeinde Werther bleiben.

Als mich Klaus im Jahr 2008 erstmals angesprochen hat, ob ich mir vorstellen könnte sein Nachfolger zu werden, war ich mehr als überrascht und geehrt. Aus meinen ersten Einwand, dass ich keine verwaltungstechnische Ausbildung vorweisen kann, lächelte er. Klaus machte mir deutlich, dass logisches Denken, vertrauensvolles Handeln und eine gewisse Lebenserfahrung, gepaart mit einem respektvollen Umgang mit Menschen, eine gute Grundlage für dieses Amt sind. Dass er mir dieses vertrauensvolle Amt zutraute, erfüllte mich mit Stolz und ohne Klaus wäre ich jetzt nicht bereits zehn Jahre der Bürgermeister der Gemeinde Werther.

Die Gemeindeverwaltung Werther, und viele andere Menschen, haben einen sehr geschätzten Freund und einen stets verlässlichen Weggefährten verloren. Wir werden Ihn stets in ehrenvoller und dankbarer Erinnerung behalten.

Meine Gedanken sowie der Angestellten der Gemeinde Werther sind natürlich bei seiner lieben Frau Brigitte, seinen Kindern und Enkelkindern. Ihnen wünschen wir viel Kraft, über diesen herben Verlust hinweg zukommen und für die Zukunft alles Gute.
H.-Jürgen Weidt, Bürgermeister der Gemeinde Werther
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