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Erstes Geschäftsjahr nach Fusion

Dienstag, 22. März 2005, 12:26 Uhr
Nordhausen (nnz). 26 Filialen, 160 Mitarbeiter, 20 Auszubildende und eine rund 140 jährige Geschichte, das ist die Nordthüringer Volksbank. Nach einen turbulenten vergangenen Jahr zieht die Genossenschaftsbank Bilanz.

Erstes Geschäftsjahr nach Fusion (Foto: nnz) Erstes Geschäftsjahr nach Fusion (Foto: nnz) Von Mackenrode bis Buttstädt erstreckt sich das Filialnetz der Nordthüringer Volksbank, wie Vorstand Peter Herbst stolz berichtet. Bilanz zieht er vom ersten vollständigen Geschäftsjahr nach der Fusion mit den Volksbanken Sondershausen und Sömmerda. Man habe seine Position am Markt behaupten können, so der Vorstand.

Zwar sei die Bilanzsumme mit 477 Millionen Euro leicht rückläufig, um 1 %, aber das liege vor allem daran, daß die Bank selbst aufgenommene Darlehen zurückgezahlt und keine neuen beansprucht hat. Das Eigenkapital in Form von Rücklagen konnte gesteigert werden auf 26.863.000 Euro.

Da der Kundenstamm sich stark aus Rentnern und Arbeitnehmern zusammensetzt, weniger aus Selbstständigen, habe man im Privatkundenbereich die Auswirkungen von Hartz IV zu spüren bekommen. Kunden hoben größere Barbeträge ab. Bei Summen über 5000 Euro frage die Volksbank nach dem warum. Es geht besonders um die Erforschung der Kundenzufriedenheit. Hier gaben manche Leute zu, daß sie das Bargeld lieber daheim im Sparstrumpf aufbewahren, auch wenn es dort keine Zinsen gibt.

Dennoch hat sich die Zahl der Einlagen positiv entwickelt. 404 Millionen Euro liegen auf den Konten. Das sei ein Erfolg der angebotenen Sondersparformen, kein reines Angstsparen vor einer noch schlechter werdenden Wirtschaftslage. Allein auf den Sparkonten der Kunden lagern 178.987.000 Euro, der Rest verteilt sich auf andere Anlageformen wie Wertpapiere und Bausparen.

Problematisch für die Bank sind weniger die Leute, die wenig haben und wenig sparen können. Schlimmer sind jene, die mit ihrem Geld nicht umgehen können und ständig ihr Konto überziehen. In den Jahrgängen 1972 bis 1985 finden sich statistisch die größten Verschwender. Warum junge Leute mit Geld nicht umgehen können, weiß auch Peter Herbst nicht, aber er mutmaßt, daß horrende Handyrechnungen ein Grund sein könnten.

Vorreiter beim Onlinebanking ist ebenfalls die Jugend, aber auch Unternehmer (rund 80 %) nutzen diese Möglichkeit. Von den rund 63.700 Kunden sind 8.559 Online-Kunden. Von der Rentnergeneration werde das Angebot aber zu 99 % nicht wahrgenommen. Diese sind froh über das dichte Filialnetz.

Der sozialen Verantwortung für die Jugend ist sich die Volksbank durchaus bewußt, deshalb werden Projekte der Kinder- und Jugendarbeit gefördert. Für Schulen und Tagesstätten stiftet die Bank Möbel, Computer, Bücher und T-Shirts für Sportmannschaften. Mit der Fachhochschule besteht ein Kooperationsvertrag, der es Studenten ermöglicht Semester- und Diplomarbeiten zu schreiben. Auch Geldspenden bleiben nicht aus.

Der Marktanteil der Bank liegt zwischen 8 und 25 Prozent. Mit einer umfassenden Betreuungskonzeption will die Nordthüringer Volksbank im Jahr 2005 in die Offensive gehen. Insgesamt blicken die Vorstände Peter Herbst und Harald Habermann optimistisch in die Zukunft.

Einen Vorschlag nebst Bitte möchte man aber noch vorbringen: Die Zusammenarbeit mit der Stadt Nordhausen könnte sich verbessern. Allein in Nordhausen leistete man 2004 144.472 Euro Steuervorauszahlung. Die Stadt sollte doch auch mal selbst auf so einen großen Steuerzahler zukommen und sich als Dienstleister wahrnehmen, so Peter Herbst.

Der Vorstand der Nordthüringer Volksbank möchte sich auf dem Weg bei allen Kunden und Geschäftspartnern, sowie den Mitarbeitern für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.
Autor: wf

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