Südharz entdecken
Montag, 21. März 2005, 16:57 Uhr
Nordhausen/Ilfeld (nnz). Eine Milliarde Jahre Erdgeschichte auf engstem Raum mitten in Deutschland, 3.000 Jahre Bergbaugeschichte. Da sollte doch spannendes für die ganze Familie dabei sein. Gehen Sie mit der nnz auf Entdeckungstour.
Südharz entdecken (Foto: nnz)
Generationen von Schülern erlebten den Poppenturm und den Kohnstein auf ihren Wandertagen. Nicht immer freiwillig erkundeten sie die Schönheit ihrer Heimat. Aber warum nicht einmal aus eigenem Antrieb losgehen und die Natur erkunden?
Anstoß könnte das UNESCO Projekt Geopark Harz mit seinen Geopunkten geben. Diese Punkte und Landmarken spielen eine wichtige Rolle. Für den Südharz wurden die bekannten Sehenswürdigkeiten ausgewählt. Zu jeder Landmarke gibt es ein interessantes Infoheft, welches mit lohnenden Ausflugszielen vertraut macht. Heute wurde in der Langen Wand in Ilfeld der Flyer Nummer 6 präsentiert, der rund um den Poppenturm zum Erforschen einlädt.
Neben dem 1894 errichteten Stahlgitter-Aussichtsturm, von Ilfeld zu Fuß in 4 km Entfernung gelegen, lohnt besonders für Familien der Besuch im Schaubergwerk Rabensteiner Stollen. Es handelt sich hierbei um das einzige Steinkohlenbergwerk im Harz. Kinder werden Spaß an einer Fahrt mit der Grubenbahn haben.
Zurück geht die Wanderung durch das Ilfelder Tal. Bis die Bäume belaubt sind, ist der Gänseschnabel gut zu sehen. Er ist eine bizarre Felsformation am Hang gegenüber dem gleichnamigen Gasthaus. Sein dünner Hals wurde bereits mit Stahlbändern vor dem Abstürzen gesichert. Einen weiteren Spaß bietet das Nadelöhr, ein sagenumwobener Felsen mit einem Loch. Neue Fuhrleute, so die Sage, wurden durch dieses Loch getrieben. Blieben sie stecken, halfen ihre Kollegen mit Peitschenhieben nach. Wer Geld hatte, konnte sich von der peinlichen Strapaze aber auch freikaufen.
Bergbaufans kommen außerdem im Schaubergwerk Lange Wand auf ihre Kosten. Unter 036331/32033 kann ein Besuch vereinbart werden. Unterschiedliche Arten des Bergbaus sind zu sehen, außerdem bietet ein geologischer Aufschluß in der Nähe eindrucksvolle Einblicke in die Entwicklung der Erdgeschichte.
Sogar einen Vulkan gibt es in der Nähe, nämlich am nordöstlichen Rand von Osterode bei Neustadt. Anschaulich wird die Quellkuppe im Aufschluß am Bornberg, wo der Ilfelder Porphyrit abgebaut wurde.
Mehr zu diesen und weiteren Sehenswürdigkeiten finden Sie im Flyer zur Landmarke 6, dem Poppenturm. In verschiedenen Hotels und Informationen können Sie ihn erhalten. Der Regionalverband Harz wird bis zum Jahresende die Informationen zu allen 16 Landmarken in drei Bundesländern herausgeben. Unterstützt wurde der verband dabei vom Land Thüringen, dem Landratsamt Nordhausen und der Lift GmbH.
Für alle, die mehr wissen wollen: Was ist eigentlich ein Geopark?
In einem Geopark befinden sich interessante und seltene Zeugen der Erdgeschichte, geologische Aufschlüsse, Altbergbau, besondere Felsformationen, aber auch Museen mit geologischen Sammlungen und Bergbaulehrpfade. Die Erdgeschichte soll hier auch für den Laien verständlich und anschaulich erklärt werden. Auch die rund 8,8 Millionen Touristen, die jährlich im Harz unterwegs sind, werden angesprochen länger hier zu bleiben und die Region genauer zu erkunden.
Der Geopark Harz reicht vom Flechtiger Höhenzug im Norden bis zum Südharzer Gipskarstgebiet. Die Ost-West Ausdehnung entspricht dem gesamten Mittelgebirge. Der Geopark ist in Teilgebiete gegliedert, wobei jedem eine Landmarke zugeordnet ist. Damit wird es leichter, Touren zu planen.
Länderübergreifend zusammengearbeitet wird nicht nur im 2002 gegründeten Geopark, auch mit den Nationalparks und anderen Naturschutzgebieten wird im Rahmen der Tourismusförderung eine Zusammenarbeit angestrebt.
