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Stadtgrünfonds

Ein junger Baum, der alt werden soll

Donnerstag, 02. Mai 2019, 13:29 Uhr
Als Stadt-Baum hat man es dieser Tage nicht leicht. Lange Dürreperioden, wenig Nährstoffe und Streusalz verkürzen die Lebenszeit, insbesondere am Straßenrand. In Nordhausen ist man inzwischen dazu übergegangen klimabeständige Arten zu pflanzen. Ein solcher Baum wurde jetzt durch die Landschaftsarchitekten der LA21 gespendet...

Landschaftsarchitekt Björn Diener (Foto: nnz) Landschaftsarchitekt Björn Diener (Foto: nnz)
Ein Baum kann, je nach Art, hunderte von Jahren alt werden. In den Städten sind die Bedingungen für die langlebigen Gewächse in den letzten Jahren immer prekärer geworden, erzählt Sven Gerwien vom Nordhäuser Grünamt, manche Pflanze komme kaum noch auf 35 bis 40 Jahre.

Deswegen sei man inzwischen dazu übergegangen "Stadtklimaresiliente" Arten zu pflanzen. So geschehen am Nachmittag. Die Landschaftsarchitekten des Büros "LA21" spendeten für die Kreuzung Arnoldstraße/Bahnhofstraße eine "Hopfenbuche". Die ist eigentlich in Südeuropa beheimatet und kann Hitze- und Trockenstress besser vertragen. "Manche Baumarten wie Spitz- oder Bergahorn können wir kaum noch pflanzen", erklärt Gerwien, zudem müsse man sich stärker um die Pflege der Gewächse kümmern. Waren früher sechs bis acht "Gießgänge" ausreichend sind es heute eher 10 bis 12, Tendenz steigend.

Die neue Hopfenbuche könnte bis 120 Jahre alt werden, die Rahmenbedinungen am Standort sind gut, der Baum wird im Grund mit einem mageren Substrat gepäppelt und der Stamm mit einer weißen Schutzbeschichtung versehen, die den Verdunstungsschutz und die Wasserspeicherfähigkeit erhöhen soll.

In der Grünplanung müsse man sich seit längeren mit den gleichen Fragen Auseinandersetzen, erzählt Björn Diener von LA21, 550 Euro hat seine Firma für den Baum gespendet, der Rest der Kosten wurde durch den Stadtgrünfonds beglichen. Der hat seit 2014 Spenden in Höhe von 28.000 Euro zusammengebracht. Dabei wurden nicht nur 35 Bäume gepflanzt sondern auch Waldschänken und Spielgeräte aufgebaut. Die letzten Bäume hatte man bereits im vergangenen Herbst auf dem Petersberg und in der Rautenstraße gepflanzt.

Gerade letztere gehöre zu den "Dauerbrennern" wenn es um Neupflanzungen gehe, berichtet Gerwien, auch an der Hauptstraße in Salza, auf der westlichen Seite des Van-der-Foer-Damms und in der Oberstadt bestehe dringender Bedarf. Zunächst steht aber die Grimmelallee auf dem Programm, hier stehen größere Baumaßnahmen an in deren Folge man auch eine ganze Reihe neuer Bäume pflanzen werde. Auf dem Petersberg wird man sich im Sommer um kleineres "Grün" kümmern, in Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum sollen hier Hochbeete für Kräuter aufgestellt werden.
Angelo Glashagel
Autor: red

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