nnz-online
nnz-Forum:

Ihr

Mittwoch, 13. März 2019, 20:49 Uhr
Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen! „Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.“ Mit welchem Recht stellt Ihr die Schüler und Jugendlichen an den Pranger? Das fragt Manfred Kappler und meint damit die, die sich kritisch mit den Schüler-Demos auseinandersetzen...


Diese Schüler demonstrieren weder gegen die Schule noch gegen euch. Sie gehen für Euch, für eure Kinder, Enkel und Urenkel auf die Straße. Sie nutzen das gleiche Streikrecht was ihr auch habt. Sie versäumen für euch den Unterricht und Demonstrieren für euch, weil ihr nur zuseht und nichts tut. Eigentlich müsstet Ihr Streiken und Demonstrieren für eure Kinder und Enkel, deren Lebensgrundlage ihr heute schon verbraucht.

Die Politik der Wohlstandsstaaten, ihre Gier nach Geld und Macht haben den Planeten Erde an die Wand gefahren. Sie sind nur mit sich und dem Drang nach immer mehr beschäftigt. Hierdurch sind sie handlungsunfähig. Jede Medaille hat zwei Seiten und alles hat seinen Preis. Der Preis für unseren Wohlstand und den unersättlichen Hunger nach immer mehr sind unsere zerstörte Umwelt und der Klimawandel.

Sie können reden und argumentieren an den Tatsachen werden sie nichts ändern können. Wir überfordern und verbrauchen und verheizen unsere Erde. Dieser Planet Erde befindet sich schon auf der Intensivstation und ihr bemerkt es noch nicht einmal. Seit Beginn der Industrialisierung hat der Mensch begonnen sich von der Natur zu entfernen und diese nur noch als Wirtschaftsfaktor zu sehen um sie auszubeuten. Was wissen wir denn noch von der Natur und ein Leben mit ihr, anstelle von nur gegen sie zu leben? Haben wir nicht das Zusammenspiel von Natur und Leben aus den Augen verloren?

Die Natur hat bisher immer einen Weg gefunden um zu überleben, aber ob es der Mensch mit seiner Gier schafft möchte ich in Frage stellen. Probieren wir es doch einfach mal aus, dann werden wir wissen ob und wieweit der Mensch anpassungsfähig ist.

Schmeißt weiter mit Steinen auf eure Kinder, welche für euch und auch für eure Zukunft demonstrieren und stellt sie als unmündige und Rebellen an den Pranger. Ihr braucht euch und Nichts zu ändern, denn ihr lebt ja jetzt und was morgen ist, wen kümmert das schon heute.

Seht euch unsere Wälder an, unsere Sauerstoff Lieferanten und CO² Speicher, was davon noch übrig bleibt. Sollten es viele nicht gemerkt haben wir hier im Südharz, befanden uns im vergangenen Jahr, im Niederschlagsärmsten Gebiet von Deutschland.

Geben wir doch der Wirtschaft und der Politik freien Raum zur weiteren Vernichtung von unsrer Umwelt und der Erde. Sichern wir die Arbeitsplätze und unterstützen wir doch einmal solidarisch die Braunkohlen Tagebaue und übernehmen deren Großraumgeräte und Arbeitskräfte. So könnten wir rationell den Gipsabbau fördern. So brauchten diese nicht Stückchenweise unsere Landschaft zerstören. Die paar Wohnorte dürften kaum eine Rolle spielen. So ein überdimensionaler Großraumtagebau im Südharz wäre europaweit etwas Einmaliges und für Touristen und Urlauber bestimmt sehenswert und hätte vielleicht auch einen bestimmten Erholungswert. Zumindest würde es das Selbstbewusstsein in Bezug auf eure Größe fördern. Vergesst aber nicht der Krug geht so lange zum Wasser bis er bricht.

Was und wer könnte uns hindern so weiter zu machen wie bisher? Stellt sich nur die Frage, wie lange noch?

Lasst doch der Jugend ihren Lauf, wir nehmen das alles schon in Kauf und machen weiter wie bisher und lassen der Politik und der Wirtschaft ihren freien Lauf.
Manfred Kappler, Ilfeld
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2019 nnz-online.de