Wie weiter mit dem Einzelhandel in Nordhausen?
Aldi muss wieder nach Niedersalza!
Dienstag, 29. Januar 2019, 20:52 Uhr
Man muss schon viele Medien-Archive bemühen um zu erfahren, das wie vielte Konzept in dieser Stadt erstellt, vorgestellt, beschlossen und vielleicht auch mal umgesetzt wurde. Heute war es wieder soweit: Konzeptionell ging es um den Einzelhandel in der Rolandstadt - und um Aldi in Niedersalza...
Die Vorstellung des Einzelhandelskonzeptes war gut besucht (Foto: nnz)
Stefan Kruse bei der Präsentation
Genauer gesagt geht es um die Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts , mit dessen Erstellung natürlich ein Büro beauftragt werden musste. In diesem Fall das Büro Junker und Kruse. Fortschreibung – weil es ein Konzept 1995 gab. Ein zweiter Versuch wurde 2004 unternommen, aber nicht weiterverfolgt.
Zunächst erläuterte Stefan Kruse was das Konzept nicht ist. Danach was es ist. Es sei ein wichtiges Instrument der Stadtplanung, eine wichtige Diskussionsgrundlage und Entscheidungshilfe. Es gehe, so Kruse, um den Ausgleich von Interessen, um Sicherheit für Investoren und um Rechtssicherheit.
Kruse führte aus, dass die 43.500 Nordhäuser ein Kaufkraftpotential von und 227 Millionen Euro repräsentieren. Fast die Hälfte des Einzugsgebietes ist das Kerngebiet, 20 Prozent aus dem Landkreis, den Rest teilen sich die Nachbarlandkreise, auch die in anderen Bundesländern. Denen stehen 120.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung, das sind 2,75 Quadratmeter pro Einwohner. Angeführt wird die Sortiments-Hitliste durch Nahrungs- und Genussmittel, Möbel, Bekleidung und Baumarkt. Damit habe die Rolandstadt eine positive regionale Ausstrahlung.
Trotz der discounterlastigen Nahversorgungsstruktur gebe es auch in Entwicklungsspielräume, obwohl laut des Dortmunder Büros die Umsätze eher stagnierend sein werden. Nicht zu vernachlässigen sei der Online-Handel, der für Nordhausen mit rund zehn Prozent ausgewiesen wird. Insgesamt sehen die Untersucher Nachholebedarf bei Baumarkt und Gartenmarkt sowie bei Spielwaren und Hobbyartikel. Letztere sind jedoch sehr online-affin. Fazit: In den einzelnen Segmenten gibt es in Nordhausen kaum noch Spielräume nach oben.
Kruse leitete daraus ein erstes Entwicklungsziel ab: Erhalt und Stärkung der Zentralität, also Stärkung des Einzelhandels in der Nordhäuser Innenstadt. Dem müssen sich die äußeren Standorte und deren Entwicklung unterordnen. Gegenüber 1995 bilden Grimmel/Hesseröder- und Bochumer Straße, Salza und Nordhausen-Ost keine zentrale Funktion mehr ein. Geblieben ist die Zentralität der Innenstadt, trotz der Bipolarität. Aber: beide Pole dürfen sich nicht weiter voneinander entfernen.
Was empfehlen die Fachleute also:
Gespannt warteten die Teilnehmer des Stadtgespräches auf Fragen aus dem Auditorium. Wie sieht es mit der Versorgung in Niedersalza aus, fragte Herr Rumpf? 24 Jahre habe es Aldi gegeben, jetzt ist nichts mehr da. Mehrere Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil beharrten in der Folge auf eine Neuansiedlung von Aldi. Und: sie gaben an, die Umsätze zu kennen. Bleibt die Frage: Wer genau kennt die Umsätze von Aldi? Und: haben wir nicht die Marktwirtschaft, in der kein Unternehmen zu einer Ansiedlung – so sie den planerisch möglich ist – gezwungen werden kann.
Nach dem Aldi-Thema meldete sich Niels Neu zu Wort. Er hätte erwartet, dass zum eigentlichen Thema des teuren Konzeptes das Rahmenumfeld wie die Parkplatzsituation in Nordhausen mit einbezogen worden wäre. Dazu Kruse: dann wäre das Konzept noch teurer geworden. Und dann war schon wieder Niedersalza und Aldi das bestimmende Thema...
