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Hier besteht echter Handlungsbedarf

"Auf dem Petersberg ist immer was los!"

Mittwoch, 08. Mai 2019, 08:54 Uhr
Eine multifunktionale Anlage als Garten-, Freizeit- und Schulanlage bis zum Jahr 2029 - so sieht es das städtische Konzept für den Nordhäuser Petersberg vor. Momentan allerdings geht die Entwicklung in eine andere Richtung - sehr zum Verdruss der Verantwortlichen und vieler Anwohner...

"Hier ist am Abend immer was los!" (Foto: privat) "Hier ist am Abend immer was los!" (Foto: privat) "Hier ist immer was los", sagt ein Jugendlicher. Aufgenommen am 22. April

Nach dem das Wetter in den zurückliegenden Tagen sich doch ein wenig verbessert, zumindest aber verändert hat, wurde das jugendliche Treiben vom Zentrum der Rolandstadt auf den Petersberg verlagert. Die Betreiber der Marktpassage können aufatmen, dafür müssen die Anwohner des Petersberges und die Verantwortlichen der Stadt mit den neuen, alten Problemen zurechtkommen.

Auf Nachfrage im Nordhäuser Rathaus, teilt Pressesprecher Lutz Fischer mit, dass der derzeitige Zustand der Stadtverwaltung bekannt sei und dass eigentlich nur Reparaturen der zerstörten Gegenstände vorgenommen werden können. Unter anderem musste die Zaunanlage mehrfach erneuert oder instandgesetzt werden.

Allein in den Monaten März und April wurde das städtische Ordnungsamt sechsmal von Bürgern zum Petersberg gerufen. Auf die Frage der nnz, welche Ordnungsmaßnahmen durch die Behörde verhängt wurden, teilte das Rathaus mit: "Der Außendienst des Ordnungsamtes hat die Beschwerden vor Ort abgearbeitet und erforderliche Maßnahmen veranlasst. Am 22.04. (Lagerfeuer im Mülleimer) hat die Berufsfeuerwehr erforderliche Maßnahmen ergriffen und der Hinweis auf eine beschädigte Zaunanlage vom 02.05.2019 war bereits bekannt und wurde noch einmal dem zuständigen Amt mitgeteilt."

Sanktionen müssen die Verursacher, meist Jugendliche, nicht befürchten, zumindest ist dazu nichts bekannt. Wie aber soll dem Vandalismus begegnet werden? Da soll natürlich wieder ein Konzept helfen, das sich in einer hausinternen Entscheidungsphase befinde. Kostenintensiv soll es sein, das Konzept und organisatorischen, bauliche sowie verkehrsberuhigende Maßnahmen enthalten. Details wurden nicht benannt, wohl aber die Bremse zur Umsetzung: Die ausstehende Haushaltsfreigabe durch die Kommunalaufsicht.

"Hier ist am Abend immer was los!" (Foto: nnz) "Hier ist am Abend immer was los!" (Foto: nnz)
Etwas drastischer formuliert die Nordhäuser Polizei die Situation auf dem Petersberg. Sie spricht von einem beliebten Treffpunkt der Jugendlichen, wobei es dort immer wieder zu Straftaten wie Körperverletzungen oder Sachbeschädigungen komme. Auch regelmäßige Ruhestörungen sowie Verstöße gegen die Nordhäuser Stadtordnung wie Alkoholverbot werden konstatiert. Im März und April wurden die Beamten dreimal zum Petersberg gerufen. Gründe waren lärmende Jugendliche, eine Schlägerei und das Zünden von Böllern.

"In gemeinsamen Beratungen mit Vertretern des Ordnungsamtes und dem Landratsamt als Jugendschutzbehörde hat man nach Problemlösungen gesucht. Resultierend sind verstärkte Bestreifungen seitens der Polizei und gemeinsame Streifengänge mit Vertretern des Ordnungsamtes und der Jugendschutzbehörde angesprochen worden", sagt Pressesprecherin Fränze Töpfer.

Fazit aus Sicht der Polizei: Dem Problem könne man nur entgegenwirken, wenn die Stadt den Jugendlichen Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, in denen sie sich treffen können.

Die aber gibt es doch in Nordhausen. Jugendtreffs, Jugendzimmer und gar ein Jugendklubhaus, die über zig Jahre hinweg mit Steuergeldern finanziert und betrieben werden. Nur scheinen die zur Freizeitbeschäftigung nicht so "in" zu sein, denn - wie formulierte es ein Jugendlicher gegenüber der nnz: "Echt, auf dem P-Berg ist immer was los!"
Peter-Stefan Greiner
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