Bullen und Bären im nnz-Aktien-Tip
Dienstag, 18. September 2001, 09:12 Uhr
Nordhausen/Frankfurt (nnz). Die nnz bietet in lockerer Folge Analysen und Markteinschätzungen an. Das Material wird nnz von der Helaba zur Verfügung gestellt. Heute: 18.09.2001
Trotz Leitzinssenkungen auf beiden Seiten des Atlantik haben die US-Börsen am Montag ihre Talfahrt bis Handelsschluss beschleunigt: Der Dow-Jones-Index fiel um fast 700 Punkte auf den niedrigsten Stand seit annähernd drei Jahren. Einen so hohen Punkteverlust an einem Tag hat es noch nie gegeben. Auch die Umsätze seien so hoch gewesen wie noch nie. Die dramatischen, aber im Rahmen der Erwartungen liegenden Verluste seien auf die Sorge zurückzuführen, die Terroranschläge vom vergangenen Dienstag könnten die US-Wirtschaft nachhaltig beeinträchtigen. Der Index der 30 Standardwerte Dow Jones Industrial Average verlor 7,12 Prozent und schloss mit 8.921,18 Punkten. Der marktbreitere S&P 500-Index schloss ebenfalls sehr schwach. Der Index sank um 4,92 Prozent auf 1.038,79 Zähler.
Eine Stunde vor der mit großer Spannung erwarten Wiedereröffnung der Börsen nach der längsten Pause seit Jahrzehnten hatte die US-Notenbank Federal Reserve abermals die Leitzinssätze gesenkt. Der maßgebliche Tagesgeldsatz wurde von 3,5 auf 3,0 Prozent vermindert, um der US-Wirtschaft und den Finanzmärkten auf die Sprünge zu helfen. Es war bereits die achte Zinssenkung der Fed in diesem Jahr. Die kanadische Notenbank und Europäische Zentralbank (EZB) lockerten daraufhin ihre Zinssätze ebenfalls um 0,50 Prozentpunkte. Händler sprachen von erwarteten Verkäufen in nahezu allen Sektoren. Besonders starke Kursrückgänge verzeichneten Fluggesellschaften, Versicherer und Hotelwerte - Branchen, die am meisten unter den Folgen der Terrorattacken zu leiden haben. Aktien von Rüstungskonzernen konnten dagegen teilweise zulegen. Um einen drastischen Einbruch zu verhindern, hat die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC Sonderregeln eingeführt. So dürfen Unternehmen unter erleichterten Bedingungen eigene Aktien zurückkaufen, um den Kurs ihrer Papiere zu stützen. Namhafte Unternehmen, von General Electric über Intel und Morgan Stanley bis PepsiCo, haben davon Gebrauch gemacht.
Die deutschen Aktienmärkte konnten gestern zulegen. Mit einem Abschlag von 7 Prozent verlor der Dow Jones Index nicht soviel, wie die europäischen Indices in den letzten vier Tagen. Nach dem Test der 4000er Marke im Dax von gestern, gehe ich auch für heute von einer leichten Erholung im Dax aus. Allerdings ist die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Gegenschlages auch in den nächsten Tagen unser ständiger Begleiter. Aus diesem Grund muss ständig mit Rückschlägen gerechnet werden. Leichte Widerstände nach oben bestehen im Bereich von 4300 und 4450 Punkten. Nach den großen Umsätzen und der großen Volatilität im Markt dürfe sich in den nächsten Tagen eine gewisse Beruhigung einstellen.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr Jörg Dechert
Autor: nnzTrotz Leitzinssenkungen auf beiden Seiten des Atlantik haben die US-Börsen am Montag ihre Talfahrt bis Handelsschluss beschleunigt: Der Dow-Jones-Index fiel um fast 700 Punkte auf den niedrigsten Stand seit annähernd drei Jahren. Einen so hohen Punkteverlust an einem Tag hat es noch nie gegeben. Auch die Umsätze seien so hoch gewesen wie noch nie. Die dramatischen, aber im Rahmen der Erwartungen liegenden Verluste seien auf die Sorge zurückzuführen, die Terroranschläge vom vergangenen Dienstag könnten die US-Wirtschaft nachhaltig beeinträchtigen. Der Index der 30 Standardwerte Dow Jones Industrial Average verlor 7,12 Prozent und schloss mit 8.921,18 Punkten. Der marktbreitere S&P 500-Index schloss ebenfalls sehr schwach. Der Index sank um 4,92 Prozent auf 1.038,79 Zähler.
Eine Stunde vor der mit großer Spannung erwarten Wiedereröffnung der Börsen nach der längsten Pause seit Jahrzehnten hatte die US-Notenbank Federal Reserve abermals die Leitzinssätze gesenkt. Der maßgebliche Tagesgeldsatz wurde von 3,5 auf 3,0 Prozent vermindert, um der US-Wirtschaft und den Finanzmärkten auf die Sprünge zu helfen. Es war bereits die achte Zinssenkung der Fed in diesem Jahr. Die kanadische Notenbank und Europäische Zentralbank (EZB) lockerten daraufhin ihre Zinssätze ebenfalls um 0,50 Prozentpunkte. Händler sprachen von erwarteten Verkäufen in nahezu allen Sektoren. Besonders starke Kursrückgänge verzeichneten Fluggesellschaften, Versicherer und Hotelwerte - Branchen, die am meisten unter den Folgen der Terrorattacken zu leiden haben. Aktien von Rüstungskonzernen konnten dagegen teilweise zulegen. Um einen drastischen Einbruch zu verhindern, hat die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC Sonderregeln eingeführt. So dürfen Unternehmen unter erleichterten Bedingungen eigene Aktien zurückkaufen, um den Kurs ihrer Papiere zu stützen. Namhafte Unternehmen, von General Electric über Intel und Morgan Stanley bis PepsiCo, haben davon Gebrauch gemacht.
Die deutschen Aktienmärkte konnten gestern zulegen. Mit einem Abschlag von 7 Prozent verlor der Dow Jones Index nicht soviel, wie die europäischen Indices in den letzten vier Tagen. Nach dem Test der 4000er Marke im Dax von gestern, gehe ich auch für heute von einer leichten Erholung im Dax aus. Allerdings ist die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Gegenschlages auch in den nächsten Tagen unser ständiger Begleiter. Aus diesem Grund muss ständig mit Rückschlägen gerechnet werden. Leichte Widerstände nach oben bestehen im Bereich von 4300 und 4450 Punkten. Nach den großen Umsätzen und der großen Volatilität im Markt dürfe sich in den nächsten Tagen eine gewisse Beruhigung einstellen.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr Jörg Dechert
