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KEIN LOBLIED, ABER ZAHLEN UND FAKTEN

Ein „Medienstar“, der dem Südharz gut tut

Freitag, 19. April 2019, 17:42 Uhr
Was ist ein Star? Nein, der Vogel ist nicht gemeint. Auch nicht eine Augenkrankheit. Gemeint ist eine Person, die berühmt wurde im Film, Theater, Sport. Was George Clooney für den Film ist Christiano Ronaldo für den Fußball. Gibt es auch einen Medienstar? Natürlich. Das ist eine Person, die öffentliche Aufmerksamkeit erheischt und in den Medien präsent ist...


Nordhausen. Ein Medienmann oder -frau kann positiv wie negativ für Schlagzeilen sorgen. Haben wir so eine Person im Südharz? Ich meine schon: Landrat Matthias Jendricke. Allgemeine Bewertung in der Öffentlichkeit: Positives Erscheinungsbild! Der Mann macht auf sich aufmerksam: mit immer neuen Ideen und Visionen, vorwärts weisend, unnachgiebig. Mag der eine oder andere sie als abgehoben sehen, so sei betont: Wer keine Ideen in dieser Funktion hat, der ist fehl am Platz.

Ich bin überzeugt: Unser Landrat tut der Region gut. Nachdem er mir in einem längeren Gespräch seine Vision von einer erweiterten Straßenbahnlinie eingehend erklärte, sehe ich die Sache jetzt weniger skeptisch. Gewiss war die Idee, die Linie über den Stadtpark zu verlegen, nicht die beste. Ein Park soll ein Park bleiben. Dies, habe ich den Eindruck, sieht er ein. Auch, dass die letzten Grüngürtel um die Stadt von Bebauungen frei bleiben sollten.

Nach seinen Taten soll man ihn messen, heißt es so schön. Eine Großtat wäre die Ertüchtigung und Bebauung des ehemaligen Gaswerkgeländes. Auch die CDU, betonte Steffen Iffland, Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten im Stadtrat und Kandidat für den Landtag, im Gespräch mit der nnz, wolle sich dafür einsetzen. Nach den Hinterlassenschaften des ehemaligen VEB Kraftverkehr in der Geseniusstraße, wo jetzt das Rolandhaus steht, verschwände ein weiterer Schandfleck. Anstelle könnte ein ansprechendes kleines Wohngebiet entstehen. Landrat, packe es an!
Ob Erfurt, Leipzig, Halle, Dresden oder Berlin in jeder größeren Stadt von Rang und Namen befinden sich Hotels im Zentrum der Städte oder ihrer Nähe. Warum nicht ein Hotel gehobener Ansprüche in Nordhausen?, fragt der Landrat und stellte (nnz berichtete) die Vision eines Hotels und eines Kongresszentrums vor. Die Studie zu einem Hotelneubau zwischen Badehaus und der Zorgebrücke halte ich für durchaus machbar. Auch das Kongresszentrum in der Grimmelallee, wo eine Baulücke geschlossen werden könnte. Wer den Tourismus beleben, Nordhausen bekannter und Gäste aus nah und fern locken will, kann es bei Worten nicht belassen.

Oder nehmen wir den Albert-Kuntz-Sportpark. Ich kann da nur unterstreichen, was Kollege Greiner gestern schrieb: „ Er (der Landrat) macht was her, quetscht die Fördermitteltöpfe aus, rennt Türen in Erfurt und Berlin ein, geht durch die Hintertür wieder zurück, wenn er vorn ohne Erfolg raus gegangen ist.“ Am Ende stand der Erfolg! So ist es ihm gelungen, ein gesichertes Bauvolumen von elf Millionen Euro federführend für den Umbau des Stadions zu scheffeln. Dürfte er da nicht auch Mittel für ein Hotel zusammentrommeln? Natürlich muss die Stadt mitziehen.

Positiv finde ich seine Präsenz zu gegeben Anlässen. Ob auf der Forst-Farm zu pferdesportlichen Veranstaltungen, im Stadion oder zu Jubiläen betagter Heiminsassen, wie erst kürzlich zum 105.Geburtstag einer Heimbewohnerin im Rolandhaus Matthias Jendricke nahm sich die Zeit, unterhielt sich angeregt mit der Jubilarin. Die war sichtlich erfreut, dass ein so Prominenter gekommen war, um ihr persönlich zu gratulieren.

Ich lese schon die Zeilen eines Nick-Kommentators, ein Loblied auf den Landrat angestimmt zu haben. Ich verhehle nicht, dass ich ihn mag. Das bedeutet aber nicht, er sei in der nnz über jede Kritik erhaben.

Ein „Medienstar“ im positiven Sprachgebrauch wäre doch auch der Rathausspitze vorteilhaft. Dort hat es eher den Anschein, als sei man schon kollektiv in das Sommerloch gefallen. Bescheidenheit mag löblich sein, Windstille auf Dauer ist es nicht. Wer sich nicht rührt, wird nicht gehört.
Kurt Frank
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