Wölfe in Thüringen
Interesse an einem alten Bekannten
Donnerstag, 28. März 2019, 21:06 Uhr
Wölfe in Thüringen, unter diesem Motto hatten am Abend die Natura 2000-Station Südharz/Kyffhäuser und das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Und der Saal des Hotels Zur Hoffnung in Werther war krachend voll…
Interesse bei der Jägerschaft der Region (Foto: nnz)
In einem Vortrag wurden zunächst der Schutzstatus des Wolfes, Biologie, Vorkommen, Monitoring, Rissgeschehen, Herdenschutz, Entschädigung, Prävention und andere Themen angerissen, die den Wolf betreffen.
Sie betreffen, und das wurde an diesem Abend klar, vor allem die Jäger und die Bauernschaft im Landkreis Nordhausen. Das machte bereits CDU-Landtagsabgeordneter Egon Primas in seiner Funktion als Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Südharz/Kyffhäuser bei der Begrüßung deutlich, der auch die aktuelle Übersicht aus dem Landtag darstellte.
Der Referent, der sich jedoch seit Jahren mit Wölfen beschäftigt, hatte es schwer. Er redete ohne Mikrofon, so dass lediglich die Hälfte seines Vortrages in den hinteren Reihen ankam. Zunächst stellte er die Historie des Wolfes in Europa, speziell in Deutschland, dessen Verbreitung und Verhalten vor. Zum Beispiel, dass sich das Territorium eines Rudels über 250 Quadratkilometer erstrecken kann und dass Canis lupus bereits seit dem Mittelalter in Europa die Menschen "beschäftigt".
Bevorzugte Reviere seien in Sachsen ehemalige Truppenübungsplätze oder stillgelegte Braunkohlentagebaue. Auch würden die einzelnen Rudel mitunter bis zu 1.000 Kilometer wandern. Allerdings, und das war ein Makel des Vortrages, waren die vorgestellten Zahlen zum Teil aus dem Jahren 2004 oder 2005. Die Wanderungs- und Verbreitungszahlen waren jedoch aktuellerer Natur. Sie zeigten das Hauptverbreitungsgebiet in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Zum Schluss wurden minutenlang Bilder vom wölfischen Rissgeschehen in Thüringen und Sachsen gezeigt. Währenddessen verließen die ersten Zuhörer den Saal. Zum Abschluss gab es den Ausblick, dass 2022/23 bereits mehr als 3.000 Wölfe in Deutschland leben könnten.
Egon Primas übte sodann Kritik an der Thüringer Umweltministerin, die da gemeint haben soll, dass das Muffelwild zum Beispiel nicht zu Thüringen gehöre. Wohl aber der Wolf. Primas plädierte dafür, dass die Politik Lösungen für die Nutztierhalter auf den Tisch legen solle. Auch sei eine Schutzjagd auf den Wolf denkbar, Vorbilder gebe es dazu in Skandinavien. Die Politik müsse jetzt handeln und das auch in einem europäischen Rahmen. Wenn das jetzt nicht geschehe, dann würden wieder sechs Jahre vergehen, um neue gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Interesse bei der Jägerschaft der Region (Foto: nnz)
In einem Vortrag wurden zunächst der Schutzstatus des Wolfes, Biologie, Vorkommen, Monitoring, Rissgeschehen, Herdenschutz, Entschädigung, Prävention und andere Themen angerissen, die den Wolf betreffen.
Sie betreffen, und das wurde an diesem Abend klar, vor allem die Jäger und die Bauernschaft im Landkreis Nordhausen. Das machte bereits CDU-Landtagsabgeordneter Egon Primas in seiner Funktion als Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Südharz/Kyffhäuser bei der Begrüßung deutlich, der auch die aktuelle Übersicht aus dem Landtag darstellte.
Der Referent, der sich jedoch seit Jahren mit Wölfen beschäftigt, hatte es schwer. Er redete ohne Mikrofon, so dass lediglich die Hälfte seines Vortrages in den hinteren Reihen ankam. Zunächst stellte er die Historie des Wolfes in Europa, speziell in Deutschland, dessen Verbreitung und Verhalten vor. Zum Beispiel, dass sich das Territorium eines Rudels über 250 Quadratkilometer erstrecken kann und dass Canis lupus bereits seit dem Mittelalter in Europa die Menschen "beschäftigt".
Bevorzugte Reviere seien in Sachsen ehemalige Truppenübungsplätze oder stillgelegte Braunkohlentagebaue. Auch würden die einzelnen Rudel mitunter bis zu 1.000 Kilometer wandern. Allerdings, und das war ein Makel des Vortrages, waren die vorgestellten Zahlen zum Teil aus dem Jahren 2004 oder 2005. Die Wanderungs- und Verbreitungszahlen waren jedoch aktuellerer Natur. Sie zeigten das Hauptverbreitungsgebiet in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Zum Schluss wurden minutenlang Bilder vom wölfischen Rissgeschehen in Thüringen und Sachsen gezeigt. Währenddessen verließen die ersten Zuhörer den Saal. Zum Abschluss gab es den Ausblick, dass 2022/23 bereits mehr als 3.000 Wölfe in Deutschland leben könnten.
Egon Primas übte sodann Kritik an der Thüringer Umweltministerin, die da gemeint haben soll, dass das Muffelwild zum Beispiel nicht zu Thüringen gehöre. Wohl aber der Wolf. Primas plädierte dafür, dass die Politik Lösungen für die Nutztierhalter auf den Tisch legen solle. Auch sei eine Schutzjagd auf den Wolf denkbar, Vorbilder gebe es dazu in Skandinavien. Die Politik müsse jetzt handeln und das auch in einem europäischen Rahmen. Wenn das jetzt nicht geschehe, dann würden wieder sechs Jahre vergehen, um neue gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
Peter-Stefan Greiner