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Die Vorstellung des Einzelhandelskonzeptes war gut besucht (Foto: nnz)
Stefan Kruse bei der PräsentationGenauer gesagt geht es um die Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts , mit dessen Erstellung natürlich ein Büro beauftragt werden musste. In diesem Fall das Büro Junker und Kruse. Fortschreibung – weil es ein Konzept 1995 gab. Ein zweiter Versuch wurde 2004 unternommen, aber nicht weiterverfolgt.
Zunächst erläuterte Stefan Kruse was das Konzept nicht ist. Danach was es ist. Es sei ein wichtiges Instrument der Stadtplanung, eine wichtige Diskussionsgrundlage und Entscheidungshilfe. Es gehe, so Kruse, um den Ausgleich von Interessen, um Sicherheit für Investoren und um Rechtssicherheit.
Kruse führte aus, dass die 43.500 Nordhäuser ein Kaufkraftpotential von und 227 Millionen Euro repräsentieren. Fast die Hälfte des Einzugsgebietes ist das Kerngebiet, 20 Prozent aus dem Landkreis, den Rest teilen sich die Nachbarlandkreise, auch die in anderen Bundesländern. Denen stehen 120.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung, das sind 2,75 Quadratmeter pro Einwohner. Angeführt wird die Sortiments-Hitliste durch Nahrungs- und Genussmittel, Möbel, Bekleidung und Baumarkt. Damit habe die Rolandstadt eine positive regionale Ausstrahlung.
Trotz der discounterlastigen Nahversorgungsstruktur gebe es auch in Entwicklungsspielräume, obwohl laut des Dortmunder Büros die Umsätze eher stagnierend sein werden. Nicht zu vernachlässigen sei der Online-Handel, der für Nordhausen mit rund zehn Prozent ausgewiesen wird. Insgesamt sehen die Untersucher Nachholebedarf bei Baumarkt und Gartenmarkt sowie bei Spielwaren und Hobbyartikel. Letztere sind jedoch sehr online-affin. Fazit: In den einzelnen Segmenten gibt es in Nordhausen kaum noch Spielräume nach oben.
Kruse leitete daraus ein erstes Entwicklungsziel ab: Erhalt und Stärkung der Zentralität, also Stärkung des Einzelhandels in der Nordhäuser Innenstadt. Dem müssen sich die äußeren Standorte und deren Entwicklung unterordnen. Gegenüber 1995 bilden Grimmel/Hesseröder- und Bochumer Straße, Salza und Nordhausen-Ost keine zentrale Funktion mehr ein. Geblieben ist die Zentralität der Innenstadt, trotz der Bipolarität. Aber: beide Pole dürfen sich nicht weiter voneinander entfernen.
Was empfehlen die Fachleute also:
- Das Kernsortiment der Nahversorger gehört in die zentralen Versorgungsbereiche.
- Drogeriemärkte gehören ebenfalls in die Innenstadt
- Kleine Fachgeschäfte sollten in die Innenstadt
- Großflächiger Einzelhandel (Baumärkte oder Möbelmärkte gehören an den Stadtrand wie zum Beispiel am Darrweg.
Gespannt warteten die Teilnehmer des Stadtgespräches auf Fragen aus dem Auditorium. Wie sieht es mit der Versorgung in Niedersalza aus, fragte Herr Rumpf? 24 Jahre habe es Aldi gegeben, jetzt ist nichts mehr da. Mehrere Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil beharrten in der Folge auf eine Neuansiedlung von Aldi. Und: sie gaben an, die Umsätze zu kennen. Bleibt die Frage: Wer genau kennt die Umsätze von Aldi? Und: haben wir nicht die Marktwirtschaft, in der kein Unternehmen zu einer Ansiedlung – so sie den planerisch möglich ist – gezwungen werden kann.
Nach dem Aldi-Thema meldete sich Niels Neu zu Wort. Er hätte erwartet, dass zum eigentlichen Thema des teuren Konzeptes das Rahmenumfeld wie die Parkplatzsituation in Nordhausen mit einbezogen worden wäre. Dazu Kruse: dann wäre das Konzept noch teurer geworden. Und dann war schon wieder Niedersalza und Aldi das bestimmende Thema...
Peter-Stefan Greiner
