Stadtratsfraktion will Anträge einbringen
Grüne wollen sorgsameren Umgang mit Gips
Sonntag, 24. Februar 2019, 10:40 Uhr
Man habe "wegweisende" Anträge in die nächsten Sitzungen von Stadtrat und den Kreistag eingebracht, teilen die Fraktionen von Bündnis 90/ Die Grünen mit. Darin geht es um das Trennen und Wiederaufbereiten von gipshaltigen Abfällen bei städtischen Baumaßnahmen bzw. kommunalen Tochterunternehmen...
Wörtlich heißt es im Antrag: Restbaustoffe und Abfälle auf Gipsbasis sind sortenrein zu sammeln und an einen Entsorgungsfachbetrieb zu übergeben, welcher diese Gipsabfälle dem Wiederaufbereitungsverfahren zuführt.
Wenn Stadt und Kreis das beschließen, hat das eine enorme Wirkung, denn SWG und Servicegesellschaft als große Bauherren sind dann ebenfalls daran gebunden, sind sich die beiden GRÜNEN-Fraktionsvorsitzenden Holger Richter als auch Rüdiger Neitzke einig.
Hintergrund der Offensive ist der sorgsame Umgang mit dem Naturrohstoff. Damit soll das von der Bevölkerung mehrheitlich nicht tolerierte Ausweiten des Abbaus in der Region eingedämmt werden. Gips, der einmal vor unserer Tür abgebaut wurde, soll zumindest zu 100% auch verarbeitet werden und das bestenfalls auch mehrfach. Es kann nicht sein, dass wir in kommunalen Bauprojekten Gipsabfälle ohne Recycling entsorgen und dann neue Baustoffe verarbeiten, für die unsere Landschaft weiter zerstört wird., erläutert Richter.
Die Aufarbeitung der Gipsabfälle ist in der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgung GmbH in Großpößna möglich. Bundesweit existieren nur zwei derartige Gipsaufbereitungsanlagen. Die hiesige Gipsindustrie kann den dort aufbereiteten Gips dann wieder weiter verarbeiten, profitiert also ebenfalls von dem geplanten Vorgehen, zumal durch den geplanten Kohleausstieg perspektivisch Rohstoffe für REA-Gips fehlen. Die in Kürze bei Knauf in Betrieb gehende Anlage zur Verarbeitung von dortigen Produktionsresten fügt sich ebenfalls sinnvoll in den Kreislauf zum sorgsamen Umgang mildem abgebauten Rohstoff ein.
Mit der Annahme und Verbringung der Gipsabfälle eröffneten sich zudem für das städtische Entsorgungsunternehmen neue Geschäftsfelder.
Von höheren Kosten für die Bauherren durch unsere Anträge gehen wir nicht aus. führt Rüdiger Neitzke an. Eventuell höhere Kosten für die Trennung der Gipsabfälle auf der Baustelle werden dadurch die Einsparung der teuer zu entsorgenden gemischten Bauabfälle" kompensiert. Deren Entsorgung liegt aktuell deutlich über 100 Euro netto pro Tonne.
Holger Richter und Rüdiger Neitzke betonen unisono: Wir wollen also ein deutliches Zeichen setzen, dass Gips ein wertvoller Naturrohstoff ist, der nicht achtlos in den Müll, sondern wiederverwertet gehört. Es reduziert den Abbau und versorgt die Gipsindustrie mit Rohstoffen und sichert dort Arbeitsplätze.
Sollte der Antrag wie eingereicht die Zustimmung finden, können Landrat und Oberbürgermeister bei den kommunalen Unternehmen die Umsetzung der Verfahrensweise mitbestimmen. Jetzt hofft man, dass sich Stadt und Landkreis zu einem sorgsamen Umgang mit dem wertvollen Naturrohstoff bekennen. Politik, Bauherren, regionale Gipsindustrie und unsere Bauindustrie können damit zeigen, dass eine ganze Region nachhaltig mit Naturvorkommen umgehen kann.
Bündnis '90/Die Grünen
Autor: redWörtlich heißt es im Antrag: Restbaustoffe und Abfälle auf Gipsbasis sind sortenrein zu sammeln und an einen Entsorgungsfachbetrieb zu übergeben, welcher diese Gipsabfälle dem Wiederaufbereitungsverfahren zuführt.
Wenn Stadt und Kreis das beschließen, hat das eine enorme Wirkung, denn SWG und Servicegesellschaft als große Bauherren sind dann ebenfalls daran gebunden, sind sich die beiden GRÜNEN-Fraktionsvorsitzenden Holger Richter als auch Rüdiger Neitzke einig.
Hintergrund der Offensive ist der sorgsame Umgang mit dem Naturrohstoff. Damit soll das von der Bevölkerung mehrheitlich nicht tolerierte Ausweiten des Abbaus in der Region eingedämmt werden. Gips, der einmal vor unserer Tür abgebaut wurde, soll zumindest zu 100% auch verarbeitet werden und das bestenfalls auch mehrfach. Es kann nicht sein, dass wir in kommunalen Bauprojekten Gipsabfälle ohne Recycling entsorgen und dann neue Baustoffe verarbeiten, für die unsere Landschaft weiter zerstört wird., erläutert Richter.
Die Aufarbeitung der Gipsabfälle ist in der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgung GmbH in Großpößna möglich. Bundesweit existieren nur zwei derartige Gipsaufbereitungsanlagen. Die hiesige Gipsindustrie kann den dort aufbereiteten Gips dann wieder weiter verarbeiten, profitiert also ebenfalls von dem geplanten Vorgehen, zumal durch den geplanten Kohleausstieg perspektivisch Rohstoffe für REA-Gips fehlen. Die in Kürze bei Knauf in Betrieb gehende Anlage zur Verarbeitung von dortigen Produktionsresten fügt sich ebenfalls sinnvoll in den Kreislauf zum sorgsamen Umgang mildem abgebauten Rohstoff ein.
Mit der Annahme und Verbringung der Gipsabfälle eröffneten sich zudem für das städtische Entsorgungsunternehmen neue Geschäftsfelder.
Von höheren Kosten für die Bauherren durch unsere Anträge gehen wir nicht aus. führt Rüdiger Neitzke an. Eventuell höhere Kosten für die Trennung der Gipsabfälle auf der Baustelle werden dadurch die Einsparung der teuer zu entsorgenden gemischten Bauabfälle" kompensiert. Deren Entsorgung liegt aktuell deutlich über 100 Euro netto pro Tonne.
Holger Richter und Rüdiger Neitzke betonen unisono: Wir wollen also ein deutliches Zeichen setzen, dass Gips ein wertvoller Naturrohstoff ist, der nicht achtlos in den Müll, sondern wiederverwertet gehört. Es reduziert den Abbau und versorgt die Gipsindustrie mit Rohstoffen und sichert dort Arbeitsplätze.
Sollte der Antrag wie eingereicht die Zustimmung finden, können Landrat und Oberbürgermeister bei den kommunalen Unternehmen die Umsetzung der Verfahrensweise mitbestimmen. Jetzt hofft man, dass sich Stadt und Landkreis zu einem sorgsamen Umgang mit dem wertvollen Naturrohstoff bekennen. Politik, Bauherren, regionale Gipsindustrie und unsere Bauindustrie können damit zeigen, dass eine ganze Region nachhaltig mit Naturvorkommen umgehen kann.
Bündnis '90/Die Grünen
