nnz-Betrachtung: Inszeniert
Mittwoch, 16. März 2005, 09:38 Uhr
Nordhausen (nnz). Theater ist immer ein Stückchen Politik und Politik ist wohl auch immer ein Stück Theater. Nie hat sich dieser Vergleich so bewahrheitet wie in diesen Tagen, in denen es um die Inszenierung des Job-Gipfels geht.
Mittlerweile haben jedoch nicht die Agierenden die Fäden in der Hand, sondern die Medien. Sie zelebrieren den Donnerstag als das Jahrhundertereignis. Tausende Redakteure, Volontäre und Praktikanten hatten in den vergangenen Tagen telefoniert und wollten Statements erheischen. Da waren den Kollegen auch schon mal Namen recht, die sonst nirgendwo in Kommentaren oder Berichten auftauchen. Die typischen Hinterbänkler, die das sagen, was die Medien hören wollen. Die BILD-Zeitung schaffte es sogar Bundespräsident Köhler vor dessen Rede im Supermann(Horst)-Outfit auf ihre Seiten zu bringen. Und die Partei-Bosse hatte immer wieder die entsprechende Miene aufgesetzt, die der von Joschka Fischer ähnelt, wenn der den gesamten Weltschmerz in seinem Gesicht vereint.
Das eigentlich Schlimme an dieser Entwicklung ist jedoch die Tatsache, dass die gewählten Politiker das mit sich machen und sich somit vorführen und (vielleicht) steuern lassen. Rede das, was gewollt ist, dann ist dir ein Platz in den Nachrichten sicher.
Job-Gipfel heißt morgen das Ding. Es muß nicht so aufregend sein. Da können sich Gerhard Schröder, Angela Merkel und vielleicht auch Edmund Stoiber einfallen lassen was sie wollen. Sie können halbherzige Steuererleichterungen oder ähnlich schnuckelig Klingendes aus dem Ärmel schütteln, am Grundzustand dieser Gesellschaft wird das nichts ändern. In den zurückliegenden Jahren gab es für Unternehmen in Deutschland jede Menge Entlastungen, der Tarifbeton wurde aufgeweicht, vor allem die Großen Fische im Wirtschaftsteich frohlockten. Was aber hat das alles auf der Jobseite gebracht? Mehr Arbeitslose, mehr Armut, mehr sozialer Abbau.
Bei allen Überlegungen, das Super-Ereignis in Worte zu fassen: Vielleicht ist der Begriff Job-Gipfel doch richtig, schließlich sollen die, die sich da treffen, einfach nur ihren Job richtig machen.
Autor: nnzMittlerweile haben jedoch nicht die Agierenden die Fäden in der Hand, sondern die Medien. Sie zelebrieren den Donnerstag als das Jahrhundertereignis. Tausende Redakteure, Volontäre und Praktikanten hatten in den vergangenen Tagen telefoniert und wollten Statements erheischen. Da waren den Kollegen auch schon mal Namen recht, die sonst nirgendwo in Kommentaren oder Berichten auftauchen. Die typischen Hinterbänkler, die das sagen, was die Medien hören wollen. Die BILD-Zeitung schaffte es sogar Bundespräsident Köhler vor dessen Rede im Supermann(Horst)-Outfit auf ihre Seiten zu bringen. Und die Partei-Bosse hatte immer wieder die entsprechende Miene aufgesetzt, die der von Joschka Fischer ähnelt, wenn der den gesamten Weltschmerz in seinem Gesicht vereint.
Das eigentlich Schlimme an dieser Entwicklung ist jedoch die Tatsache, dass die gewählten Politiker das mit sich machen und sich somit vorführen und (vielleicht) steuern lassen. Rede das, was gewollt ist, dann ist dir ein Platz in den Nachrichten sicher.
Job-Gipfel heißt morgen das Ding. Es muß nicht so aufregend sein. Da können sich Gerhard Schröder, Angela Merkel und vielleicht auch Edmund Stoiber einfallen lassen was sie wollen. Sie können halbherzige Steuererleichterungen oder ähnlich schnuckelig Klingendes aus dem Ärmel schütteln, am Grundzustand dieser Gesellschaft wird das nichts ändern. In den zurückliegenden Jahren gab es für Unternehmen in Deutschland jede Menge Entlastungen, der Tarifbeton wurde aufgeweicht, vor allem die Großen Fische im Wirtschaftsteich frohlockten. Was aber hat das alles auf der Jobseite gebracht? Mehr Arbeitslose, mehr Armut, mehr sozialer Abbau.
Bei allen Überlegungen, das Super-Ereignis in Worte zu fassen: Vielleicht ist der Begriff Job-Gipfel doch richtig, schließlich sollen die, die sich da treffen, einfach nur ihren Job richtig machen.
