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Bundeskanzler soll unterstützen

Freitag, 14. September 2001, 17:37 Uhr
Nordhausen (nnz). Zur Reemtsma-Schließung in Nordhausen hat sich jetzt die sozialdemokratische Stadtratsfraktion zu Wort gemeldet. Sie hat einen Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder geschickt. nnz veröffentlicht den vollen Wortlaut des Schreibens:


Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,
lieber Gerhard,

der Vorstand des Reemtsma-Konzerns hat beschlossen, den mehr als 100jährigen Traditionsbetrieb der Tabakproduktion Nordhausen zu schließen. Die Stadt Nordhausen und die gesamte Region verlieren 270 Arbeitsplätze. Die Entscheidung kam für unsere Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und natürlich auch für uns völlig überraschend.

Wir bitten Dich dringend um Unterstützung, ebenso wie es im August 2000 erfolgreich die Belegschaft der „deusa“ bei Deinem Besuch in Nordhausen getan hat. Kannst Du zur Sicherung des Standortes Nordhausen beitragen und damit unsere lokale Politik für die Menschen der Region unterstützen?

Werden 270 Menschen in unserer Region die Arbeit verlieren, wird das auch für uns schwerwiegende Folgen haben. Wir Sozialdemokraten bemühen uns, die Wirtschaftskraft in den neuen Bundesländern zu stärken, wir wollen die Abwanderung der Menschen stoppen. Schließt das Werk in Nordhausen, verschwindet mit der Tabakindustrie einer der wichtigsten Standortfaktoren unserer Region von der Landkarte.

Der Umgang des Reemtsma-Vorstandes mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeugt nicht von moderner Unternehmerkultur. Wir vermissen die Verantwortung des Unternehmens, dem Fördermittel in beachtlicher Höhe zugeflossen sind und das ein Vorzeige-Beispiel für die erfolgreiche Privatisierung eines ehemaligen DDR-Betriebes war. Wir vermissen die Verantwortung des Unternehmens gegenüber der Bundesrepublik Deutschland, gegenüber den Menschen, die hier leben uns arbeiten wollen.

Im Sinne der Menschen, die letztlich auch unsere Oberbürgermeisterin und uns als Stadträte gewählt haben, bitten wir Dich, uns und unsere gemeinsame Politik zu unterstützen und die Geschäftspolitik des Reemtsma-Konzerns positiv im Sinne des Standortes Nordhausen zu beeinflussen.
Im Auftrage des Vorstandes der SPD-Stadtratsfraktion

Sabine Meyer, Vorsitzende
Autor: nnz

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