nnz-online
aus dem Seniorenbeirat

Wo die Reise hingeht

Mittwoch, 27. Februar 2019, 11:55 Uhr
Im Seniorenbeirat hatte man heute Besuch aus den Verkehrsbetrieben. Um luftige Zukunftsprojekte zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs ging es diesmal nicht, im Zentrum standen vor allem zeitnahe Planungen zum Haltestellenumbau und der Modernisierung der Fahrkartenautomaten...

Im Seniorenbeirat war heute Stefan Länger von den Nordhäuser Verkehrsbetrieben zu Gast (Foto: Angelo Glashagel) Im Seniorenbeirat war heute Stefan Länger von den Nordhäuser Verkehrsbetrieben zu Gast (Foto: Angelo Glashagel)

Im Nordhaus trat heute die Seniorenvertretung der Stadt zusammen. Als Gast hatte man sich mit Stefan Länger den designierten Betriebsleiter des Bereichs Straßenbahn der Nordhäuser Verkehrsbetriebe eingeladen.

Herr Länger wollte vor allem über die Pläne zum barrierefreien Ausbau der Haltestellen in der Stadt berichten, speziell zur Haltestelle in der Stolbergerstraße. Die Verkehrsbetriebe sind landesweit derzeit angehalten alle Haltestellen barrierefrei zu gestalten, am August-Bebel-Platz und in der Rückertstraße hat man das bereits geschafft. Die Bautätigkeit soll in den kommenden Jahren fortgeführt werden, bis zum Jahr 2021 will man auch die Haltestellen in der Stolbergerstraße nach dem Stand der aktuellen Vorschriften angepasst haben.

"Das wird eine größere Herausforderung", sagt Länger, anders als am August-Bebel-Platz wird man an den drei Haltestellen zwischen Theaterplatz und Dr.-Robert-Koch-Straße sicher auch den Gleisbereich anfassen und versetzen müssen anstatt die Haltestellen an das Gleis heranzubauen. Generell versuche man die Baustellen und ihre Folgen so Fahrgastfreundlich wie möglich zu gestalten und die Auswirkungen auf den Fahrgastverkehr möglichst gering zu halten, erklärte Länger, um den Einsatz des Schienenersatzverkehrs komme man aber nicht immer herum.

Gleisanlagen, Haltestellen und Technik müssten in regelmäßigen Abständen erneuert werden, dafür müssen aber auch die nötigen finanziellen Mittel gegeben sein, "wenn das Geld da ist bauen wir alles", sagte Länger.

In der Rautenstraße steht die Erneuerung der Gleise an. Ganz oben auf der Erneuerungsagenda stehen derzeit aber die im Schnitt 15 Jahre alten Fahrscheinautomaten. Die Geräte seien in die Jahre gekommen, der Zustand sei nicht mehr zufriedenstellend, deswegen werde man zunächst neue mobile Automaten in den Straßenbahnen anschaffen. Desweiteren sei geplant auch die standortgebundene Automaten durch Geräte zu ersetzen die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. "Das hätte früher passieren müssen, aber auch hier brauchen wir erst einmal das Geld um aktiv werden zu könnten.", so Länger weiter. Neben Touch-Steuerung und der Möglichkeit der Kartenzahlung wird die Hardware der neuen Automaten auch in der Lage sein, elektronische Tickets oder Handy-Fahrscheine zu verarbeiten. Konkrete Pläne Handy- oder E-Tickets auch einzuführen gibt es noch nicht, entsprechende Pläne lägen auf dem Tisch, wo die Reise hingehe wisse man aber noch nicht, die Entscheidung liege bei der Stadt und dem Kreis. Für technisch weniger affine Fahrgäste gebe es auch weiterhin die Möglichkeit Tickets beim Fahrer zu erwerben. Bisher waren hier aber nicht alle Ticketarten der Verkehrsbetriebe erhältlich, auch das soll sich in Zukunft dank neuer Ausrüstung in der Fahrerkabine ändern.

Sorgen macht den Seniorenvertreter die Situation an der Umsteige-Haltestelle vor dem Theater. Manch älterer Mitbürger hätte schlicht Angst die Straße zu überqueren falls die Bahn wieder anfährt. Er selber sei noch regelmäßig als Bahn- und Busfahrer tätig, die Haltestelle am Theater sei nicht ideal, die Fahrer der Bahnen wüssten aber um die Probleme und hätten Wege gefunden die Zahl der aus- und umsteigenden Fahrgäste non-verbal miteinander zu kommunizieren, erklärte Länger.

Bei der Neugestaltung von Haltestellen werde man auch darauf achten, Autofahrer baulich abzubremsen. Grundsätzlich würden Planungen für neue Haltestellen nur dann genehmigt, wenn diese von der technischen Aufsichtsbehörde nach dem Stand der Gesetze geprüft wurden.
Angelo Glashagel
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de