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Geschichte verstehen

Freitag, 25. Januar 2019, 07:04 Uhr
Wer Geschichte vorurteilsfrei verstehen will, muss sich mit der Vergangenheit und der Gegenwart vertraut machen. Ohne diese Dialektik gerät man in Zweifel und möglicherweise zu unkorrekten, oftmals falschen Schlussfolgerungen. Ein Reisebericht von Wolfgang Jörgens...


Der 80. Gedenktag des Holocaust, der sich am 9. November 2018 wiederholt hat, ist mir Veranlassung mich zu erinnern. Erinnern an den 40. Gedenktag und an eine Reise nach Jerusalem im November 2018 gemeinsam mit meiner Frau.

Im Jahr 1978 hat der damalige Rat der Stadt Nordhausen am Hagen die heutige Stele am Standort der ehemaligen Synagoge feierlich eingeweiht. Die Ratsmitglieder Zeitler und Jörgens hatten die ehrenvolle Aufgabe, mit der damaligen Jüdischen Gemeinde in Erfurt die Gestaltung der Gedenkstele inhaltlich und praktisch abzustimmen.

Der Rat konnte gemeinsam mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde im Gedenken an die Ereignisse um den 9. November 1938 die Stele enthüllen. Keinem der Anwesenden kam damals der Gedanke, Israel je besuchen zu können, um sich mit der Geschichte der Juden näher vertraut zu machen. Mir ist es im vergangenen Jahr vergönnt gewesen, gemeinsam mit meiner Frau und einer privaten Reisegruppe das heilige Land zu besuchen.

Wer Israel und die Geschichte des Judentums verstehen will, sollte das Land zwischen Taba und Eilat im Süden am Roten Meer und Neveh Ativ im Norden besuchen. Es lohnt sich, weil in unseren Medien oftmals recht oberflächlich und polarisierend berichtet wird. Interessante Begegnungen, Gespräche und Dialoge in verschiedenen Synagogen, in einem Kibbuz und auf den Straßen in Bethlehem und Jerusalem, auch an der Klagemauer haben unsere Gedanken um die Themen Glauben, Völkerverständigung und Sicherheit für das eigene Volk geschärft.

Man ist gut beraten, so unser Fazit, wenn man über Entwicklungen und Zusammenhänge spricht, sollte man genau hinschauen und hinhören. Jegliche persönliche-, bzw. politische Oberflächlichkeit bei der Betrachtung von Entwicklungen kann zum Schaden des eigenen Volkes in der heutigen, so bewegten Zeit führen. Hochachtung vor dem stolzen israelischen Volk. Wir werden die vielen Eindrücke, über die es noch viel zu berichten gäbe, nicht vergessen.
W. Jörgens, Sophienhof
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Autor: red

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