Zu Ostern noch nichts vor? Nutzen Sie doch einfach das schöne Wetter und erkunden Sie den Geopark vor Ihrer Haustür.
Autor: wf
Südharz entdecken (Foto: nnz)
Generationen von Schülern erlebten den Poppenturm und den Kohnstein auf ihren Wandertagen. Nicht immer freiwillig erkundeten sie die Schönheit ihrer Heimat. Aber warum nicht einmal aus eigenem Antrieb losgehen und die Natur erkunden?
Anstoß könnte das UNESCO Projekt Geopark Harz mit seinen Geopunkten geben. Diese Punkte und Landmarken spielen eine wichtige Rolle. Für den Südharz wurden die bekannten Sehenswürdigkeiten ausgewählt. Zu jeder Landmarke gibt es ein interessantes Infoheft, welches mit lohnenden Ausflugszielen vertraut macht. Heute wurde in der Langen Wand in Ilfeld der Flyer Nummer 6 präsentiert, der rund um den Poppenturm zum Erforschen einlädt.
Neben dem 1894 errichteten Stahlgitter-Aussichtsturm, von Ilfeld zu Fuß in 4 km Entfernung gelegen, lohnt besonders für Familien der Besuch im Schaubergwerk Rabensteiner Stollen. Es handelt sich hierbei um das einzige Steinkohlenbergwerk im Harz. Kinder werden Spaß an einer Fahrt mit der Grubenbahn haben.
Zurück geht die Wanderung durch das Ilfelder Tal. Bis die Bäume belaubt sind, ist der Gänseschnabel gut zu sehen. Er ist eine bizarre Felsformation am Hang gegenüber dem gleichnamigen Gasthaus. Sein dünner Hals wurde bereits mit Stahlbändern vor dem Abstürzen gesichert. Einen weiteren Spaß bietet das Nadelöhr, ein sagenumwobener Felsen mit einem Loch. Neue Fuhrleute, so die Sage, wurden durch dieses Loch getrieben. Blieben sie stecken, halfen ihre Kollegen mit Peitschenhieben nach. Wer Geld hatte, konnte sich von der peinlichen Strapaze aber auch freikaufen.
Bergbaufans kommen außerdem im Schaubergwerk Lange Wand auf ihre Kosten. Unter 036331/32033 kann ein Besuch vereinbart werden. Unterschiedliche Arten des Bergbaus sind zu sehen, außerdem bietet ein geologischer Aufschluß in der Nähe eindrucksvolle Einblicke in die Entwicklung der Erdgeschichte.
Sogar einen Vulkan gibt es in der Nähe, nämlich am nordöstlichen Rand von Osterode bei Neustadt. Anschaulich wird die Quellkuppe im Aufschluß am Bornberg, wo der Ilfelder Porphyrit abgebaut wurde.
Mehr zu diesen und weiteren Sehenswürdigkeiten finden Sie im Flyer zur Landmarke 6, dem Poppenturm. In verschiedenen Hotels und Informationen können Sie ihn erhalten. Der Regionalverband Harz wird bis zum Jahresende die Informationen zu allen 16 Landmarken in drei Bundesländern herausgeben. Unterstützt wurde der verband dabei vom Land Thüringen, dem Landratsamt Nordhausen und der Lift GmbH.
Für alle, die mehr wissen wollen: Was ist eigentlich ein Geopark?
In einem Geopark befinden sich interessante und seltene Zeugen der Erdgeschichte, geologische Aufschlüsse, Altbergbau, besondere Felsformationen, aber auch Museen mit geologischen Sammlungen und Bergbaulehrpfade. Die Erdgeschichte soll hier auch für den Laien verständlich und anschaulich erklärt werden. Auch die rund 8,8 Millionen Touristen, die jährlich im Harz unterwegs sind, werden angesprochen länger hier zu bleiben und die Region genauer zu erkunden.
Der Geopark Harz reicht vom Flechtiger Höhenzug im Norden bis zum Südharzer Gipskarstgebiet. Die Ost-West Ausdehnung entspricht dem gesamten Mittelgebirge. Der Geopark ist in Teilgebiete gegliedert, wobei jedem eine Landmarke zugeordnet ist. Damit wird es leichter, Touren zu planen.
Länderübergreifend zusammengearbeitet wird nicht nur im 2002 gegründeten Geopark, auch mit den Nationalparks und anderen Naturschutzgebieten wird im Rahmen der Tourismusförderung eine Zusammenarbeit angestrebt.
Zu Ostern noch nichts vor? Nutzen Sie doch einfach das schöne Wetter und erkunden Sie den Geopark vor Ihrer Haustür.
