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Kundegebung zum 1. Mai auf dem Rathausplatz

Rot-Grün ist der Mai

Mittwoch, 01. Mai 2019, 12:30 Uhr
Zum Tag der Arbeit kamen heute wieder Parteien, Verbände und Gewerkschaften auf dem Rathausplatz zusammen. Im Fokus standen die Wahlen im Mai, das Schicksal der europäischen Gemeinschaft und der Arbeitskampf...

1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz  (Foto: Angelo Glashagel) 1. Mai auf dem Nordhäuser Rathausplatz (Foto: Angelo Glashagel)

Man hat am 1. Mai sicher schon mehr Menschen auf dem Rathausplatz gesehen, ebenso wie man in den letzten Jahren weniger gesehen hat. Neben dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der IG-Metall waren auch SPD, Linke und Grüne auf dem Rathausplatz vertreten, die Marxistisch-Leninistische Partei und die Naturschützer vom BUND.

Geladen hatte der DGB und der gab am Vormittag auch das Thema vor: Europa und die Wahlen. Der stellvertretende Vorsitzende des Nordhäuser Kreisverbandes der Gewerkschaft, Matthias Marquardt, verglich die aktuelle Lage mit dem Brand der Kirche Notre Dame in Paris: sie war immer da, war selbstverständlich, einmal hat man nicht aufgepasst und nun wird man viel Kraft und Mittel aufwenden müssen, um sie wiederaufzubauen. Europa gehe es ähnlich, man habe sich an die Union, an ihre Idee, an den Frieden auf dem Kontinent gewöhnt. Mit dem erstarken Anti-Europäischer Ressentiments sei das nun aber in Gefahr und es sei fraglich, ob man die EU wieder aufbauen könne, wenn sie einmal verloren ginge.

Die Probleme der Zeit ließen sich nicht in Kleinstaaterei lösen, sagte Marquardt, zudem profitiere man in Deutschland von der EU. Was nicht bedeute das man bei den Gewerkschaften nicht auch Probleme sehe. Strikte Sparpolitik habe für viele Menschen Armut und Ausgrenzung zur Folge gehabt. Um den Zusammenhalt nicht weiter zu gefährden bräuchte es in Zukunft ein soziales, solidarisches und gerechteres Europa.

Ein Weg dahin wären, wie auch in Deutschland, mehr und bessere Tarifverträge. Auch könne es nicht sein das Arbeitnehmer zur Kasse gebeten würden, während großen Konzerne ganz legal kaum Steuern zahlen und ihre Risiken und Verluste beständig auf die Gesellschaft abwälzten.

Für ein friedliches Europa des Miteinander sprach sich auch Landrat Matthias Jendricke (SPD) aus. Einheitliche Arbeitnehmerrechte und Mindestlöhne würden letztlich auch der deutschen Wirtschaft und deutschen Arbeitsplätze nutzen.

Populisten versuchten mit einfachen Thesen und rassistischen Zuspitzungen auf Stimmenfang zu gehen, erklärte Jendricke, als Demokraten müsse man sich denen entgegenstellen, die den Kontinent und das Land bis hinab in die Kommunen spalten wollten. Die junge Generation hätte heute das Glück, das geteilte Europa und das geteilte Deutschland nicht mehr kennengelernt zu haben. Die Freiheit, die der Kontinent biete, lasse sich aber auch heute noch erfahren.

Die "jungen" waren auch im Publikum, unter anderem die Organisatoren der "Fridays for Future"-Bewegung in Nordhausen. Am Freitag will man zusammen mit den Jusos der SPD ab 14 Uhr auf dem Theaterplatz zur "Fahrraddemo" laden. Die nächste "große" Demonstration soll es im Zuge der globalen Proteste für mehr Umwelt- und Klimaschutz am 24. Mai geben.
Angelo Glashagel
Autor: red

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